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Tony Iommi – „From The Dark“: Der Meister des schweren Riffs blickt nach vorn

Autorenbild: Stephan Sieger
Stephan Sieger
vor 48 Minuten
5 Min. Lesezeit

Tony Iommi knüpft mit Jørn Lande an die düsteren Black-Sabbath-Jahre mit Ronnie James Dio und Tony Martin an. Mächtige Riffs treffen auf Texte über Verlust, Endlichkeit und die Spuren, die ein Musiker hinterlässt.


Albumcover From The Dark - Tony Iommi - Review

Tracklist:

1. Over The Violent Sun – 5:29

2. Black Times – 5:53

3. World Alone – 3:50

4. Beyond The Dead – 5:33

5. Stormwatcher – 5:12

6. Death Wake – 4:58

7. Return Of The Arbalist – 4:07

8. Legacy – 7:04






VÖ: 23.10.2026

Label: BMG Records

Genre: Heavy Metal / Doom Metal / Hard Rock

Spielzeit: 42:05 Minuten


Das Album „From The Dark“ jetzt bei JPC bestellen:



Fazit der Redaktion:

Das Album klingt nicht nach einer routinierten Ehrenrunde.


Die feste Band gibt den acht Songs Zusammenhalt, Jørn Lande erweist sich als passende Stimme und Iommis Gitarrenspiel besitzt weiterhin jenes unverwechselbare Gewicht,

das keine übertriebene Virtuosität benötigt.


„Death Wake“, „Beyond The Dead“ und „Legacy“ sind die Höhepunkte.

„Black Times“ und „Stormwatcher“ folgen knapp dahinter.

„World Alone“ und „Return Of The Arbalist“ bleiben stärker in vertrauten Heavy-Metal-Bahnen. Etwas mehr Abwechslung beim Tempo hätte dem Album gutgetan.


Insgesamt ist „From The Dark“ jedoch ein starkes, geschlossenes Spätwerk,

das Iommis Geschichte nicht verleugnet und dennoch wie die Arbeit

einer lebendigen Band klingt.



„Mit ‚From The Dark‘ liefert Tony Iommi ein kraftvolles Spätwerk voller unverwechselbarer Riffs,

düsterer Atmosphäre und der markanten Stimme von Jørn Lande

– ein starkes Heavy-Metal-Album, das seine legendären Wurzeln eindrucksvoll bewahrt.“



Was bekommen wir auf die Ohren?


Nach dem Abschiedskonzert von Black Sabbath und dem Tod Ozzy Osbournes lässt sich „From The Dark“ leicht als musikalischer Epilog verstehen. Die häufigen Gedanken an Tod, Erinnerung und das eigene Vermächtnis verstärken diesen Eindruck.


Die Arbeit am Album begann allerdings lange vorher.


Tony Iommi blickt nicht bloß zurück,

sondern veröffentlicht seine erste vollständige Soloplatte seit „Fused“ aus dem Jahr 2005.


Anders als auf dem 2000 veröffentlichten „Iommi“ versammelt der Gitarrist diesmal keine wechselnden Gastsänger. Jørn Lande übernimmt den Gesang auf allen acht Stücken und war am Songwriting beteiligt. Mit Bassistin Becky Baldwin und Schlagzeuger Karl Brazil steht eine feste Band hinter Iommi. Mike Exeter produzierte das Album gemeinsam mit ihm.


Diese Entscheidung tut den Songs gut. „From The Dark“ klingt geschlossen und weniger nach einer Platte, auf der sich alles einem berühmten Gitarristen unterordnen muss.


Iommi bleibt trotzdem sofort erkennbar.

Tief gestimmte Akkorde, kurze chromatische Bewegungen und gezielt gesetzte Pausen reichen ihm aus, um ein Riff bedrohlich wirken zu lassen.

Seine Soli bleiben vergleichsweise kurz und dienen den Songs.


Jørn Lande passt in Iommis Dunkelheit

Jørn Landes kraftvoller, rauer Gesang fügt sich überzeugend in diese Umgebung ein.

Die Nähe zu Ronnie James Dio ist nicht zu überhören, doch Lande versucht nicht, jede Eigenheit seines großen Vorbilds nachzuahmen. Seine Stimme besitzt genügend Gewicht, um sich gegen Iommis tief gestimmte Gitarren zu behaupten.


Gelegentlich wird es etwas pathetisch, besonders wenn Gesang und Texte gleichzeitig mit Feuer, Schicksal, Finsternis und Dämonen arbeiten. Über die gesamte Spielzeit trägt Lande die melodische Seite des Albums jedoch sicher. Ohne seine Refrains könnten einige der schweren Midtempo-Stücke deutlich sperriger wirken.


Zwischen Weltuntergang und persönlichem Verlust

„Over The Violent Sun“ eröffnet mit einem schleppenden, trotzdem beweglichen Riff.

Lande singt über Schmerz, Verfall und die Suche nach einem Ausweg.

Der breit angelegte Refrain bringt die epische Seite des Albums früh ins Spiel,

ohne die Schwere des Songs aufzulösen.


Noch tiefer zieht „Black Times“ hinab.

Vergiftete Meere, Hitze, Sauerstoffmasken und eine privilegierte Klasse, die von der Flucht ins All träumt, ergeben ein düsteres Bild gesellschaftlicher und ökologischer Zerstörung.

Der Text trägt stellenweise dick auf. Das massive Riff und die dunkle Grundstimmung machen den Song dennoch zu einem der konsequentesten Doom-Momente der Platte.


„World Alone“ ist kürzer und direkter.

Das kantige Eingangsriff erinnert an klassischen Heavy Metal, während der Text einen Einzelnen gegen eine technisierte und kontrollierende Welt stellt. Als Single funktioniert die Nummer gut. Im Albumzusammenhang bleibt sie allerdings hinter den vielschichtigeren Stücken zurück.



Die stärksten Stücke stehen in der zweiten Hälfte

Mit „Beyond The Dead“ wird das Klangbild weiter.

Orchestrale Flächen geben dem Song Größe, ohne Iommis Gitarre zu verdecken.

Die Frage, was nach dem eigenen Tod in Erinnerungen oder Musik bestehen bleibt,

fügt sich schlüssig in das Album ein.

Lande beginnt kontrolliert und steigert sich erst später zu voller Kraft.


„Stormwatcher“ arbeitet mit Schiffen, Kompass, Kanonen und unbekannten Gewässern. Dahinter steckt ein Lied über Krisen, Trauer und den Versuch, den eigenen Kurs nicht zu verlieren. Das rollende Hauptriff setzt diese Bewegung wirkungsvoll um.

Der mehrfach wiederholte Titel bleibt schnell hängen und macht den Song zu einem der zugänglichsten Stücke.



Der Höhepunkt folgt mit „Death Wake“.

Ein eigentümlich verdrehtes Riff eröffnet eine gotische Geschichte über Fluch, Einsamkeit und den Verlust menschlicher Nähe. Brian Mays Gastsolo ist an seinem singenden Ton sofort zu erkennen. Es wirkt trotzdem nicht wie ein aufgesetzter Prominentenauftritt, sondern wächst aus dem Song heraus. May ist der einzige Gastmusiker des Albums.


„Return Of The Arbalist“ hält das Tempo anschließend etwas höher, bleibt mit seinen Bildern von Rüstung, Schwert, Dämonen und Erlösung aber näher an bekannten Metal-Motiven. Der Song ist ordentlich, erreicht weder die Beklemmung von „Death Wake“ noch die Größe des abschließenden „Legacy“.


„Legacy“ stellt die richtige Schlussfrage

Mit sieben Minuten ist „Legacy“ der längste Titel des Albums.

Feuer, Stahl, überwundene Dämonen und Stimmen aus der Vergangenheit führen zu der Frage, welche Spuren ein Künstler hinterlässt. Vieles lässt sich auf Iommis Leben beziehen, ohne dass der Text zu einer ausformulierten Autobiografie wird.


Das Arrangement entwickelt sich über mehrere Abschnitte und gibt der Band mehr Raum als die kompakteren Stücke zuvor. Lande singt weiterhin kraftvoll, klingt dabei aber nachdenklicher. Der Song beschließt das Album nicht mit einem großen Abschied, sondern mit einem Musiker, der das eigene Vermächtnis kennt und trotzdem weiterarbeiten möchte.


Viel Gewicht, wenig Tempowechsel

Die Produktion ist bassreich, modern und druckvoll. Becky Baldwins Bass verdoppelt nicht einfach die Gitarren, sondern gibt den Songs einen schweren Unterbau. Karl Brazil spielt kontrolliert und lässt den Riffs den nötigen Platz. Vor allem „Death Wake“ profitiert von den größeren Lautstärkeunterschieden zwischen ruhigen Passagen, Hauptriff und Solo.


Fast alle Stücke bewegen sich im schweren mittleren Tempo. Dadurch kann die zweite Albumhälfte beim ersten Hören etwas gleichförmig erscheinen. Die Unterschiede liegen weniger im Grundtempo als in den Arrangements, der Gesangsführung und den jeweiligen Stimmungen. Wer genauer hinhört, entdeckt zwischen Doom, orchestraler Weite und klassischem Heavy Metal genügend Abstufungen.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Head of PR)


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