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Merseburger Schlossfestspiele 2026: Festivalbericht vom 19. Juni 2026 – Metal, Mittelalter und Magie im Schlossgarten

Der erste Tag der Merseburger Schlossfestspiele 2026 machte dem Motto alle Ehre: Zwischen Folk Metal, Irish Punk, dunkler Performancekunst, Assi-Folk und feuriger Dudelsack-Power wurde der historische Schlossgarten zur schweißtreibenden Festivalarena.


Festivalbanner MSFS 2026

Die Merseburger Schlossfestspiele 2026 standen unter dem passenden Motto

„Metal, Mittelalter & Magie“ – und schon der erste Festivaltag zeigte,

wie gut diese drei Begriffe zusammenpassen können.


Im Schlossgarten, traf historische Kulisse auf harte Gitarren, Sackpfeifen, Punk-Attitüde

und dunkle Elektronik.



Dass der Ort selbst mehr ist als nur eine hübsche Open-Air-Fläche,

spürte man dabei immer wieder:


Der Schlossgarten gehört zur historischen Anlage Merseburgs,

wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt und bringt genau jene Atmosphäre mit,

die ein Festival dieser Art nicht künstlich erzeugen muss.


Sagenbringer eröffnen mit Mythos und klarer Stellung


Den Auftakt machten Sagenbringer und bewiesen direkt, dass hier kein bloßes Warm-up anstand. Mit mystischen Kugeln auf der Bühne, heroischem Auftreten und Sänger Haldruhir im Gewand samt Speer zog die Band das noch überschaubare Publikum

schnell in ihre eigene Welt.


Sagenbringer 1

Mit „Valkyrensturm“ ging es ohne langes Zögern nach vorn. Die Growls hallten durch die Schlosskulisse, Haare flogen, und bei „Walpurgisnacht“ nahm die Band die Menge mit auf den Blocksberg. Die neue Single „Reiter Rohans“ funktionierte als starker Vorgeschmack auf die kommende EP und passte mit ihren Fantasy-Bildern erstaunlich gut zwischen alten Mauern, Sommerhitze und Festivalstaub.


Sagenbringer 2

Auch abseits der Musik setzte die Band ein Zeichen. Nach Diskussionen um ein Shirt aus einem Ankündigungsvideo machte Haldruhir auf der Bühne klar, dass Sagenbringer für Toleranz und Freiheit stehen. Als dazu im Publikum eine Regenbogenfahne hochging, bekam der Moment genau die Wucht, die solche Ansagen live entfalten können.


Sagenbringer 3

Mit „Blutmarsch“ und „Herz an die See“ ging das Set zu Ende, inklusive Ausblick auf eine erste Headliner-Tour im Frühjahr 2027 und weitere große Festivalstationen.


Sagenbringer 4


Saint City Orchestra bringen St. Galler Irish Punk nach Merseburg


Danach wurde es irischer, punkiger und deutlich verschwitzter.

Saint City Orchestra aus St. Gallen verbinden Irish Folk, Folk-Punk und Punkrock,

und genau diese Mischung zündete in Merseburg sofort.


SCO 1

Akustische und elektrische Instrumente, Akkordeon, Geige, Bass und treibende Drums sorgten für den Druck, der bei einer solchen Show nötig ist.


SCO 2

Schon „This Ain’t Quiet“ machte seinem Titel alle Ehre. Bei „Suicide Bobby“ war das Publikum endgültig drin: singen, tanzen, mitgehen. Danach zog „Hell Bash“ die Temperatur weiter nach oben, auch optisch mit rotem Licht und Bengalo-Hitze auf der Bühne.


SCO 3

Der große Abriss kam beim „Middlefinger Song“. Circle Pit, Frontmann Sandro Schmid mitten im Publikum und eine kollektiv gereckte Mittelfinger-Geste zwischen Band und Fans:


SCO 4

Das war rotzige, aber sympathische Punkrock-Anarchie.

Zum Finale bei „Roana“ gingen riesige Bandfahnen über die Köpfe der Menge.


SCO 5

Saint City Orchestra lieferten damit genau das, was ihr Ruf verspricht:

Irish Punk, der nicht nur gespielt, sondern körperlich gelebt wird.



"Das Ich" verwandeln den Schlossgarten in ein dunkles Ritual


Mit "Das Ich" wurde es deutlich finsterer. Die 1989 gegründete Formation um Bruno Kramm und Stefan Ackermann zählt zu den prägenden Namen der Neuen Deutschen Todeskunst, und in Merseburg wurde schnell klar, warum diese Band bis heute eine Sonderstellung hat.


Das Ich 1

Bruno Kramm legte das elektronische Fundament, flankiert von Live-Musikern und den charakteristischen beweglichen Synthesizer-Racks. Dadurch bekam die Bühne einen industriellen, fast mechanischen Charakter.


Das Ich 2

Im Zentrum stand Stefan Ackermann, der seine Texte nicht einfach sang, sondern körperlich austrug. Grimassen, Verrenkungen, Gesten, Predigt und Ausbruch lagen hier nah beieinander.


Das Ich 3

Songs wie „Schwarzer Stern“, „Brutus“, „Was bin ich“, „Uterus“ und „Engel“ führten tief in die düstere Welt der Band. Spätestens bei „Kain und Abel“ und „Destillat“ war der Schlossgarten kein reiner Festivalplatz mehr, sondern ein schwarzes,

theatralisches Kraftfeld.


Das Ich 4

"Das Ich" lieferten keinen leichten Auftritt, aber einen, dem man sich kaum entziehen konnte.


Das Ich 5


Kupfergold feiern Assi-Folk zwischen Tavernenlaune und Polonaise


Nach dieser Dunkelheit kam Kupfergold genau richtig. Die rheinländische Band bewegt sich irgendwo zwischen Folk, Festival, Moshpit und viel zu wenig Schlaf –

und nennt das selbst augenzwinkernd „Assi-Folk“.


Kupfergold 1

Mit „Fasanalarm“ ging es direkt los, „Zum Grünen Drachen“ brachte die Tavernenstimmung in den Schlossgarten. Trotz Hitze wurde gesprungen, gesungen und gefeiert.

Bei „Zum goldenen Rammler“ formierte sich sogar spontan eine Polonaise über den Platz.


Kupfergold 2

Für zusätzliche Lacher sorgte das Fehlen von Kai der Hai, das die Band mit herrlich absurden Erklärungen kommentierte. Lars von Katerfahrt sprang kurzfristig ein und fügte sich trotz nur eines Tages Vorbereitungszeit nahtlos in das Chaos ein.


Kupfergold 3

Mit „Met Kasalla uss Valhalla“ kam die rheinische Feiermentalität noch deutlicher durch, während „Lichtermeer“, „Kupfer“, „Gold“ und „Der Klügere kippt nach“ die Fans weiter in Kneipenchor-Stimmung hielten.


Kupfergold 4

Das optische Highlight kam bei „Koboldkeilerei“, als ein Leprechaun mit

Goldtopf durchs Publikum sprang.


Kupfergold 5

Weil der Festivalplan eng war, blieb keine Zeit für ausufernde Zugaben, aber „Obst im Haus“ setzte den passenden Schlusspunkt.


Kupfergold 6

Gute Folkmusik darf laut, albern, herzlich und komplett durchgeschwitzt sein.



Tanzwut setzen den feurigen Schlusspunkt


Zum Abschluss übernahmen Tanzwut den Schlossgarten.

Die Berliner verbinden seit Jahren mittelalterliche Instrumente mit moderner Härte, Industrial-Anteilen, Folk Metal und Neuer Deutscher Härte.


Tanzwut 1

In Merseburg wurde daraus ein Finale, das den Begriff „Schlossfestspiele“ wörtlich nahm.


Schon der Einstieg mit vier Dudelsäcken gleichzeitig war eine Ansage. Danach setzte „Feuer in der Nacht“ mit gewaltigen Stichflammen den passenden Startpunkt.


Tanzwut 2

„Achtung Mensch“ trieb weiter nach vorn, während „Bis zum Meer“ einen der emotionalsten Momente des Abends brachte: ein Meer aus erhobenen Händen vor der Bühne, während die Nacht langsam über den Schlossgarten fiel.


Tanzwut 3

Frontmann Teufel brachte die Stimmung auf den Punkt:

Feiert jeden Tag, als wäre es der letzte, und nehmt euch ruhig noch

eine Flasche Wein dazu.


Tanzwut 4

Bei „Freitag, der 13.“, „Pack“, „Narziss“ und „Gerücht“ blieb die Menge ständig in Bewegung.


Tanzwut 6

Ein besonderer lokaler Moment war „Die Auferstehung“, das in Anlehnung an die berühmten Merseburger Zaubersprüche ins Set passte wie kaum ein anderer Song an diesem Abend.


Tanzwut 7

Dazu kündigte die Band ihr neues Album „Herz aus Stein“ für den 4. September 2026 sowie die passende Herbsttour an.


Tanzwut 8

Mit „Brüder im Geiste“ wurde es noch einmal gemeinschaftlich, bevor „Hymnus Cerberi“ in traditioneller Variante mit Sackpfeifen und Trommeln den Abend würdevoll

und mächtig beendete.


Tanzwut 9

Tanzwut 10



Fazit für den 19.06.2026:


Der erste Tag der Merseburger Schlossfestspiele 2026 zeigte eindrucksvoll, wie breit ein Festivalabend zwischen Mittelalter, Folk, Punk, Metal und dunkler Performancekunst aufgestellt sein kann. Sagenbringer eröffneten mit Mythos und Haltung, Saint City Orchestra brachten den Punk in den Schlossgarten, "Das Ich" lieferten ein verstörend starkes Gesamtkunstwerk, Kupfergold sorgten für ausgelassene Tavernen-Eskalation und Tanzwut setzten den feurigen Schlusspunkt.


Ein Auftakt, der nicht nur laut war, sondern Charakter hatte.



©Text: Saskia Giedow-Luboch

©Fotos: Stephan Sieger & Jan Haller (@loewenzahn_media)



Ein ganz besonderes Dankeschön geht an die Stadt Merseburg, die Veranstalter, Aussteller sowie die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz dafür gesorgt haben, dass die Merseburger Schlossfestspiele 2026 erneut zu einem außergewöhnlichen Erlebnis wurden.

Hinter den Kulissen wurde mit viel Herzblut, Leidenschaft und Professionalität gearbeitet

– und genau das war an allen drei Tagen spürbar.


Solche partnerschaftlichen Zusammenarbeiten tragen maßgeblich dazu bei,

Konzerterlebnisse journalistisch begleiten und mit unseren Leserinnen und Lesern teilen zu können.

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