Storm Force – „Truth“ im Review: Harte Kante, große Melodien und ein stiller Höhepunkt
Sechs Jahre nach „Age Of Fear“ kehren Storm Force mit einem Album zurück, das tief im melodischen Hard Rock der Achtziger verwurzelt ist. Starke Refrains, Patrick Gagliardis wandelbarer Gesang und eine berührende Schlussballade tragen „Truth“.

Tracklist:
1. Truth – 4:01
2. Silver Lining – 4:28
3. Saviour – 4:23
4. Between The Lines – 4:30
5. Anti Social Media – 4:33
6. Fire Starter – 3:51
7. On With The Show – 3:44
8. You’re Never Alone – 3:57
9. I Wasn’t Finished Loving You – 5:23
10. Karma’s A Bitch – 3:54
VÖ: 25.09.2026
Label: BraveWords Records
Genre: Melodic Hard Rock / Hard Rock / AOR
Spielzeit: 42:45 Minuten
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Fazit der Redaktion:
„Truth“ steht fest im melodischen Hard Rock der Achtziger. Storm Force kennen diesen Sound und spielen ihn mit hörbarer Überzeugung. Patrick Gagliardis Gesang, Greg Frasers songdienliche Gitarrenarbeit und mehrere treffsichere Refrains tragen das Album.
„Saviour“, „Between The Lines“, der Titeltrack und besonders „I Wasn’t Finished Loving You“ ragen heraus. „Fire Starter“ und „You’re Never Alone“ bleiben näher an vertrauten Genremustern. Das laute Mastering nimmt einigen Refrains etwas von ihrer Wirkung, kann den insgesamt guten Eindruck aber nicht ernsthaft beschädigen.
Storm Force erfinden melodischen Hard Rock mit „Truth“ nicht neu. Sie liefern ein geschlossenes zweites Album, das härtere Gitarren, große Melodien und persönliche Momente stimmig zusammenbringt.
„Mit ‚Truth‘ liefern Storm Force ein überzeugendes Hardrock-Album voller kraftvoller Gitarren, eingängiger Refrains und großer Melodien
– klassischer Achtziger-Sound mit Leidenschaft, Gefühl und ordentlich Druck.“
Was bekommen wir auf die Ohren?
Sechs Jahre sind seit dem Debüt „Age Of Fear“ vergangen. Am musikalischen Fundament haben Storm Force wenig verändert. Gitarrist Greg Fraser, bekannt durch Brighton Rock, schreibt weiterhin klassischen Hard Rock mit deutlicher Nähe zu Dokken, Whitesnake und der melodischen Seite des Achtziger-Metal. „Truth“ fühlt sich deshalb schnell vertraut an, besitzt aber genügend gute Songs, um über reine Nostalgie hinauszukommen.
Die Band verbindet kräftige Gitarren mit großen Refrains und einer Produktion,
die deutlich moderner klingt als ihre musikalischen Vorbilder.
Das funktioniert über weite Strecken sehr gut.
Der größte Trumpf ist Patrick Gagliardi, der dem Album
mit seiner Stimme mehrere Gesichter gibt.
Patrick Gagliardi gibt den Songs Kontur
Im Titelstück klingt Gagliardi rau und angriffslustig. Stellenweise erinnert seine kratzige Schärfe an Blackie Lawless. „Saviour“ und „Between The Lines“ verlangen dagegen nach einer klareren AOR-Stimme, während er sich bei „I Wasn’t Finished Loving You“ hörbar zurücknimmt.
Diese Wechsel wirken glaubwürdig. Gagliardi singt nicht jeden Song mit derselben Lautstärke und Dramatik, sondern richtet seinen Vortrag nach dessen Stimmung aus. Dadurch bekommt „Truth“ mehr Abwechslung, als die klassischen Songstrukturen zunächst vermuten lassen.
Greg Fraser hält sich bei seinen Soli angenehm kurz. Seine häufig zweistimmig geführten Gitarrenlinien greifen die Gesangsmelodien auf und führen die Songs weiter. Besonders „Silver Lining“ und „Karma’s A Bitch“ profitieren von dieser konzentrierten Arbeit.
Die Keyboards bleiben meist im Hintergrund. Bei „Between The Lines“ treten sie stärker hervor und geben dem Stück eine warme AOR-Färbung.
Direkter Einstieg mit schwereren Gitarren
Der Titelsong eröffnet das Album mit einem kantigen Riff und gehört zu den härteren Stücken. Inhaltlich geht es um korrupte Autoritäten, falsche Versprechen und Menschen, die lieber folgen, als unbequeme Fragen zu stellen. Der Refrain fasst diesen Gedanken einfach und einprägsam zusammen.
„Silver Lining“ setzt die angriffslustige Richtung fort.
Der Song rechnet mit einem Menschen ab, der Aussagen verdreht und Verantwortung von sich weist. Gagliardi singt entsprechend gereizt, während Frasers zweistimmige Gitarren zu den prägnantesten Details des Albums gehören.
Mit „Saviour“ öffnet sich der Klang.
Der von Fraser allein geschriebene Song richtet sich an einen Außenseiter, der längst abgeschrieben wurde und dennoch seinen Weg weitergeht. Helle Gitarren, zurückhaltende Keyboards und ein starker Refrain ergeben einen der rundesten Titel der Platte.
Große Melodien und ein Blick zwischen die Zeilen
„Between The Lines“ erinnert an die erste Begegnung zweier Menschen und an all jene Gefühle, die nie direkt ausgesprochen werden. Ray Coburn rückt das Keyboard weiter nach vorn, ohne die Gitarren zu verdrängen. Gagliardi singt kontrolliert und konzentriert sich auf die Melodie. Das Arrangement lässt allen Beteiligten genügend Platz und gehört zu den ausgewogensten des Albums.
Konkreter wird „Anti Social Media“.
Hinter dem einfachen Wortspiel steckt ein Text über ungeprüfte Meldungen, Clickbait, Bots, endloses Scrollen und Diskussionen, die vor allem von Empörung leben.
Die Wortwahl bleibt direkt, beschreibt das Thema aber erstaunlich genau.
Der plakative Refrain dürfte live problemlos funktionieren.
„Fire Starter“ bietet anschließend schnörkellosen Hard Rock mit einem griffigen Riff.
Die Geschichte von einer gefährlichen Frau, die den Erzähler verbrennt und trotzdem weiter anzieht, gehört allerdings seit Jahrzehnten zum Genre. Der Song macht Spaß, fügt dem bekannten Motiv aber wenig hinzu.
Persönlichere Töne in der zweiten Hälfte
„On With The Show“ beginnt ruhig und wächst zu einem größeren Refrain.
Der Text handelt von einem Musiker, dessen Werk weiterleben soll, wenn eine neue Generation die Fackel übernimmt. Die Identität dieser Figur bleibt offen. Gerade das macht den Song anschlussfähig, ohne ihn zur bloßen Denkmalpflege werden zu lassen.
„You’re Never Alone“ verspricht einem Menschen Unterstützung, der seinen Schmerz lange verborgen hat. Gagliardi singt warm und glaubwürdig. Der recht vorhersehbare Aufbau verhindert allerdings, dass der Song den emotionalen Eindruck des folgenden Stücks erreicht.
„I Wasn’t Finished Loving You“ ist der klare Höhepunkt von „Truth“.
Die Ballade beschreibt die Trauer um einen geliebten Menschen und den Wunsch nach einem einzigen weiteren gemeinsamen Tag. Die Worte bleiben schlicht und wirken gerade deshalb. Gagliardi verzichtet auf übertriebene stimmliche Gesten. Klavier, zurückhaltende Gitarren und Margaret Marias Cello geben der Geschichte den nötigen Raum.
Zum Abschluss kehrt „Karma’s A Bitch“ zum bissigeren Hard Rock zurück. Die Botschaft über eine rücksichtslose Person, die irgendwann von den eigenen Taten eingeholt wird, ist wenig subtil. Sie passt aber zum schmutzigen Riff und zum angriffslustigen Gesang.
Der Song beendet das Album mit ordentlich Energie.
Das laute Mastering kostet Dynamik
Darius Szczepaniak hat „Truth“ einen kräftigen und klaren Sound gegeben.
Bass und Schlagzeug besitzen Gewicht, die Gitarrenspuren bleiben unterscheidbar und Gagliardis Stimme steht fest im Mittelpunkt. Das Mastering fällt allerdings sehr laut aus.
Bei „Silver Lining“, „Anti Social Media“, „You’re Never Alone“ und „Karma’s A Bitch“ liegen Strophen und Refrains klanglich dicht beieinander. Dadurch fehlt den großen Melodien gelegentlich der letzte Schub. Ausgerechnet die Ballade „I Wasn’t Finished Loving You“ erhält mehr Luft und wirkt deshalb räumlicher und emotional stärker.
Kontakt:
(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Mike Brandvoid Marketing)





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