DieveNoire – The Story Of A Gunslinger – Review: Düsteres Konzeptalbum zwischen Southern Gothic und Heavy Rock
- Redaktion
- vor 9 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Mit ihrem Debüt erzählen DieveNoire die Geschichte eines namenlosen Gunslingers – eine Reise durch Tod, Rebellion, Selbstfindung und Erlösung. Musikalisch verbindet die Band schweren Blues Rock, Southern-Gothic-Atmosphäre und Heavy Rock zu einem ungewöhnlich dichten Gesamtkonzept.

Tracklist:
1. Preacher – 03:36
2. To The Gallows – 03:43
3. Gunslinger In Black – 02:44
4. Streets Of New Orleans – 05:04
5. The Graveyard Song – 04:04
6. Morning Star – 04:00
7. These Boots Are Made For Walkin’ – 03:48
8. Spell Of White Oleander – 04:55
9. Throughout The Night – 03:28
10. IDGAF – 04:24
Veröffentlichungsdatum: 05. September 2025
Label: Self-Release
Genre:Â Bluesy Heavy Rock / Southern Gothic Rock / Dark Blues Rock
Laufzeit:Â ca. 39:50 Min.
Fazit der Redaktion:
Mit „The Story Of A Gunslinger“ gelingt DieveNoire ein bemerkenswertes Debüt, das weit mehr sein will als eine Sammlung einzelner Rocksongs. Die Mischung aus Southern Gothic, Blues, Heavy Rock und erzählerischem Konzept entwickelt einen ganz eigenen Charakter und lädt dazu ein, die Geschichte des Gunslingers immer wieder neu zu entdecken.
Kleine Längen ändern nichts daran, dass die Band bereits auf ihrem ersten Album eine klare musikalische Identität erkennen lässt.
Wer atmosphärische Konzeptalben mit Tiefgang und einem Faible für düstere Geschichten schätzt, sollte diesem Debüt unbedingt eine Chance geben.
"Ein ungewöhnliches Konzeptalbum mit starker Bildsprache und emotionaler Wucht."
Schon nach wenigen Minuten wird einem klar, dass „The Story Of A Gunslinger“ kein gewöhnliches Bluesrock-Album sein möchte. DieveNoire erzählen keine lineare Geschichte, sondern setzen das Puzzle Stück für Stück zusammen.
Die Figur des Gunslingers steht dabei nicht nur für den klassischen Outlaw des Wilden Westens, sondern entwickelt sich zunehmend zur Metapher für innere Kämpfe, Selbstbestimmung und den Mut, den eigenen Weg zu gehen.
Diese erzählerische Herangehensweise hebt das Album angenehm vom Genre-Alltag ab und sorgt dafür, dass man sich auch nach mehreren Durchläufen immer wieder mit den einzelnen Songs beschäftigt.
Zwischen Galgen, Friedhöfen und New Orleans
Mit „Preacher“ beginnt die Reise mitten im Geschehen. Treibender Heavy Rock trifft auf schwarzen Humor und eine gehörige Portion Südstaaten-Flair. „To The Gallows“ führt den Gunslinger scheinbar seinem Ende entgegen, entwickelt sich aber schnell zu einem Song über Widerstand und den Wunsch, sich nicht von anderen bestimmen zu lassen.
Erst „Gunslinger In Black“ erzählt den eigentlichen Ursprung der Hauptfigur und macht deutlich, dass hinter dem Revolverhelden weit mehr steckt als eine klassische Westernfigur.
Zu den atmosphärischen Höhepunkten gehört „Streets Of New Orleans“.
Der Song zeichnet mit Voodoo-Motiven, Nebel, Friedhöfen und dunklen Gassen ein eindrucksvolles Bild der Stadt und fängt den Southern-Gothic-Charakter des Albums perfekt ein. Auch „The Graveyard Song“ verstärkt diese düstere Stimmung und gehört zu den stärksten Momenten der Platte.
Persönlich, ohne den roten Faden zu verlieren
Besonders intensiv wirkt „Morning Star“. Was zunächst wie eine klassische Ballade erscheint, erhält durch den Hintergrund von Lariyah Perrins Nahtoderfahrung eine deutlich tiefere Bedeutung. Gerade diese persönliche Ebene macht den Song zu einem der emotionalsten Stücke des Albums.
Mit der Interpretation von „These Boots Are Made For Walkin'“ beweisen DieveNoire außerdem Mut. Statt den bekannten Klassiker einfach nachzuspielen, verwandeln sie ihn in einen schweren, bluesigen Rocksong, der sich überraschend harmonisch in das Gesamtkonzept einfügt.
Auch „Spell Of White Oleander“ und „Throughout The Night“ treiben die Geschichte weiter voran und verbinden die Western-Thematik mit dunkler Romantik und einer fast mystischen Atmosphäre.
Ein Finale mit persönlicher Botschaft
Der eigentliche Abschluss der Reise ist „IDGAF“. Hier löst sich das Album zunehmend von seiner Western-Erzählung und wird sehr persönlich. Es geht um Enttäuschungen, Selbstbestimmung und den Moment, in dem fremde Erwartungen ihre Bedeutung verlieren.
Dadurch erhält der Gunslinger eine zweite Ebene. Er ist nicht länger nur eine Figur der Geschichte, sondern wird zum Sinnbild dafür, den eigenen Weg zu gehen
– unabhängig davon, was andere erwarten oder verlangen.
Atmosphäre schlägt Perfektion
Musikalisch lebt „The Story Of A Gunslinger“ von seiner dichten Atmosphäre.
Schwere Gitarren treffen auf Blues, Southern-Rock-Einflüsse und
dunkle Gothic-Stimmungen, ohne dabei künstlich konstruiert zu wirken.
Produzent Jakob Herrmann sorgt für einen druckvollen, aber angenehm organischen Sound, der den Songs genügend Raum lässt.
Vor allem Lariyah Perrins Stimme verleiht dem Album seine eigene Identität.
Sie wechselt mühelos zwischen rauer Kraft und verletzlichen Momenten und trägt die Geschichte glaubwürdig durch alle zehn Songs.
Nicht jede Komposition besitzt die gleiche Durchschlagskraft, und manche Passagen hätten etwas straffer ausfallen dürfen. Dennoch fällt das kaum ins Gewicht, weil das Album als zusammenhängendes Konzept hervorragend funktioniert und eine Bildsprache entwickelt, die lange im Kopf bleibt.
Kontakt:
(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Asher Media Relations)

