Crusade Of Bards – „Tales Of Distant Worlds“ Review: Der Blick geht nach innen
- Redaktion
- vor 4 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Crusade Of Bards lassen die Seefahrerromantik hinter sich und führen ihre „Tales“-Trilogie in ein dunkleres, esoterischeres Finale voller Schatten, Rituale und großer Symphonic-Metal-Bilder.

Tracklist:
1. Dea Tacita
2. The Silent Goddess
3. Sorginak
4. The Great Unknown
5. Curator's Lair
6. Her Scarlet Bouquet
7. November's Ode
8. Petroglyph
9. Alba Livida
10. Laniakea
11. An Ocean Between Us Part IV
12. Ten Steps To The Gallows
Veröffentlichungsdatum: 24. Juli 2026
Label: NoCut
oder im NoCut-Shop
Fazit der Redaktion:
„Tales Of Distant Worlds“ ist ein ambitioniertes, atmosphärisch dichtes
Symphonic-Metal-Album, das die „Tales“-Trilogie würdig abschließt.
Crusade Of Bards setzen stärker auf Dunkelheit, Mysterium und innere Bilder als auf klassische Abenteuerromantik. Nicht jeder Moment ist sofort zwingend,
und stellenweise ist die Platte sehr voll arrangiert.
Als theatralisches, detailreiches Finale funktioniert sie aber überzeugend.
"Düster, episch und detailreich: Tales Of Distant Worlds beschließt die „Tales“-Trilogie mit atmosphärischem Symphonic Metal und cineastischer Wucht."
Wer bei der Band vor allem an mythologische Abenteuer, maritime Bilder und große Fantasy-Erzählungen denkt, merkt schnell: Dieses Album schlägt einen anderen Ton an. Die Reise geht nicht mehr nur über Meere und durch fremde Länder, sondern stärker nach innen. Es geht um Erinnerung, Verwandlung, Dunkelheit und jene Teile des Menschen, die sich nicht so leicht erklären lassen.
Schon das kurze Intro „Dea Tacita“ fühlt sich weniger wie ein klassischer Auftakt an, sondern eher wie ein rituelles Öffnen einer Tür.
Danach setzt „The Silent Goddess“ den Rahmen: feierlich, orchestral, getragen von Stimmen, Chören und dieser großen Symphonic-Metal-Geste, die Crusade Of Bards schon immer ausgemacht hat.
Nur wirkt diesmal vieles ernster, schattiger und weniger auf Abenteuerromantik ausgelegt.
Orchestrale Arrangements füllen den Raum, Folk- und Pagan-Spuren blitzen immer wieder durch, und darunter liegt eine solide Metal-Basis. „Sorginak“ greift mit seinem Hexenmotiv besonders schön in diese mystische Richtung. Da ist weniger Lagerfeuer und mehr dunkler Wald, weniger Aufbruch und mehr Beschwörung.
„The Great Unknown“ nimmt das zentrale Gefühl der Platte gut auf: den Schritt ins Ungewisse. Das Album wirkt oft so, als würde es nicht nach einer klaren Antwort suchen, sondern die Unsicherheit selbst ausleuchten. Genau das macht „Tales Of Distant Worlds“ interessant. Es ist kein Album, das einen sofort mit einfachen Refrains abholt, sondern eines, das seine Bilder langsam aufbaut.
In der Mitte gewinnt die Platte spürbar an Atmosphäre. „Curator’s Lair“ klingt schon vom Titel her wie ein Gang durch verborgene Räume, in denen alte Geschichten, vergessene Zeichen und dunkle Erinnerungen lagern. „Her Scarlet Bouquet“ bringt eine morbide, fast romantische Farbe hinein, während „November’s Ode“ etwas kürzer und ruhiger bleibt.
Diese Momente helfen dem Album, weil sie zwischen all der Opulenz
ein wenig Luft schaffen.
Besonders gut passt „Petroglyph“ ins Konzept. Zeichen aus vergangenen Welten, alte Symbole, Spuren von Menschen, die längst verschwunden sind: Das ist ein starkes Bild für ein Album, das immer wieder zwischen äußerer Fantasy und innerer Suche pendelt. Crusade Of Bards erzählen hier nicht einfach nur Geschichten, sie sammeln Fragmente, Andeutungen und Schattenbilder.
Mit „Laniakea“ und „Waterdeep“ öffnet sich der Blick noch einmal. Erst in kosmische Weiten, dann hinab in geheimnisvolle Tiefen. Gerade diese Spannweite macht den Reiz des Albums aus. Manchmal ist das allerdings auch viel auf einmal. Crusade Of Bards arrangieren ihre Songs sehr dicht, und wer Symphonic Metal lieber schlanker und direkter mag, könnte sich an der Fülle reiben. Die Band liebt große Gesten, und sie spart hier nicht daran.
Zum Ende hin wird „Tales Of Distant Worlds“ noch einmal dunkler. „Alba Livida“ und das fast sechsminütige „Ten Steps To The Gallows“ wirken nicht wie ein triumphaler Abschluss, sondern eher wie ein letzter Blick in den Abgrund. Das passt gut zu diesem finalen Kapitel.
Die Trilogie endet nicht mit einer einfachen Heimkehr, sondern mit einem ernsteren, reiferen Blick auf das, was nach all den Geschichten bleibt.
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(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von
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