Moonspell „Far From God“ Review: Rückkehr in die dunkle Essenz
- Redaktion

- vor 2 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Die portugiesischen Gothic-Metal-Veteranen verbinden auf „Far From God“ Vampirromantik, religiöse Symbolik und schwere Eleganz zu einem geschlossenen, düsteren Statement.

Tracklist:
1. Cross Your Heart
2. Far From God
3. Biblical
4. The Great Wolf In The Sky
5. Your Promise Of Light
6. For The Love Of Mortals
7. Our Freedom To Fall
8. Reconquista
Veröffentlichungsdatum: 03. Juli 2026
Label: Napalm Records
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Fazit der Redaktion:
„Far From God“ ist ein starkes, geschlossenes Gothic-Metal-Album,
das Moonspell wieder näher an ihre dunkle Essenz rückt.
Nicht revolutionär, aber atmosphärisch dicht, elegant schwer und mit mehreren eindrucksvollen Höhepunkten.
Was bekommen wir auf die Ohren?
Mit „Far From God“ melden sich Moonspell nach fünf Jahren zurück und knüpfen hörbar an die dunkle, romantische Seite ihrer Bandgeschichte an.
Schwer, theatralisch, melancholisch und voller sakraler Schattenbilder:
„Far From God“ setzt auf Atmosphäre statt auf schnelle Effekte. Moonspell vertrauen ihrer eigenen Sprache aus dunkler Romantik, Metal-Wucht und spirituell aufgeladenem Pathos. Genau daraus entsteht die Stärke dieses Albums.
Düstere Schwere statt schneller Effekte
Schon „Cross Your Heart“ eröffnet mit bedächtiger Schwere und legt den Grundton für die kommenden Songs. Hier geht es nicht um unmittelbare Überwältigung, sondern um ein langsames Hineinziehen in eine Welt aus Schatten, Symbolik und dunkler Spannung.
Die Gitarren drücken, die Atmosphäre bleibt dicht, und Fernando Ribeiros Stimme steht wie ein Fixpunkt im Zentrum.
Der Titeltrack „Far From God“ führt diese Stimmung weiter in Richtung vampirischer Romantik. Getragen von Ribeiros markanter Präsenz, schweren Gitarren und dunklen Keyboard-Flächen entfaltet der Song genau jene Mischung aus Eleganz und Bedrohlichkeit, die Moonspell besonders macht. Auch „Biblical“ arbeitet stark mit religiösen Bildern, Schuld, Begehren und Pathos, ohne dabei völlig ins Überladene zu kippen.
Starke Bilder, starke Stimme, starke Atmosphäre
Moonspell waren immer dann am überzeugendsten, wenn sie Bilder entstehen lassen konnten, die größer wirken als ein einzelner Song. Auf „Far From God“ gelingt ihnen das mehrfach. Die religiöse Symbolik, die vampirischen Motive und die romantische Schwermut greifen ineinander, ohne dass das Album seine Linie verliert.
Fernando Ribeiro prägt die Platte dabei entscheidend. Seine Stimme trägt die dunkle Theatralik, ohne beliebig dramatisch zu wirken. Sie gibt den Songs Gewicht und Identität. Gerade weil „Far From God“ weniger auf überraschende Stilbrüche setzt, wird diese Präsenz umso wichtiger.
„The Great Wolf In The Sky“ als Höhepunkt
Zu den stärksten Momenten zählt „The Great Wolf In The Sky“. Durch die Streicher von Alicia Nuhro bekommt der Song eine epische, fast hymnische Dimension. Hier verbinden Moonspell Melancholie, Größe und emotionale Tiefe besonders überzeugend. Der Track wirkt weit, dunkel und feierlich, ohne seine Schwere zu verlieren.
Auch „For The Love Of Mortals“ und „Our Freedom To Fall“ halten die Spannung im weiteren Verlauf. Beide Songs fügen sich gut in die Gesamtatmosphäre ein und zeigen, dass Moonspell auf diesem Album weniger an Einzelmomenten als an einem geschlossenen Gesamtbild interessiert sind.
Mit „Reconquista“ endet die Platte schließlich würdig und dramatisch. Als längster Track setzt der Song einen Schlusspunkt, der die Themen des Albums noch einmal bündelt: Verlust, Glaube, Dunkelheit, Erinnerung und Widerstand.
Klassischer Kern, zeitgemäßer Klang
Produziert wurde „Far From God“ mit Jaime Gomez Arellano. Der Sound ist kraftvoll und zeitgemäß, ohne den klassischen Gothic-Metal-Kern der Band glattzubügeln.
Die Produktion lässt genug Raum für Atmosphäre, hält die Gitarren präsent und bewahrt die dunkle Eleganz, die für Moonspell zentral ist.
Echte Überraschungen oder radikale Richtungswechsel sollte man hier nicht erwarten.
„Far From God“ lebt nicht von Brüchen, sondern von Konsequenz.
Wer Moonspell vor allem für ihre düstere Eleganz, ihre romantische Schwere und ihre Mischung aus Metal, Melancholie und spiritueller Symbolik schätzt,
bekommt genau das in konzentrierter Form.
Kontakt:
(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von All Noir)



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