Mad Max – „Stories Of Destiny“ Review: Zwischen Bandgeschichte, Neubeginn und alten Weggefährten
- Redaktion

- vor 2 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
45 Jahre Mad Max in elf Songs: Das Jubiläumsalbum blickt tief in die eigene Geschichte, holt frühere Ideen in die Gegenwart und setzt mit Sänger Alan Clark zugleich einen frischen Akzent.

Tracklist:
1. Silver – 4:10
2. Weapons Of Love – 3:24
3. Keep You Alive – 4:02
4. Far Behind – 4:37
5. Piece Of Candy / 2026 Version – 3:22
6. ’Til The End Of Time – 4:29
7. Bullet – 4:51
8. Mad Gone Blind – 3:49
9. She Was Mine – 4:42
10. Wings Of Freedom – 4:32
11. Dulces Falsos – 3:23
Veröffentlichungsdatum: 04. September 2026
Label: ROAR! / Reigning Phoenix Music
Genre: Hard Rock / Melodic Metal
Laufzeit: ca. 45:21 Minuten
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Fazit der Redaktion:
„Stories Of Destiny“ ist kein makelloses Spätwerk und auch kein Album, das den klassischen Hard Rock neu vermessen möchte.
Dafür ist es ein sympathisches, schlüssiges und hörbar persönlich gemeintes Jubiläumsalbum.
Mad Max greifen tief in die eigene Geschichte, führen alte Ideen in die Gegenwart und machen frühere Weggefährten erneut zu einem Teil der Bandreise.
Mit Alan Clark erhält das bekannte Klangbild zudem eine neue Stimme, die besonders den melodischen und britisch gefärbten Momenten sehr gut steht.
Nicht jeder Song bleibt dauerhaft im Gedächtnis, und etwas mehr Mut bei Arrangements und Produktion hätte dem Album zusätzliche Eigenständigkeit verliehen.
Die stärksten Stücke zeigen jedoch, warum Mad Max auch nach 45 Jahren nicht nur auf ihre Vergangenheit reduziert werden sollten.
"45 Jahre Mad Max: „Stories Of Destiny“ verbindet frühe Ideen, neue Energie
und eine Stimme mit britischer Färbung."
Was bekommen wir auf die Ohren?
Mad Max feiern 2026 ihr 45-jähriges Bestehen.
Entsprechend klingt „Stories Of Destiny“ nicht nach einem radikalen Neustart, sondern nach dem bewussten Durchblättern einer langen und wechselvollen Bandgeschichte. Manche Ideen stammen aus früheren Schreibphasen, andere Songs wurden neu aufgenommen, überarbeitet oder mit den Möglichkeiten der Gegenwart zusammengeführt.
Ein solches Vorgehen birgt immer die Gefahr, wie eine Sammlung liegen gebliebener Stücke zu wirken. Mad Max gelingt es jedoch weitgehend, die unterschiedlichen Ursprünge des Materials in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zu stellen.
„Stories Of Destiny“ versteht sich weniger als gewöhnliches Studioalbum und stärker als Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und dem Wunsch, die eigene Geschichte noch nicht abzuschließen.
Alan Clark bringt eine neue Klangfarbe
Der wichtigste neue Faktor ist Sänger Alan Clark.
Seine Stimme verleiht dem melodischen Hard Rock der Band eine hörbar britische Färbung. Clark klingt weder übermäßig glatt noch künstlich rau. Stattdessen besitzt sein Gesang genügend Eleganz für die großen Melodien und ausreichend Kante für die härteren Momente des Albums.
Besonders gut funktioniert das bei „Silver“.
Der Opener verbindet klassischen Hard Rock mit einem leicht erhabenen Melodic-Rock-Charakter und wirkt eher von der britischen als von der deutschen Schule beeinflusst. Obwohl der Song ursprünglich aus einem anderen Zusammenhang stammt, fügt er sich überzeugend in das Album ein und eröffnet die Platte selbstbewusst.
Klassischer Hard Rock mit lebendiger Energie
„Weapons Of Love“ kommt anschließend geradliniger auf den Punkt.
Der Titel bewegt sich zwar im vertrauten Vokabular des Genres, doch der Song besitzt genug Schwung und Gitarrendruck, um nicht wie eine müde Wiederholung vergangener Zeiten zu wirken.
„Keep You Alive“ gehört zu den stärkeren Nummern der ersten Albumhälfte.
Refrain und Gitarrenarbeit greifen sauber ineinander, während Alan Clark den Song mit einer Mischung aus Kontrolle und emotionalem Nachdruck trägt. Mad Max klingen hier nicht zwanghaft jung, aber ausgesprochen lebendig. Gerade für eine Band mit einer derart langen Geschichte ist das entscheidender als jeder Versuch, modernen Trends hinterherzulaufen.
Kleine Geschichten über Verlust und Erinnerung
Mit „Far Behind“ wird das Album ruhiger und nachdenklicher.
Der Song lebt von Melancholie, Abstand und dem Gefühl, dass zurückgelassene Erfahrungen nie vollständig verschwinden. Manches liegt hinter einem, bleibt aber dennoch Teil der eigenen Geschichte.
Genau darin findet sich der Titel des Albums wieder. „Stories Of Destiny“ erzählt keine durchgehende Handlung. Stattdessen wirken viele Songs wie einzelne Erinnerungsbilder über Liebe, Abschied, Kampfgeist und die Entscheidungen, die einen Lebensweg prägen.
Das Album gewinnt vor allem dann an Tiefe, wenn es nicht nur auf routinierten Hard-Rock-Druck setzt, sondern die eigene Vergangenheit als emotionales Material begreift.
„Piece Of Candy“ verbindet 1981 mit 2026
Eine besondere Rolle nimmt „Piece Of Candy“ in der neuen 2026er-Version ein.
Das Stück basiert auf dem ersten Gitarrenriff, das Jürgen Breforth 1981 für Mad Max geschrieben haben soll. Dadurch wird der Song zu einer direkten Verbindung zwischen den Anfängen der Band und ihrer heutigen Besetzung.
Dass mit Andreas Baesler auch der ursprüngliche Sänger zurückkehrt, verstärkt diesen historischen Charakter. Rein musikalisch gehört „Piece Of Candy“ nicht zu den spektakulärsten Momenten des Albums. Innerhalb des Jubiläumskonzepts besitzt der Song jedoch eine Bedeutung, die weit über seine eigentliche Komposition hinausgeht.
Hier wird die eigene Geschichte nicht nur erwähnt, sondern hörbar gemacht.
Mehr Härte gegen die melodische Routine
Mit „’Til The End Of Time“ und „Bullet“ zieht das Album wieder spürbar an.
Besonders „Bullet“ bringt eine härtere Kante mit und sorgt dafür, dass „Stories Of Destiny“ nicht vollständig in melodischer Routine versinkt. Die Gitarren greifen entschlossener zu, während die Rhythmusgruppe den Song mit genügend Gewicht nach vorne schiebt.
„Mad Gone Blind“ bleibt der bekannten Formel der Band treu: Gitarren nach vorne, eine große Melodie darüber und möglichst wenig Umwege. Das funktioniert solide, wirkt im direkten Vergleich mit den stärkeren Albumtiteln jedoch etwas weniger zwingend.
Generell liegt hier eine der Grenzen der Platte. Mad Max beherrschen ihren Stil und liefern zuverlässig, wagen aber nur selten einen Schritt aus der vertrauten Komfortzone.
Das Ergebnis ist souverän, gelegentlich jedoch auch vorhersehbar.
Große Gefühle und hymnische Freiheit
„She Was Mine“ und „Wings Of Freedom“ rücken anschließend die emotionale Seite des Albums stärker in den Mittelpunkt. „She Was Mine“ erzählt von klassischem Beziehungsschmerz und verzichtet dabei auf unnötige Verschachtelungen.
„Wings Of Freedom“ öffnet sich deutlich weiter und entwickelt einen beinahe hymnischen Charakter. Der Song passt besonders gut zu einer Band, die ihre Vergangenheit nicht lediglich verwalten, sondern noch einmal mit voller Überzeugung auf die Bühne tragen möchte. Der große Refrain und die freiheitsbetonte Stimmung dürften gerade live ihre Wirkung entfalten.
Ein spanischer Schlusspunkt für Lateinamerika
Mit „Dulces Falsos“ endet „Stories Of Destiny“ auf ungewöhnliche Weise. Der erste spanisch gesungene Song der Band richtet sich auch an die wachsende Fangemeinde von
Mad Max in Lateinamerika.
Dabei wirkt das Stück nicht wie ein nachträglich angehängter Marketinggedanke. Die andere Sprache verändert automatisch Klangfarbe und Rhythmusgefühl und verleiht dem Album zum Abschluss eine kleine Besonderheit. Gerade weil sich der übrige Longplayer sehr sicher innerhalb seiner bekannten Hard-Rock-Grenzen bewegt, ist dieser Schritt willkommen.
Modern produziert, ohne die Wurzeln zu verlieren
Klanglich präsentiert sich „Stories Of Destiny“ sauber, kraftvoll und kontrolliert.
Rolf Munkes und die Band halten die Produktion modern genug, ohne die traditionellen Hard-Rock-Wurzeln mit übermäßiger Politur zu verdecken.
Die Gitarren besitzen Gewicht, das Schlagzeug sitzt fest im Mix und Alan Clarks Stimme steht klar im Mittelpunkt. Gelegentlich hätte etwas mehr Schmutz und Reibung einigen Songs gutgetan. Manches klingt fast ein wenig zu ordentlich und verliert dadurch einen Teil seiner möglichen Wildheit.
Grundsätzlich passt die Produktion jedoch zum Charakter der Platte:
melodisch, klassisch und professionell, aber mit genügend Kraft, um nicht wie eine reine Nostalgieveranstaltung zu wirken.
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(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von All Noir)
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