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Konzertbericht: Beast in Black in Leipzig eröffnen Deutschlandtour

Autorenbild: Stephan Sieger
Stephan Sieger
vor 6 Stunden
7 Min. Lesezeit

Mit Sonata Arctica und Frozen Crown eröffneten Beast in Black den deutschen Teil ihrer „Resurrection Tour 2026“. Das Haus Auensee erlebte drei Bands, neue Songs, große Refrains und eine Bühne voller Drachen.


Tourplakat Resurrection Tour 2026 - Beast in Black - Live Review


Leipzig, 29. Oktober 2026 – Für Heavy- und Power-Metal-Fans führte an diesem Donnerstagabend kaum ein Weg am Haus Auensee vorbei. Beast in Black eröffneten in Leipzig den deutschen Teil ihrer „Resurrection Tour 2026“, nachdem das Tourpaket zuvor bereits in London, Brüssel und Tilburg Station gemacht hatte. Sonata Arctica waren als Special Guest dabei, Frozen Crown übernahmen den Support.


Drei Bands mit einem ausgeprägten Gespür für große Melodien standen damit auf dem Programm. Trotzdem klang der Abend keineswegs nach dreimal derselben Rezeptur. Frozen Crown setzten auf Geschwindigkeit, Sonata Arctica auf Erinnerungen und Nähe zum Publikum. Beast in Black verwandelten das Haus Auensee schließlich in eine futuristische Metalshow, in der Synthesizer, Dance-Beats und Drachenskelette erstaunlich selbstverständlich nebeneinanderstanden.


Frozen Crown brauchten keine Aufwärmphase


Pünktlich zum Beginn der Show betraten Frozen Crown die Bühne. Die italienische Band eröffnete den Abend ohne langes Vorgeplänkel und setzte sofort auf schnellen europäischen Power Metal, melodische Gitarrenläufe und Refrains, die auch beim ersten Hören leicht hängen blieben.


Frozen Crown 1

Die Tour kam für Frozen Crown zu einem passenden Zeitpunkt.

Am 2. Oktober war mit „The Legend of the Six Kings“ das sechste Studioalbum erschienen. Die zehn Stücke des Albums führen den melodischen Power Metal der Band in eine etwas dunklere Richtung. Zugleich ist es die erste Platte der aktuellen sechsköpfigen Besetzung, zu der drei Gitarristinnen und Gitarristen gehören.


Frozen Crown 2

Mit „Kings“ stiegen Frozen Crown kraftvoll ein. Bei einer Spielzeit von rund 30 Minuten blieb ohnehin wenig Raum für vorsichtiges Herantasten. Entsprechend konzentrierte sich die Band auf kurze Übergänge, viel Bewegung und Songs, die schnell auf den Punkt kamen.


Frozen Crown 3

„The One“, „Who Wants to Burn in Heaven“, „Reborn“ und „Iris“ rückten das neue Album deutlich in den Mittelpunkt. Besonders „Iris“ sorgte für hörbares Wiedererkennen. Frozen Crown hatten sich den bekannten Song der Goo Goo Dolls vorgenommen und daraus eine Power-Metal-Version gebaut. Die Melodie des Originals blieb erhalten, bekam jedoch schnellere Gitarren, mehr Druck und deutlich größere Gesten verpasst.


Frozen Crown 4

Gitarristin Alexandra Lioness fiel durch ihre sichtbare Spielfreude auf. Sie blieb kaum an einer Stelle stehen, suchte den Kontakt zum Publikum und wirkte, als hätte sie mindestens so viel Spaß wie die Menschen vor der Bühne. Diese Energie übertrug sich schnell auf den Saal.


Frozen Crown 5

Nach einer halben Stunde war das Set bereits vorbei.

Frozen Crown hatten ihre Zeit genutzt und hinterließen den Eindruck, problemlos noch einige Songs nachlegen zu können.


Frozen Crown 6



Sonata Arctica zwischen Jubiläum und Erinnerung


Nach einer angenehm kurzen Umbaupause wurde die Bühne in kaltes Blau getaucht. Glockenläuten erklang, während ein beleuchteter Eisblock die Ankunft von

Sonata Arctica ankündigte.


Sonata Arctica 1

Die Finnen feiern 2026 ihr 30-jähriges Bestehen. Hinter ihnen liegen elf Studioalben und eine Bandgeschichte, die für viele Fans eng mit bestimmten

Lebensphasen verbunden ist.


Sonata Arctica 2

Der Klang war zu Beginn nicht optimal. Gesang und Instrumente hätten stellenweise klarer voneinander getrennt sein dürfen. Die Stimmung im Haus Auensee litt darunter allerdings kaum. Bei „I Have a Right“ und „Black Sheep“ war das Publikum sofort dabei, spätestens „Paid in Full“ wurde lautstark begleitet.


Sonata Arctica 3

Bereits nach dem dritten Song hielt die Band kurz inne, um gemeinsam mit dem Leipziger Publikum ein Erinnerungsfoto aufzunehmen. Tony Kakko und seine Mitstreiter wirkten dabei nicht wie Musiker, die routiniert den nächsten Termin ihres Kalenders abarbeiteten. Auf der Bühne wurde gelacht, herumgealbert und immer wieder die Nähe zu den ersten Reihen gesucht.


Sonata Arctica 4

Handylichter für „Tallulah“


Als die ersten Töne von „Tallulah“ erklangen, gingen im Saal zahlreiche Handys nach oben. Für einige Minuten dienten sie weniger als Kameras, sondern als kleine Lichtquellen. Das Haus Auensee wurde ruhiger, viele sangen leise mit, andere hörten einfach zu.


Sonata Arctica 5

Gerade bei einem Abend, der ansonsten stark von Geschwindigkeit und großen Refrains geprägt war, entfaltete dieser zurückgenommene Moment eine besondere Wirkung. „Tallulah“ brauchte weder aufwendige Bilder noch große Ansagen.

Die ersten Klaviertöne genügten.


Sonata Arctica 6

Mit „The Last Amazing Grays“ und „Closer to an Animal“ brachte die Band anschließend wieder Bewegung in den Saal. Tony Kakko stand regelmäßig an der vorderen Bühnenkante, breitete die Arme aus und nahm die Reaktionen sichtbar auf.

Zwischendurch wurde sein Mikrofonständer zur Luftgitarre.


Sonata Arctica 7

Kakko stellte sich hinter seinen Gitarristen und stieg ins gemeinsame Headbangen ein. Musikalisch war der zusätzliche „Gitarrist“ entbehrlich, als spontane Einlage funktionierte er bestens.


Sonata Arctica 8

„Shy“ sorgte noch einmal für einen ruhigeren Abschnitt, bevor „FullMoon“ das reguläre Set beendete. Der Klassiker wurde im Haus Auensee nicht einfach begleitet. Der Saal übernahm weite Teile des Refrains.


Sonata Arctica 9

Zur Zugabe kehrten Sonata Arctica mit „Don’t Say a Word“ zurück.

Danach fehlte nur noch das traditionelle „Vodka“-Outro.

Tony Kakko stimmte es an, das Publikum antwortete und machte aus dem denkbar einfachen Text einen erstaunlich kräftigen Schlusschor.


Sonata Arctica 10

Nach rund einer Stunde verabschiedeten sich Sonata Arctica unter langem Applaus. Der Klang war nicht über das gesamte Set hinweg ideal gewesen.

Die Freude auf und vor der Bühne ließ sich davon jedoch kaum bremsen.



Beast in Black in Leipzig: Drachen, Gegenlicht und neue Songs


Als Beast in Black die Bühne übernahmen, veränderte sich das Bild grundlegend.

Die Kulisse wirkte kühl und industriell. Hinter der Band drehten sich zwei große, von hinten beleuchtete Ventilatoren, die aussahen, als gehörten sie in eine futuristische Maschinenhalle.


BiB 1

Ob sie im aufgeheizten Haus Auensee tatsächlich für etwas Abkühlung sorgten, ließ sich nur schwer feststellen. Angenehm war bereits der Gedanke daran.


Zum „Mortal Kombat“-Theme betraten die Musiker ihre Positionen. Weißes Gegenlicht schnitt durch den Nebel und ließ zunächst nur die Umrisse der Band sowie silbern glänzende Mikrofonständer erkennen. Dann startete das Set ohne weiteren Umweg.


BiB 2

Mit „Mighty Dragon“ eröffneten Beast in Black den Abend. Der neue Song war erst seit Beginn der Tour im Liveprogramm. Passend zum Titel waren die Mikrofonständer als Drachenskelette gestaltet. Die Band machte damit bereits in den ersten Minuten deutlich, dass die optische Inszenierung mehr sein sollte als ein beleuchteter Hintergrund.


BiB 3

„Fear the Beast“ setzte direkt danach den nächsten neuen Akzent.

Die im September veröffentlichte Single ist zugleich der Titelsong des angekündigten vierten Studioalbums. Harte Gitarren, elektronische Beats und Yannis Papadopoulos’ hohe Stimme griffen genau so ineinander, wie man es von Beast in Black kennt.


BiB 4

Die Band verbindet Heavy Metal mit der Dramatik des Achtzigerjahre-Pop und elektronischer Musik, ohne diese Bestandteile sauber voneinander zu trennen.

Gerade live liegt darin ein großer Teil ihres Reizes.


BiB 5

Mit „Hardcore“ blieb das Tempo hoch. Der Songtitel klang an diesem Punkt weniger nach Übertreibung als nach einer brauchbaren Beschreibung dessen,

was von der Bühne kam.


Ein neuer Gitarrist für die Wiederauferstehung


Yannis Papadopoulos erklärte im Laufe des Abends, dass es mehrere Gründe für den Namen „Resurrection Tour“ gebe. Einer davon stand mit auf der Bühne:

Markus Venehsalo gehört seit Juni 2026 zur Besetzung und hat bei Beast in Black die Position des Leadgitarristen übernommen.


BiB 6

Papadopoulos begrüßte ihn offiziell in der Bandfamilie. Venehsalo antwortete mit einem Solo und zeigte dabei, dass er für seine Eingewöhnung offenbar

keine lange Schonfrist benötigt.


BiB 7

Mit „Born Again“, „The Fifth Angel“ und „From Hell with Love“ folgte anschließend ein Dreierpack, bei dem viele Refrains längst saßen. Die Hände gingen nach oben, vor der Bühne blieb kaum jemand regungslos.


BiB 8

Auch „Beast in Black“ und „Sweet True Lies“ durften nicht fehlen.

Bei „Enter the Behelit“ zog die Band das Tempo weiter an. Die Verbindung aus Metal, Synthesizern und Dance-Beats mag außerhalb eines Konzerts zunächst gewagt klingen. Im Haus Auensee ergab sie vollkommen Sinn.


BiB 9

Yannis Papadopoulos stand klar im Mittelpunkt, ohne seine Mitmusiker an den Rand zu drängen. Seine Stimme wechselte zwischen hohen klaren Passagen, kräftigeren Mittellagen und Spitzen, bei denen man sich fragte, wie ein menschlicher Kehlkopf diese Belastung über eine komplette Tour durchhalten soll.


BiB 10

Die Band bewegte sich viel, rückte gemeinsam an die Bühnenkante und nahm das Publikum immer wieder direkt mit. Große Posen gehörten selbstverständlich dazu.


BiB 11

Beast in Black versuchten an diesem Abend keinen Augenblick lang, besonders zurückhaltend zu wirken. Das hätte zu ihrer Musik und zur gesamten Inszenierung auch kaum gepasst.


„Lost Children“ ließ den Saal durchatmen


Nach all der Bewegung wurde es mit „Lost Children“ deutlich ruhiger.

Die Powerballade war erst am 22. Oktober und damit eine Woche vor dem Leipziger Konzert erschienen. Sie gibt einen weiteren Ausblick auf das kommende Album

„Fear the Beast“.


BiB 12

Papadopoulos kündigte das Stück als traurige, unheimliche und zugleich schöne Geschichte an. Die elektronischen Beats traten weiter in den Hintergrund, während Gesang und Melodie mehr Platz bekamen. Im Publikum wurde weniger gesprungen, auch die Band nahm ihre Bewegungen sichtbar zurück.


BiB 13

Dieser Moment zum Durchatmen tat dem Set gut. Lange hielt die Ruhe ohnehin nicht an. Mit „Zodd the Immortal“, „Cry Out for a Hero“ und „Power of the Beast“ zogen Beast in Black das Tempo wieder deutlich an. Haare flogen, die Musiker standen eng an der Bühnenkante und grinsten in den Saal.


BiB 14

Papadopoulos hielt sich die Hand ans Ohr und richtete das Mikrofon ins Publikum. Leipzig verstand die Aufforderung sofort. Die Antwort fiel laut genug aus, um ohne weitere Wiederholung auszukommen.


Eine Nacht in Tokio und ein klares Finale


Für „One Night in Tokyo“ nahm die Band das Publikum gedanklich mit nach Japan.

In kaum einem anderen Song treffen Metal und Dance-Pop bei Beast in Black so hemmungslos aufeinander. Vor der Bühne wurde gesprungen, gesungen und getanzt. Wer bis dahin noch versucht hatte, seine Kräfte einzuteilen, gab diesen Plan spätestens jetzt auf.


BiB 15

Mit „Blind and Frozen“ kündigte sich das Ende des Konzerts an.

Die Band bedankte sich beim Publikum und versprach, nach Leipzig zurückzukehren.


Der letzte Song gehörte „No Surrender“. Noch einmal gingen die Hände nach oben, noch einmal übernahm der Saal den Refrain. Beast in Black beendeten den Abend so, wie sie ihn begonnen hatten: laut, schnell und ohne falsche Zurückhaltung.


BiB 16



Fazit: Drei Bands mit eigenem Charakter


Frozen Crown, Sonata Arctica und Beast in Black zeigten im Haus Auensee drei unterschiedliche Seiten des melodischen Metal.


Frozen Crown nutzten ihre kurze Spielzeit und stellten das neue Album

mit hörbarer und visueller Spielfreude vor.


Frozen Crown Fazit

Sonata Arctica brachten neben den großen Mitsingnummern jene ruhigen Stücke mit, an denen viele persönliche Erinnerungen hängen. Der zeitweise etwas unausgewogene Klang nahm diesen Momenten wenig von ihrer Wirkung.


Sonata Arctica Fazit

Der Auftritt von Beast in Black in Leipzig setzte anschließend auf eine deutlich größere Produktion. Ventilatoren, Drachenskelette, hartes Gegenlicht und neue Songs gaben dem Konzert seinen Rahmen. Im Gedächtnis blieben jedoch vor allem die Spielfreude der Band und die außergewöhnliche Stimme von Yannis Papadopoulos.


BiB Fazit

Der deutsche Auftakt der „Resurrection Tour 2026“ begann damit keineswegs vorsichtig. Leipzig bekam rund dreieinhalb Stunden Musik und ein Publikum, das von Frozen Crowns erstem Song bis zu „No Surrender“ erstaunlich viel Energie aufbrachte.


Am Ende stellte sich weniger die Frage, welche der drei Bands

den größten Eindruck hinterlassen hatte.


Dringlicher war die Überlegung, wie viele Menschen am nächsten Morgen ihren Nacken noch ohne fremde Hilfe bewegen konnten.



©Text: Saskia Giedow-Luboch

©Fotos: Stephan Sieger


Die NoRush-Redaktion bedankt sich herzlich bei All-Noir/Reigning Phoenix Music für die Akkreditierung,

die reibungslose Organisation und die freundliche Betreuung vor Ort.


Solche partnerschaftlichen Zusammenarbeiten tragen maßgeblich dazu bei,

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