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Marc Amacher – „Overdrive“ Review: Stillstand ist keine Option

Elf Songs zwischen Blues, Boogie und hartem Rock: Marc Amacher bleibt angenehm ungeschliffen und klingt, als wäre die Bühne nur ein paar Schritte entfernt.


Albumcover - Overdrive - Marc Amacher (Review)

Tracklist:

1. Hell Yeah

2. Streets Are Golden

3. Crying

4. Fool

5. Dark Knight

6. Rolling And Tumble

7. Shake It

8. Can't Beat Time

9. Dirt House Blues

10. Cash Smash Boogie

11. Well



Veröffentlichungsdatum: 07. August 2026

Label: Hoboville (EDEL)


Laufzeit: ca. 39:51 Minuten

Genre: Bluesrock / Boogie Rock / Hard Rock

Gastgesang: Katarina Michel bei „Can’t Beat Time“


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Fazit der Redaktion:

„Overdrive“ ist ein ehrliches, druckvolles Bluesrock-Album mit rauer Stimme, kräftigem Groove und ordentlich Bewegung. Marc Amacher verbindet Blues, Boogie und harten Rock zu elf Songs, die nicht perfekt sein wollen, dafür aber lebendig wirken.


Das Album erfindet seinen Stil nicht neu, entwickelt ihn aber überzeugend weiter.

Besonders „Can’t Beat Time“ zeigt, wie viel Gefühl unter der rauen Oberfläche steckt.


„Overdrive“ klingt nach einem Musiker, der weiß, wo er herkommt,

und weiß wo er hin will...



"Overdrive liefert kraftvollen Bluesrock mit Groove, Charakter und einer Stimme, die sich sofort im Gedächtnis verankert. - rau, ehrlich und voller Energie"



Was bekommen wir auf die Ohren?


„Hell Yeah“ heißt der erste Song auf „Overdrive“, und viel treffender könnte Marc Amacher sein neues Album kaum eröffnen. Kein vorsichtiges Herantasten, keine lange Einleitung.

Die Gitarre drückt, der Rhythmus setzt sich in Bewegung und über allem liegt diese tiefe, raue Stimme, die klingt, als hätte sie schon einige Nächte länger durchgehalten

als der Rest der Band.


Die elf Songs behandeln Blues nicht wie ein Museumsstück, das man mit gebührendem Abstand bewundern soll. Amacher packt das Genre an, schüttelt es durch und verbindet seine alten Wurzeln mit Boogie und modernem Hard Rock. Dabei bleibt genug Schmutz im Klang, damit die Musik nach Menschen und nicht nach perfekter Studiotechnik klingt.


Keine Masken, keine Ausreden

„Hell Yeah“ tritt selbstbewusst auf. Der Song handelt davon, sich nicht länger erklären oder verbiegen zu müssen. Das passt zu Amacher, dessen Musik schon immer davon gelebt hat, dass sie nichts vorspielt. Er braucht keine aufgesetzte Coolness. Seine Stimme und das kräftige Gitarrenspiel reichen völlig aus.



„Streets Are Golden“ richtet sich anschließend an Menschen, die auf die Nase gefallen sind und trotzdem weitergehen. Die goldenen Straßen sind hier kein billiges Versprechen vom großen Erfolg. Sie stehen eher für einen Weg, der hart erarbeitet werden muss.

Der Song vermittelt Zuversicht, ohne so zu tun, als würde sich jedes Problem mit einem guten Refrain erledigen.


Wenn es unter der rauen Oberfläche wehtut

Mit „Crying“ und „Fool“ wird das Album persönlicher.

Beide Stücke geben Schmerz, enttäuschten Erwartungen und Selbsttäuschung mehr Raum. Amacher singt darüber nicht mit großem Theater. Gerade seine spröde Art sorgt dafür,

dass die Gefühle glaubwürdig wirken.


„Fool“ trifft dabei einen unangenehmen Punkt: den Moment, in dem man merkt, dass man sich vielleicht selbst etwas vorgemacht hat. „Crying“ lässt die Enttäuschung dagegen unmittelbarer heraus. Trotzdem kippen die Songs nicht ins Selbstmitleid. Dafür bleiben die Gitarren zu präsent und der Rhythmus zu fest auf den Beinen.


„Dark Knight“ zieht die Stimmung noch einmal tiefer in den Schatten.

Der Song wirkt schwerer und nachdenklicher, bevor „Rolling And Tumble“ und „Shake It“ das Album wieder in Bewegung bringen. Hier steht weniger das Grübeln als das körperliche Gefühl von Bluesrock im Mittelpunkt. Die Gitarren arbeiten, der Groove schiebt und man kann sich gut vorstellen, wie diese Stücke in einem kleinen, vollen Club zünden.



Gegen die Zeit gewinnt keiner

Das Herzstück der Platte ist „Can’t Beat Time“. Mit fünfeinhalb Minuten ist es der längste Song des Albums und bekommt entsprechend mehr Platz, um sich zu entwickeln. Besonders stark ist das gesangliche Zusammenspiel zwischen

Marc Amacher und Katarina Michel.


Dabei geht es nicht um romantische Eintracht. Im Mittelpunkt steht eine einfache,

aber ernüchternde Erkenntnis: Die Zeit verhandelt nicht. Man kann sie weder überlisten noch besiegen, egal wie sehr man sich dagegenstemmt. Die beiden Stimmen geben diesem Gedanken unterschiedliche Farben und machen „Can’t Beat Time“ zu einem der eindringlichsten Momente auf „Overdrive“.


Der Song passt auch gut zum Albumtitel.

„Overdrive“ bedeutet schließlich nicht nur mehr Tempo und Lautstärke. Dahinter steckt auch das Wissen, dass Stillstand keine Lösung ist. Die Zeit läuft ohnehin weiter.

Entscheidend ist, was man mit ihr anfängt.


Boogie, Dreck und eine Abrechnung mit dem Geld

„Dirt House Blues“ führt zurück zum ungeschminkten Kern des Genres.

Der Song braucht keinen aufwendigen Überbau. Gitarre, Stimme und Rhythmus erledigen die Arbeit. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie wohl sich Amacher

in dieser Musik fühlt.


„Cash Smash Boogie“ nimmt anschließend mit Witz und Groove die Vorstellung auseinander, Geld könne automatisch Freiheit oder Zufriedenheit bringen. Der Song hat genug Leichtigkeit, um nicht wie eine Predigt zu klingen, bleibt in seiner Aussage aber deutlich. Der Boogie rollt, während das vermeintliche Glück aus Scheinen und Münzen langsam auseinanderfällt.



Mit dem kurzen „Well“ endet die Platte ohne große Schlussinszenierung.

Kein überlanger Abgesang, kein künstlich aufgeblasenes Finale. Der Song macht seinen Punkt und geht. Das passt zu einem Album, das lieber glaubwürdig als makellos

sein möchte.


Musik mit Clubschweiß statt Hochglanz

„Overdrive“ führt ziemlich konsequent weiter, was Marc Amachers Musik schon früher ausgezeichnet hat. Seine Songs klingen nach Bühne, Verstärkern und verschwitztem Club.


Die Rhythmen drücken, die Gitarren haben Ecken und seine Stimme trägt jedes Stück mit sofortigem Wiedererkennungswert.


Natürlich hat diese Direktheit auch Grenzen.


Klanglich bewegt sich das Album meist in einem klar abgesteckten Bereich,

und nicht jeder Song bringt eine neue Überraschung.

Etwas mehr Abwechslung hätte der Platte an einzelnen Stellen gutgetan.


Gleichzeitig würde eine größere Hochglanzproduktion vermutlich genau das zerstören,

was „Overdrive“ sympathisch macht.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Flying Dolphin Entertainment UG)


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