Jared James Nichols – „Louder Than Fate“ Review: Bluesrock mit ordentlich Dampf
- Redaktion

- vor 1 Stunde
- 3 Min. Lesezeit
Jared James Nichols bleibt auf seinem vierten Album ganz bei sich: laut, riffbetont, bluesig und mit genug Gefühl, damit es nicht nur nach Muskelspiel klingt.

Tracklist:
1. Let’s Go
2. Ghost
3. Way Back
4. Bending Or Breaking
5. Killing Time
6. Dust N’ Bones
7. Show Me
8. Looks Like That Felt Good
9. Runnin’ Hot
10. Pretend
Veröffentlichungsdatum: 05. Juni 2026
Label: Frontiers Music Srl
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Unser Fazit:
„Louder Than Fate“ ist ein kraftvolles Bluesrock-/Hard-Rock-Album. Nicht jeder Song bleibt sofort hängen, und wirklich neu ist hier wenig. Aber Jared James Nichols spielt mit so viel Überzeugung, Wärme und Energie, dass man der Platte ihre klassischen Koordinaten gern verzeiht.
Was bekommen wir auf die Ohren?
Man hört „Louder Than Fate“ ziemlich schnell an, dass Jared James Nichols hier nicht lange um den heißen Brei herumspielen will. „Let’s Go“ heißt der Opener, und genau so klingt er auch: Gitarre rein, Verstärker auf, los. Das vierte Studioalbum des US-Gitarristen erscheint am 5. Juni 2026 über Frontiers Music Srl und bewegt sich gewohnt sicher zwischen Bluesrock, Hard Rock und klassischem Gitarrenfeuer.
Die Riffs sitzen breitbeinig im Raum, die Leads haben Biss, und seine Stimme
klingt angenehm ungeschönt.
Nicht perfekt poliert, sondern nach jemandem, der diese Musik wirklich lebt.
Produzent Jay Ruston gibt dem Album den passenden Druck. „Louder Than Fate“ klingt modern genug, um nicht wie ein Archivfund zu wirken, lässt aber genug Dreck und Wärme im Sound. Genau das tut den Songs gut, denn Nichols’ Musik lebt von Körperlichkeit.
Man will diese Gitarren nicht nur hören, man soll sie fast spüren.
Nach dem direkten Einstieg mit „Let’s Go“ halten „Ghost“ und „Way Back“ das Tempo hoch. Beide Songs liefern genau das, was man von Nichols erwartet: Groove, harte Kante, Blues im Fundament und Refrains, die nicht lange nach Aufmerksamkeit fragen.
„Bending Or Breaking“ bringt danach etwas mehr Bewegung in die Platte und zeigt, dass Nichols stärker ist, wenn er nicht nur auf pure Wucht setzt.
Besonders gut funktioniert das bei „Killing Time“. Mit über fünf Minuten gehört der Song zu den längeren Momenten des Albums und bekommt dadurch mehr Raum zum Atmen.
Hier merkt man, dass Nichols nicht nur ein Gitarrist mit Kraft in den Fingern ist, sondern auch ein Gefühl dafür hat, wann ein Song mehr Spannung braucht.
Das Stück gehört klar zu den stärkeren Momenten der Platte.
Auch „Show Me“ und „Looks Like That Felt Good“ bringen zusätzliche Farbe hinein.
Beide Songs wurden von Roger Alan Nichols produziert und gemischt und setzen kleine andere Akzente, ohne den Grundcharakter zu verwässern.
„Dust N’ Bones“ und „Runnin’ Hot“ gehen dagegen wieder direkter nach vorne:
schnörkellos, groovig, schmutzig genug und sehr nah an dem, was Nichols live vermutlich am meisten Spaß machen dürfte.
Natürlich erfindet „Louder Than Fate“ den Bluesrock nicht neu. Manche Songs laufen ziemlich genau auf den bekannten Schienen aus Hard Rock, Blues und Classic-Rock-Attitüde. Wer hier stilistische Hakenschläge erwartet, wird eher wenig finden. Aber das Album wirkt ehrlich, und das ist in diesem Fall wichtiger als der große Überraschungseffekt.
Nichols klingt nicht wie jemand, der zwanghaft beweisen muss, wie modern oder anders er sein kann. Er klingt wie ein Musiker, der seine Sprache gefunden hat: Gitarre vorne, Herz dahinter, Druck im Rücken. Das reicht nicht für ein Meisterwerk, aber locker für ein starkes, sympathisches Album mit ordentlich Zug.
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