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ROCKWASSER – Geboren für die Ewigkeit – Review

Autorenbild: Stephan Sieger
Stephan Sieger
vor 8 Stunden
4 Min. Lesezeit

Rockwasser bleiben auch auf ihrem siebten Album nah am Leben: direkt, bodenständig und ohne große Umwege.


Albumcover - Geboren Für Die Ewigkeit - Review

Tracklist:

1. Zurück nach vorn – 3:13

2. Wie Dynamit – 2:49

3. Tanz auf dem Vulkan – 3:10

4. Verloren in der Nacht – 2:37

5. Unbesiegbar – 3:47

6. Alles auf Null – 3:29

7. Bittersüßer Schmerz – 3:06

8. 1000 gute Gründe – 2:41

9. Land in Sicht – 2:38

10. Mein Kompass – 2:58

11. Wir bleiben – 3:37



Veröffentlichungsdatum: 13. November 2026

Label: Günni Records

Genre: Deutschrock / Rock

Laufzeit: 34:05 Min.



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Fazit der Redaktion:

Die elf Songs sind kompakt, geradlinig und auf schnelle Wirkung geschrieben.

Wer die Band oder bodenständigen Deutschrock generell mag, bekommt hier ziemlich genau das, was er erwartet.


Für die ganz großen Ausschläge nach oben fehlt allerdings etwas Mut. Manche Texte bleiben an der Oberfläche, einige Refrains sind früh vorhersehbar und musikalisch verlässt die Band ihr gewohntes Revier nur selten.


Umso mehr fallen die Momente auf, in denen es persönlicher wird.

„Land in Sicht“, „Bittersüßer Schmerz“ und stellenweise „Verloren in der Nacht“ geben dem Album jene Tiefe, von der es ruhig noch etwas mehr hätte vertragen können.


Unterm Strich bleiben 34 Minuten ehrlicher, ordentlich produzierter Deutschrock mit Herz, Druck und einigen richtig guten Momenten.



"Rockwasser liefern mit „Geboren für die Ewigkeit“ ehrliche Energie, starke Live-Momente und

einige überraschend persönliche Songs."



Was bekommen wir auf die Ohren?


Vier Jahre nach „C’est la vie“ melden sich Rockwasser mit „Geboren für die Ewigkeit“ zurück. Elf Songs in gerade einmal 34 Minuten sagen schon einiges über die Marschrichtung aus. Lange Intros, ausufernde Instrumentalpassagen oder überraschende Stilwechsel sind nicht das Thema. Die Band kommt schnell zur Sache.


Das ist einerseits angenehm. Andererseits hört man dadurch auch ziemlich schnell, wo die Grenzen dieser Platte liegen. Rockwasser bewegen sich in einem vertrauten Deutschrock-Revier aus kräftigen Gitarren, rauem Gesang und großen Refrains. Die Themen kommen ebenso ohne Umwege: Rückschläge, Freundschaft, Lebensdurst, Zusammenhalt und

immer wieder der Wille, weiterzumachen.


Zurück nach vorn – das Motto steht früh fest

„Zurück nach vorn“ ist deshalb ein ziemlich passender Einstieg.


Fehler lassen sich nicht rückgängig machen, also bleibt nur der Blick nach vorne.

Keine neue Erkenntnis, aber eine, die Rockwasser glaubwürdig transportieren.


Mit „Wie Dynamit“ und „Tanz auf dem Vulkan“ wird es anschließend lauter.

Beide Nummern funktionieren über Tempo, Gitarren und schnell erfassbare Refrains.

Das dürfte live problemlos zünden.

Auf Platte zeigt sich aber auch eine Schwäche, die später noch öfter auftaucht: Man weiß gelegentlich schon vor dem Refrain ziemlich genau, wie dieser gleich klingen wird.




„Verloren in der Nacht“ bringt etwas Dunkelheit hinein und tut der Dramaturgie gut.

Der Song bleibt kompakt, wirkt aber weniger auf unmittelbares Mitgrölen zugeschnitten.



Zusammenhalt funktioniert – Überraschungen sind seltener

Bei „Unbesiegbar“ sind Rockwasser wieder mitten in ihrem Kerngeschäft.


Gemeinschaft, gemeinsam durchhalten, gemeinsam stärker sein.

Das ist Deutschrock-Grundausstattung und wird hier auch genau so gespielt.


Der Refrain dürfte vor der Bühne hervorragend funktionieren. Zuhause bleibt davon etwas weniger hängen, weil ähnliche Botschaften im Genre inzwischen kaum noch zu zählen sind.



Auch „Alles auf Null“ kehrt zum Gedanken des Neuanfangs zurück.


Der Song funktioniert im Zusammenhang der Platte gut, erzählt aber im Grunde eine Geschichte, die „Zurück nach vorn“ bereits eröffnet hat.


Interessanter wird es bei „Bittersüßer Schmerz“.


Sobald Rockwasser die Parolen etwas zurücknehmen und mehr Verletzlichkeit zulassen, bekommt die Musik eine andere Farbe. Das steht der Band gut und sorgt für eine willkommene Pause zwischen den geradlinigeren Nummern.



„Land in Sicht“ zeigt, dass mehr drin ist

„1000 gute Gründe“ bewegt sich anschließend wieder im vertrauten Umfeld von Freundschaft, Lebenslust und Gemeinschaft. Sympathisch ist das allemal, sonderlich tief geht es allerdings nicht.


Dann kommt „Land in Sicht“ – und plötzlich wird deutlich, was diesem Album an anderer Stelle gelegentlich fehlt.


Hier sind Krise und Erschöpfung nicht nur Stichworte für den nächsten großen Refrain.

Der Song lässt Brüche zu, erzählt von Staub, Zusammenhalt und der Hoffnung, irgendwann wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Das wirkt greifbarer als manche der allgemein gehaltenen Durchhaltebotschaften zuvor.


Für mich ist das der stärkste Song des Albums.

Nicht weil Rockwasser musikalisch plötzlich etwas völlig anderes machen,

sondern weil Text und Musik hier mehr Gewicht bekommen.


Ein passender Schluss ohne großes Theater

„Mein Kompass“ führt zurück zum Thema Orientierung und

bleibt melodisch schnell zugänglich.


Mit „Wir bleiben“ endet die Platte schließlich genau dort, wo sie begonnen hat:

beim Weitermachen.


Als Abschluss funktioniert das.

Rockwasser brauchen dafür keinen großen Knall. Der Song bringt Zusammenhalt, Standfestigkeit und dieses leicht trotzige „Wir sind immer noch da“-Gefühl zusammen,

das ohnehin durch die gesamte Platte läuft.


Druckvoll produziert, manchmal etwas zu berechenbar

Klanglich passt das alles zum Ansatz der Band. Die Gitarren stehen weit vorne, der Gesang besitzt genügend Rauheit und die Produktion schiebt ordentlich.

Die Songs wollen unmittelbar funktionieren – und das tun sie meistens.


Was fehlt, sind größere dynamische Unterschiede. Ein paar mehr Momente, in denen ein Arrangement plötzlich Luft bekommt oder eine Nummer einen unerwarteten Haken schlägt, hätten dem Album gutgetan.


Ähnlich sieht es mit den Texten aus. Rockwasser treffen ihre Aussagen klar und verständlich. Manchmal vielleicht zu klar. Wenn Zusammenhalt, Durchhalten und Lebenslust immer wieder mit ähnlichen Bildern erzählt werden, nutzt sich deren Wirkung irgendwann ab.


Gerade „Land in Sicht“ und „Bittersüßer Schmerz“ zeigen, dass die Band interessanter klingt, sobald sie sich etwas weiter von den üblichen Deutschrock-Parolen entfernt.



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(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von visualsound.media)


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