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Tarja Turunen sorgte im Parkhotel Dresden für Gänsehaut

vor 2 Minuten
6 Min. Lesezeit

Gemeinsam mit Symphonity und Chaoseum verwandelte Tarja Turunen den historischen Ballsaal des Parkhotels in Dresden in eine eindrucksvolle Klangwelt zwischen Symphonic Metal, brachialer Härte und großen Emotionen.


Tourplakat Frisson Tour 2026 - Tarja Turunen - Review

Eine Premiere im Parkhotel Dresden


Für uns war es der erste Besuch im Parkhotel Dresden.


Beim Betreten des historischen Ballsaals wurde uns klar, dass dieser Abend in einer besonderen Umgebung stattfinden würde.

Der historische Ballsaal strahlt Geschichte und Charme aus.

Die großen, von detaillierten Ornamenten gerahmten Fenster und der riesigen, funkelnde Kronleuchter liefern einen imposanten Anblick. Die Bühne war von schweren roten Vorhang gerahmt. Das wirkte beinahe wie in einem alten Theater und passte erstaunlich gut zu den epischen Klängen, die später durch den Raum ziehen sollten.


Man fühlte sich hier auf Anhieb wohl.

Gleichzeitig war die Vorfreude auf das, was musikalisch noch kommen sollte,

überall im Saal zu spüren.


Symphonity mit neuer Stimme

Pünktlich um 19 Uhr eröffneten Symphonity den Abend.


Symphonity 1

Die Symphonic-Power-Metal-Band aus Brünn stand dabei mit einer neuen Sängerin auf der Bühne: Die Sopranistin Lucie Červenková Mlynářová gehört seit Herbst 2026 fest zur Besetzung.


Schon bei „Part 5: Mongols“ und „Part 3: The Plague“ aus dem Marco-Polo-Zyklus zeigte sich, wie gut sich ihre Stimme in den Sound der Band einfügte.


Symphonity 2

Der klassische Gesang und die melodischen Gitarren ergänzten sich hervorragend, ohne dass eine Seite die andere überlagerte.


Mit „Dreaming of Home“ wurde es anschließend ruhiger. Im dunklen Saal gingen die Lichter zahlreicher Mobiltelefone an. Für einen Moment rückte die Härte in den Hintergrund und machte Platz für eine beinahe nachdenkliche Stimmung.


Symphonity 3

Bei „Evening Star“ entstanden sofort Bilder im Kopf.

Die weit ausladenden Melodien erinnerten uns an

Die unendliche Geschichte“ und den Glücksdrachen Fuchur.


Ein wenig märchenhaft, ein wenig verträumt und genau passend für diesen Ballsaal.


Symphonity 4

Zum Abschluss überraschten Symphonity mit dem neuesten Werk,

„Anyplace, Anywhere, Anytime“,

der "fast" englischsprachigen Version von Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“.


Das Publikum erkannte den Song natürlich sofort und stimmte lautstark mit ein.


Symphonity 5

Damit hatten Symphonity alles richtig gemacht.

Ihr Auftritt war melodisch, kurzweilig und bot bereits einige schöne Momente.


Vor allem aber hatten sie den Saal erfolgreich auf den weiteren Abend eingestimmt.



Chaoseum machen keine Umwege

Um 19:45 Uhr änderte sich die musikalische Richtung deutlich.

Chaoseum aus Lausanne setzten auf tief gestimmte Gitarren, harte Rhythmen

und eine düstere Optik.

Die Mischung aus Nu Metal und Metalcore erinnerte dabei stellenweise ein wenig Korn.


Schon mit dem ersten Akkord von „Life 4 Sale“ war die Zurückhaltung vorbei.

Gitarren und Schlagzeug drückten ordentlich nach vorne und brachten Bewegung in den Saal. Direkt danach folgte „Freakin’ Head“, dessen aggressiver Groove

beim Publikum gut ankam.


Einer der stärksten Songs ihres Sets war „Smile Again“.

Düsterer Gesang, brachiale Shouts und ein eingängiger Refrain trafen hier genau aufeinander. Auch bei „Stay Away“ blieb die Band konsequent und sorgte bis in die hinteren Reihen für kräftiges Kopfnicken.


Mit „Price of Reality“ legten Chaoseum zum Ende noch einmal nach.

Nach rund 30 Minuten setzte „For You“ den Schlusspunkt unter einen kurzen,

aber intensiven Auftritt.


Chaoseum brauchten keine langen Ansagen und keine große Inszenierung.

Die Band kam auf die Bühne, spielte ihr Set mit voller Kraft und verschwand wieder.



Ein schlichter Rahmen für Tarja

Nach der Umbaupause blieb die Bühne überraschend schlicht.


Im Hintergrund war lediglich der feine Tarja-Schriftzug zu sehen.

Drei helle Lichtspots strahlten wie Diamanten in Richtung Publikum.


Tarja 1

Um 20:45 Uhr betraten Tarja Turunen und ihre Band die Bühne.

Viel Anlaufzeit brauchten sie nicht.

Vom ersten Moment an war eine Energie im Raum, die das Publikum sofort mitnahm.


Tarja 2

Den Anfang machte „Frisson Noir“, der Titelsong des im Juni 2026 veröffentlichten Albums. Tarjas Stimme füllte den historischen Ballsaal mühelos aus. Gleichzeitig sorgte ihre Band dafür, dass der Song live noch einmal deutlich schwerer wirkte.


Tarja 3

Mit „Lost Northern Star“, „Neverlight“ und „Love to Hate“ folgten bekannte Stücke aus ihrer Solokarriere. Tarja wechselte dabei ganz selbstverständlich zwischen klassisch geprägtem Gesang, ruhigeren Passagen und kraftvollen Metal-Momenten.


„At Sea“ und ein eleganter Kleiderwechsel

Mit „At Sea“ stand anschließend die erste Single des neuen Albums auf dem Programm. Der lange Song nahm sich die nötige Zeit und lebte von seinen

unterschiedlichen Stimmungen.


Tarja 4

Den ausgedehnten Instrumentalteil nutzte Tarja für einen Outfitwechsel.

Wenig später kehrte sie in einem lilafarbenen Kleid mit schwarzer Ledercorsage zurück.

Das passte optisch genau zu ihrer Musik: elegant, aber mit einer deutlich härteren Seite.


Tarja 5

Mit „Little Lies“ und „Tears in Rain“ hielt die Band das Tempo hoch.

Trotz des druckvollen Sounds blieb Tarjas Stimme jederzeit klar zu hören.

Sie stand im Mittelpunkt, ohne dass ihre Musiker dabei zu bloßen Begleitern wurden.


Was „Frisson“ für Tarja bedeutet

Danach wandte sich Tarja mit einigen persönlichen Worten an ihr Publikum.

Passend zur Tour erklärte sie, was hinter dem Begriff „Frisson“ steckt.

Gemeint ist dieser eine Moment, in dem Musik plötzlich eine Gänsehaut auslöst

und den ganzen Körper erreicht.


Tarja 6

Ihre Dankesworte wirkten herzlich und nicht einstudiert. Sie nahm sich Zeit, sprach direkt zum Publikum und machte deutlich, wie wichtig ihr diese Verbindung

auch nach all den Jahren noch ist.


Tarja 7

„I Walk Alone“ bekam dadurch eine zusätzliche Bedeutung.

Der Song wirkte an diesem Abend wie ein Rückblick auf den Weg, den Tarja seit Beginn ihrer Solokarriere zurückgelegt hatte. Gleichzeitig zeigte die Reaktion im Saal,

dass sie diesen Weg längst nicht mehr allein ging.


Ruhige Minuten im Ballsaal

Mit dem folgenden Akustikblock wurde das Konzert deutlich leiser.

„Boy and the Ghost“, „The Living End“ und „Underneath“ erklangen in zurückgenommenen Versionen.


Tarja 8

Das Publikum hörte aufmerksam zu. Gespräche waren kaum zu hören, und für einige Minuten lag eine beinahe andächtige Ruhe über dem Ballsaal. Ohne die harte Wand aus Gitarren rückten Tarjas Stimme und die Gefühle hinter den Songs

noch stärker in den Vordergrund.


Tarja 9

Nach dem letzten Ton löste sich die Stille in langem Applaus. Es war einer dieser Momente, bei denen niemand zu früh klatschen wollte, weil alle erst einmal abwarteten, ob wirklich kein weiterer Ton mehr folgte.


Tarja 10

Mit „Ciarán’s Well“ und „I Don’t Care“ wurde es danach wieder deutlich härter.

Die Band zog das Tempo an, die Gitarren kehrten mit voller Kraft zurück und der reguläre Teil des Konzerts ging seinem Ende entgegen.


Tarja 11

Unter großem Applaus verabschiedeten sich Tarja und ihre Musiker zunächst von der Bühne. Dass sie noch einmal zurückkommen würden, stand für das Dresdner Publikum allerdings außer Frage.


Gemeinsam bis zum letzten Song

Für die Zugabe kehrte Tarja in einem Kleid zurück,

das je nach Lichteinfall schwarz oder silbern glänzte.


Tarja 13

Mit „Dead Promises“, „The Trace Outlives“ und „Until My Last Breath“ mobilisierte die Band noch einmal ihre letzten Kräfte. Spätestens jetzt hielt es kaum noch jemanden still.


Als sich die Musiker in einer Reihe aufstellten und gemeinsam über die Bühne hüpften, machte das Publikum sofort mit.

Für einige Minuten bewegten sich Bühne und Saal im gleichen Takt.


Tarja 14

Den Abschluss bildete „Against the Odds“, der letzte Song des Albums „Frisson Noir“.

Das Stück beendete den Abend mit einer hoffnungsvollen Botschaft und passte damit auch zu Tarjas letzten Worten.


  • Tarja 15
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  • Tarja 17

Träume seien wichtig, betonte sie zum Abschied.

Dem Dresdner Publikum gab sie schließlich „lots of love, happiness and health“ mit

auf den Heimweg.


Tarja 18

Fazit:


Das Parkhotel Dresden war für dieses Konzert eine ausgezeichnete Wahl.

Der historische Ballsaal bot eine Umgebung, die sich deutlich von den üblichen Konzerthallen unterschied. Kronleuchter, Ornamente und rote Vorhänge trafen auf harte Gitarren, eine druckvolle Lichtshow und eine der bekanntesten Stimmen

des Symphonic Metal.


Tarja 19

Tarja Turunen zeigte an diesem Abend viele Seiten. Mal stand sie kraftvoll und beinahe unnahbar im Licht, wenige Minuten später sprach sie offen und herzlich mit dem Publikum. Gerade diese Wechsel machten den Auftritt so spannend.

Die großen Metal-Songs funktionierten ebenso gut wie der ruhige Akustikblock.


Auch ihre Band überzeugte. Die Musiker spielten präzise, wirkten dabei aber nie steif.

Es wurde gelacht, gemeinsam gesprungen und sichtbar mit Freude gespielt.

Tarja bekam jederzeit den Raum, den ihre Stimme brauchte,

doch gleichzeitig blieb die Band als Einheit präsent.


Mit Symphonity und Chaoseum standen zudem zwei Supportbands auf der Bühne, die unterschiedlicher kaum hätten sein können. Symphonity eröffneten den Abend melodisch und verspielt, während Chaoseum anschließend ohne Umwege die härtere Richtung vorgaben.


Tarja 20

So entstand ein abwechslungsreicher Aufbau,

bevor Tarja schließlich beide Seiten miteinander verband.


Der Begriff „Frisson“ passte am Ende tatsächlich zu diesem Abend.

Es gab mehrere dieser kurzen Momente, in denen die Musik eine Gänsehaut auslöste:

beim Blick in den erleuchteten Ballsaal, während des stillen Akustikblocks oder als sich Band und Publikum bei der Zugabe gemeinsam bewegten.


Tarja 21

Zurück blieb die Erinnerung an einen besonderen Konzertabend in einer

ebenso besonderen Location.


Tarja Turunen brauchte dafür keine überladene Bühnenshow.


Ihre Stimme, ihre Band und die spürbare Nähe zum Publikum reichen vollkommen aus.


Tarja 22

©Text: Saskia Giedow-Luboch

©Fotos: Stephan Sieger


Die NoRush-Redaktion bedankt sich herzlich bei Schubert Music für die Akkreditierung,

die reibungslose Organisation und die freundliche Betreuung vor Ort.


Solche partnerschaftlichen Zusammenarbeiten tragen maßgeblich dazu bei,

Konzerterlebnisse journalistisch begleiten und mit unseren Leserinnen und Lesern teilen zu können.

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