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VALKYRIE’S FIRE – „Out Of Darkness“ Review: Viel Himmel, viel Schmerz, viel Bombast

vor 6 Minuten
5 Min. Lesezeit

Das Debüt der Band aus Nashville denkt Symphonic Power Metal groß, manchmal zu groß. Seine besten Momente findet „Out Of Darkness“ dort, wo hinter Mythologie und Bombast echter Schmerz und Aufbruch stehen.



Tracklist:

1. In Spirit, In Shadow – 0:50

2. Evermore – 4:40

3. Valkyrie’s Fire – 4:41

4. Cascade – 5:21

5. Burning Sky feat. Mikael Sehlin – 3:59

6. Shattered – 5:43

7. I See The Angels Fly – 6:49

8. Skylark – 4:42

9. Labyrinth – 4:33

10. Bone And Thorn – 7:31

11. Dark Moon – 6:37

12. Nocturne – 5:46

13. I Will Rise Again – 9:56



Veröffentlichungsdatum: 18. September 2026

Label: Eclipse Records

Genre: Symphonic Power Metal / Melodic Metal

Laufzeit: ca. 71:06 Min.


Das Album hier presaven/streamen: https://ffm.to/vlkout



Fazit der Redaktion:

„Out Of Darkness“ ist ein ambitioniertes Debüt, das lieber einmal zu viel will als einmal zu wenig. Valkyrie’s Fire verbinden Symphonic Power Metal mit Mythologie, Fantasy, Gothic-Horror und sehr persönlichen Themen. Das führt zu einigen Längen und Momenten, in denen der Bombast stärker auffällt als der eigentliche Song.


Dafür stehen mit „Evermore“, „Cascade“, „Burning Sky“, „Shattered“, „Dark Moon“ und „I Will Rise Again“ mehrere starke Nummern auf der Platte. Besonders dort, wo Verlust, Zweifel und Neuanfang nicht nur hinter großen Bildern versteckt werden, zeigt die Band bereits erstaunlich viel Substanz.


Für das nächste Album darf es gern etwas weniger Laufzeit und etwas mehr eigene Handschrift sein. Für ein Debüt ist „Out Of Darkness“ trotzdem eine bemerkenswert selbstbewusste Ansage.



"Valkyrie’s Fire fahren auf ihrem Debüt alles auf: Mythologie, Trauer und jede Menge Bombast

– am stärksten wird „Out Of Darkness“, wenn hinter den großen Bildern echte Emotionen stehen."



Was bekommen wir auf die Ohren?


Valkyrie’s Fire kommen aus Nashville, musikalisch zieht es die Band allerdings deutlich nach Europa. Nightwish, Epica, Delain, Visions Of Atlantis oder Sonata Arctica liegen als Orientierung näher als eine typisch amerikanische Metalschule. Große Refrains, orchestrale Flächen, mehrere Stimmen und jede Menge Pathos bestimmen „Out Of Darkness“.


Und die Band hält sich mit ihren Bildern nicht zurück. Sterne, Raben, Walküren, Engel, dunkles Wasser, Monde und apokalyptische Reiter verteilen sich über 13 Songs

und mehr als 70 Minuten.


Das ist ambitioniert, manchmal beeindruckend – und gelegentlich schlicht etwas viel.


Der Reiz liegt vor allem im Zusammenspiel von Bettie Floyd und Adam Sanders.

Floyd übernimmt die klarere, höhere Symphonic-Metal-Seite, Sanders bringt eine kräftigere Gegenfarbe hinein. Salem Belladonnas Keyboards und Cello sorgen für zusätzliche Weite, während Joey Grimaldis Gitarren verhindern, dass die Platte unter ihren orchestralen Schichten verschwindet.


Von Poe zu den Walküren

Nach dem kurzen Intro „In Spirit, In Shadow“ beginnt das Album mit „Evermore“ richtig stark. Der Song greift die düstere Stimmung von Edgar Allan Poes „The Raven“ auf, dreht den Gedanken aber ins Hoffnungsvolle. Trauer und Erinnerung bleiben, werden jedoch nicht zum endgültigen Schlusspunkt. Musikalisch passt das: Die Stimmen ergänzen sich gut, der Refrain darf groß werden und wirkt trotzdem nicht überladen.


Der folgende Bandsong „Valkyrie’s Fire“ ist wesentlich klassischer.

Schlacht, Valhalla, gefallene Krieger – hier bekommt man ziemlich genau das, was der Bandname verspricht. Das ist energisch gespielt und funktioniert, bleibt aber stärker an bekannten Power-Metal-Bildern hängen.


Spannender ist „Cascade“.

Statt Schwertern und Schlachtfeldern gibt es Sternenhimmel und kosmische Weite. Das Arrangement bekommt mehr Luft, Floyd kann stärker über die Melodie arbeiten und plötzlich zeigt sich, dass Valkyrie’s Fire gar nicht ständig maximalen Bombast benötigen.



Wenn weniger tatsächlich mehr ist

Das bestätigt „Burning Sky“.

Der Song braucht keine vier Minuten und gehört trotzdem zu den auffälligsten Nummern der Platte. Sklaverei, Plagen und Befreiung liefern einen ernsten Hintergrund, Mikael Sehlin bringt als Gast zusätzliche Härte hinein.


Die kompaktere Struktur tut dem Song ausgesprochen gut: keine endlosen Steigerungen, sondern eine klare Idee, die konsequent durchgezogen wird.



Noch stärker wird „Out Of Darkness“ mit „Shattered“.

Hier stehen Verlust, Schuld und die Frage im Mittelpunkt, wie man sich nach einem emotionalen Zusammenbruch überhaupt wieder zusammensetzt. Plötzlich dient die große musikalische Geste tatsächlich dem Text. Floyd und Sanders wirken weniger wie Rollen innerhalb eines Symphonic-Metal-Konzepts und mehr wie Stimmen einer Geschichte.


Einer der besten Songs des Albums.


„I See The Angels Fly“ bleibt bei Verlust und Erinnerung, nimmt sich dafür aber fast sieben Minuten Zeit. Die emotionale Wirkung ist vorhanden, gegen Ende wird die Botschaft allerdings etwas länger getragen als nötig.


Genau hier zeigt sich erstmals deutlicher das Hauptproblem der Platte:

Valkyrie’s Fire wissen oft, wie man einen Song groß macht

– aber noch nicht immer, wann groß genug ist.


Zwischen Luft holen und Fantasy-Epos

„Skylark“ kommt genau richtig.

Freiheit, Leichtigkeit und Sehnsucht ersetzen für einen Moment die schwere Symbolik. Musikalisch öffnet sich die Platte, ohne ihren Stil zu verlassen.

Ein vermeintlich kleinerer Song, der für den Albumfluss ziemlich wichtig ist.


Bei „Labyrinth“ fehlt dagegen etwas die Spannung.

Das Thema Orientierungslosigkeit passt zum roten Faden, musikalisch dreht sich die Nummer aber zu lange um ähnliche Motive.


Ganz anders „Bone And Thorn“.

Mit über sieben Minuten ist das Stück eine kleine Fantasy-Erzählung über Herkunft, Pflicht, Liebe und Veränderung. Nicht jede Passage ist zwingend, doch hier nutzt die Band

die Länge tatsächlich, um verschiedene Szenen aufzubauen.

Das wirkt eher wie eine Geschichte als wie ein künstlich verlängerter Song.


„Dark Moon“ findet die richtige Balance

In der zweiten Albumhälfte gehört „Dark Moon“ zu den klaren Höhepunkten.

Gescheiterte Liebe, Dunkelheit und Neubeginn werden über den Mondzyklus erzählt.

Die Symbolik ist nicht kompliziert, aber sie trägt.


Vor allem wirkt der Song musikalisch weniger glatt. Die Atmosphäre ist dunkler, die Stimmen bekommen mehr Platz und der Refrain bleibt hängen, ohne dass dafür sämtliche Regler

auf Anschlag stehen müssen.


Wie schon bei „Shattered“ zeigt sich:

Persönliche Themen stehen Valkyrie’s Fire mindestens genauso gut

wie Schlachten und Fantasy.


„Nocturne“ geht anschließend wieder voll in Richtung Gothic-Horror.

Blut, Rache und Unsterblichkeit werden theatralisch inszeniert. Atmosphärisch funktioniert das, emotional bleibt der Song aber hinter den persönlicheren Stücken zurück.


Fast zehn Minuten zurück ins Licht

Für „I Will Rise Again“ reservieren Valkyrie’s Fire schließlich fast zehn Minuten.

Schmerz, Trauer, Selbstzweifel und Selbstzerstörung werden noch einmal aufgenommen, diesmal mit einem klaren Ziel: wieder aufstehen.

Natürlich wird daraus das größte Stück der Platte. Die Stimmen ziehen weit auf, Gitarren und Keyboards schichten sich übereinander und der Refrain soll ausdrücklich

nach Finale klingen.


Etwas kürzer hätte das funktionieren können.

Trotzdem besitzt die Länge hier zumindest einen Sinn.

„Out Of Darkness“ endet nicht einfach nach dem nächsten Refrain, sondern führt seinen Grundgedanken tatsächlich zu Ende:


durch die Dunkelheit hindurch und wieder in Bewegung.


Viel Potenzial – und noch etwas Luft nach oben

Das Debüt zeigt ziemlich deutlich, was Valkyrie’s Fire bereits können.

Die Band beherrscht große Arrangements, Floyd und Sanders funktionieren als Gesangsduo und die Mischung aus Gitarren, Keyboards und Cello besitzt genügend Kraft.


Was noch fehlt, ist etwas mehr Selbstbeschränkung und eine deutlichere eigene Handschrift. Gerade die Fantasy- und Schlachtbilder wirken stellenweise sehr vertraut.

Auch die 71 Minuten Spielzeit sind nicht durchgehend nötig.


Interessanterweise liefern die emotionaleren Songs bereits die Antwort darauf, wohin sich die Band entwickeln könnte. „Evermore“, „Shattered“ und „Dark Moon“ brauchen keine überladene Mythologie, um groß zu wirken.


Dort kommt Persönlichkeit ins Spiel – und genau dort wird „Out Of Darkness“ am stärksten.



Kontakt:



(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Eclipse Records)

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