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Rising Hope von REVLIN PROJECT im Review: Große Refrains auf vertrauten Wegen

Autorenbild: Stephan Sieger
Stephan Sieger
vor 9 Stunden
7 Min. Lesezeit

Das vierte Album des peruanischen Projekts verbindet klassischen AOR mit kräftigem Melodic Hard Rock. Thorsten Bertermanns Stimme gibt den Songs Profil, während die kompakte Produktion manche Feinheit verdeckt.


Albumcover Rising Hope - Revlin Project - Review

Tracklist:

1. Phoenix – 4:55

2. Everlasting Love – 4:44

3. The Answer – 6:20

4. Just Let It Go – 4:40

5. Night To The End – 4:34

6. Mad Drive – 4:36

7. She Knows Tomorrow – 4:12

8. Take My Heart – 4:24

9. Where You Are – 5:44

10. In My Dreams – 4:56

11. Libre feat. Ian Wilde – Remix 2026 – 4:55

12. Secretos del corazón – Remix 2026 – 4:37


Veröffentlichung: 13. November 2026

Label: Pride & Joy Music

Genre: Melodic Rock / AOR / Melodic Hard Rock

Spieldauer: 49:03 Minuten, mit Bonustracks 58:35 Minuten



Das Album bei JPC bestellen:




Fazit der Redaktion:


„Rising Hope“ ist ein gut geschriebenes Melodic-Rock-Album mit großen Refrains, kräftigem Gesang und einer klaren musikalischen Linie. Nilver Pérez versteht sein Handwerk und schreibt Melodien, die schnell vertraut wirken, ohne beliebig zu klingen.


Thorsten Bertermann erweist sich als große Stärke. Seine leicht angeraute Stimme gibt den Songs mehr Bodenhaftung und trägt auch die ruhigeren Passagen überzeugend. „The Answer“, „Mad Drive“, „Where You Are“ und „In My Dreams“ ragen heraus. Auch „Secretos del corazón“ verdient durch seine konkretere Geschichte besondere Aufmerksamkeit.


Einige Texte greifen sehr bekannte AOR-Bilder auf, und die stark verdichtete Produktion nimmt mehreren Arrangements einen Teil ihrer Wirkung. Etwas mehr Luft hätte gerade den großen Refrains gutgetan. Musikalisch bewegt sich das Projekt zudem vorsichtig innerhalb vertrauter Grenzen.


Wer klassischen Melodic Rock mit breiten Keyboards, emotionalem Gesang und sorgfältig gebauten Hooks sucht, bekommt dennoch ein geschlossenes Album. „Rising Hope“ erfindet AOR nicht neu. Es zeigt aber, dass bekannte Wege noch immer ans Ziel führen können, wenn die Melodien stimmen.



„Mit ‚Rising Hope‘ liefern Nilver Pérez und Thorsten Bertermann klassischen Melodic Rock mit starken Refrains und markantem Gesang – wenig überraschend, aber melodisch überzeugend.“



Was bekommen wir auf die Ohren?


Rising Hope von REVLIN PROJECT trägt seine zentrale Botschaft bereits im Titel.

Die Songs handeln von Menschen, die nach Trennungen wieder aufstehen, eingefahrene Wege verlassen oder in schwierigen Zeiten nach Halt suchen.


Nilver Pérez verpackt diese Geschichten in klassischen AOR mit breiten Keyboards, melodischen Gitarren und Refrains, die selten lange um Aufmerksamkeit

bitten müssen.


Das peruanische Projekt bleibt auch auf seinem vierten Album international besetzt. Der deutsche Sänger Thorsten Bertermann übernimmt den Leadgesang, der schwedische Schlagzeuger Christian Sundell sorgt für das rhythmische Fundament. Pérez spielt die Keyboards, schreibt die Songs und verantwortet die Produktion. Weitere Gitarren- und Bassparts stammen von verschiedenen Gastmusikern.


Rising Hope von REVLIN PROJECT lebt von seiner Stimme


Thorsten Bertermann passt sehr gut zu den Kompositionen von Nilver Pérez.

Seine Stimme ist kräftig, leicht angeraut und besitzt genügend Druck für die härteren Passagen. Gleichzeitig kann er sich in den ruhigeren Stücken zurücknehmen,

ohne an Präsenz zu verlieren.


Besonders „The Answer“, „Mad Drive“ und „In My Dreams“ profitieren davon. Bertermann trägt die langen Refrains mit Kraft, verzichtet aber auf übertriebene Spitzentöne. Er klingt am besten, wenn die Arrangements seiner natürlichen Stimme etwas Raum lassen. Bei stark geschichteten Chören tritt seine eigene Klangfarbe gelegentlich in den Hintergrund.


Musikalisch bleibt „Rising Hope“ fest im AOR der späten Achtziger und frühen Neunziger verwurzelt. Die Keyboards schimmern breit, Gitarrensoli führen die Gesangsmelodien weiter, und nahezu jeder Song steuert auf einen klar ausgearbeiteten Refrain zu. Die Gitarren besitzen mehr Gewicht als im klassischen Westcoast-AOR, Pérez’ Synthesizer geben dem Album jedoch seinen eigentlichen Wiedererkennungswert.


Große stilistische Überraschungen gibt es kaum. Die Abwechslung entsteht vor allem durch unterschiedliche Tempi, die Verteilung zwischen Gitarren und Keyboards sowie einige ruhigere Arrangements in der zweiten Hälfte. Das klingt vertraut, aber keineswegs lieblos. Pérez kennt die Regeln dieses Genres und weiß, wie er seine Melodien darin platzieren muss.


Wiederaufstehen mit bekannten Bildern


„Phoenix“ eröffnet das Album mit einem der vertrautesten Bilder überhaupt:

Aus emotionaler Erstarrung entsteht neuer Lebensmut, die Hauptfigur erhebt sich aus der Asche. Inhaltlich wagt der Song wenig, musikalisch funktioniert er dennoch

als Auftakt.


Bertermann führt kraftvoll in den Refrain, während Keyboards und Gitarren das Gefühl des Aufsteigens aufnehmen. Der bassreiche Klang gibt der Nummer Gewicht. Gleichzeitig zeigt sich bereits eine Schwäche der Produktion: Strophen und Refrain liegen dynamisch sehr nah beieinander, wodurch die Steigerung kleiner ausfällt, als sie kompositorisch angelegt ist.


„Everlasting Love“ nimmt den Druck etwas zurück. Dauerhafte Liebe erscheint hier weniger als romantisches Versprechen denn als etwas, das gepflegt werden muss. Helle Keyboards und melodische Gitarren sorgen für einen klassischen AOR-Ton.

Der Refrain ist eingängig, bewegt sich aber sehr nah an bekannten Genreformeln.


Deutlich stärker fällt „The Answer“ aus.

Mit mehr als sechs Minuten ist es der längste Song des Albums und nutzt diese Zeit sinnvoll. Schweigen, Trennung und die Frage nach der Ehrlichkeit einer vergangenen Beziehung stehen im Mittelpunkt. Bertermann beginnt kontrolliert und steigert sich langsam, bis der Refrain seine volle emotionale Wirkung erreicht.


Längere Gitarrenmelodien und Keyboardflächen geben dem Stück Raum.

Auch die etwas zurückgenommene Lautstärke hilft. „The Answer“ kann atmen und zeigt früh, wie gut REVLIN PROJECT klingen, wenn nicht jede Sekunde vollständig ausgefüllt wird.


Abschied, Nacht und Aufbruch


„Just Let It Go“ erzählt von zwei Menschen, die an einer Beziehung festhalten, obwohl beide längst wissen, dass sie vorbei ist. Der Refrain bringt diese Einsicht knapp auf den Punkt. Bertermann klingt entschlossen, die Gitarre arbeitet überwiegend rhythmisch. Der dichte, basslastige Mix passt zur inneren Unruhe, wirkt über die gesamte Spielzeit aber etwas gedrängt.


„Night To The End“ verlegt die Handlung in eine kurze nächtliche Begegnung. Neonlicht, geliehene Zeit und das sichere Wissen, dass der Morgen keine gemeinsame Zukunft bringen wird, geben dem Stück eine melancholische Färbung. Die Gitarren treten härter hervor, während der Refrain klar im AOR bleibt. Der Song sorgt für Abwechslung, besitzt jedoch nicht die melodische Stärke der besten Titel.


Mit „Mad Drive“ findet das Album wieder deutlich in die Spur. Eine Frau lässt ihre schmerzhafte Vergangenheit zurück und fährt mit einem Koffer voller Träume einem neuen Leben entgegen. Das Motiv der Straße ist im Hard Rock wahrlich nicht neu, bekommt durch die konkrete Fluchtgeschichte aber genügend Inhalt.



Bertermann erzählt diese Bewegung mit hörbarer Dringlichkeit. Die Gitarren von

Pablo Vitantonio und Sam Delgados Bass geben dem Song den notwendigen Schub. Treibender Rhythmus und breite Gesangslinien greifen gut ineinander, der Refrain vermittelt echte Aufbruchsstimmung. „Mad Drive“ gehört zu den Titeln, bei denen Botschaft und Musik am überzeugendsten zusammenfinden.


„She Knows Tomorrow“ bleibt bei einer selbstbewussten weiblichen Hauptfigur.

Sie kennt ihren Weg und weiß, auf welche Menschen sie sich verlassen kann. Bertermann singt heller, die wiederholte Titelzeile entwickelt sich zu einem leicht zugänglichen Refrain. Nach dem druckvollen „Mad Drive“ bringt der offenere Mix eine freundlichere Farbe in das Album.



Wenn der große Refrain zu viel tragen muss


„Take My Heart“ handelt von Hingabe, Unsicherheit und der Entscheidung, trotz aller Ängste Nähe zuzulassen. Die Gitarren und das Schlagzeug drücken kräftig, der Refrain wird jedoch sehr häufig wiederholt. Dadurch setzt er sich schnell fest, verliert mit jeder weiteren Wiederkehr aber etwas von seiner Wirkung.


Auch klanglich gehört der Song zu den anstrengenderen Momenten. Das Mastering stößt hörbar an seine Grenzen, wodurch Stimme, Gitarren und Schlagzeug eng zusammenrücken. Gerade ein Titel, der emotional größer werden möchte, hätte von stärkeren Lautstärkeunterschieden profitiert.


„Where You Are“ zeigt anschließend, wie gut ein geduldigerer Aufbau funktioniert. Unausgesprochene Sätze und eine immer größer werdende Entfernung prägen den Text. Bertermann hält die Strophen bewusst ruhig und

öffnet seine Stimme erst im Refrain.


Lange Gitarrentöne und Keyboardflächen geben dem Song genügend Zeit.

Die stärkere Dynamik lässt das Arrangement atmen. „Where You Are“ wird dadurch zu einem wichtigen Ruhepunkt und wirkt emotional glaubwürdiger als einige der direkteren Liebeslieder.


Ein nachdenklicher Abschluss


„In My Dreams“ beschließt das reguläre Album überraschend ruhig.

Eine hektische, vom Geld bestimmte Außenwelt steht der Nähe zu einem geliebten Menschen gegenüber. Der Gedanke ist einfach, bekommt durch Bertermanns persönliche Gesangsleistung aber Gewicht.


Das Arrangement beginnt offen und wächst langsam bis zum großen Schlussrefrain. Hier besitzt die Produktion die beste Dynamik des Albums. Instrumente und Stimme erhalten Raum, die Steigerung ist tatsächlich hörbar. „In My Dreams“ zeigt, dass REVLIN PROJECT ihre Wirkung nicht allein aus maximaler Lautstärke ziehen müssen.


Die beiden spanischsprachigen Bonustracks ergänzen das Grundthema sinnvoll. „Libre“ mit Ian Wilde beschreibt Liebe als Anstoß, wieder zu träumen und innere Grenzen zu überwinden. Der hymnische Refrain passt gut zum hoffnungsvollen Charakter des Albums.


„Secretos del corazón“ erzählt konkreter.

Eine Frau verlässt eine verletzende Beziehung, verabschiedet sich nicht und beginnt in einer anderen Stadt neu. Diese kleine Geschichte besitzt mehr Konturen als manche der englischen Texte. Gitarren und Keyboards begleiten den klar aufgebauten Refrain, ohne die Handlung zu überladen. Der Song ist mehr als ein angehängter Bonus und rundet die Platte inhaltlich stimmig ab.


Zwischen Wärme und zu viel Verdichtung


Die Produktion klingt warm, bassbetont und zeitgemäß. Pérez verbindet den Glanz klassischer AOR-Keyboards mit einem kräftigeren Rockfundament. Besonders die Gitarren besitzen genügend Gewicht, um das Album vor allzu weicher Hochglanzästhetik zu bewahren.


Das Mastering bleibt über weite Strecken allerdings sehr kompakt. Ruhige und laute Abschnitte unterscheiden sich bei mehreren Titeln nur geringfügig. „Phoenix“,

„Just Let It Go“ und besonders „Take My Heart“ verlieren dadurch

einen Teil ihrer möglichen Dynamik.


„The Answer“, „Where You Are“ und „In My Dreams“ zeigen die andere Seite. Sobald die Arrangements mehr Luft bekommen, wirken Bertermanns Stimme und Pérez’ Melodien deutlich stärker. Die Refrains müssen nicht gegen den gesamten Mix ankämpfen und können sich natürlicher entwickeln.


Textlich hält der Albumtitel die Songs zusammen. Hoffnung, Durchhaltevermögen und der Mut zum Neuanfang kehren immer wieder. Bilder von Feuer, Licht, Nacht, Freiheit und Straßen gehören allerdings seit Jahrzehnten zum festen Vokabular des Genres. Wo die Texte konkreter werden, gewinnt das Album sofort an Persönlichkeit.



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(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von GerMusica PR)



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