FROZEN CROWN – „The Legend Of The Six Kings“ Review: Ein kurzer, harter Ritt zur Krone
Drei Gitarren, dunklere Fantasy und zehn kompakte Songs: Frozen Crown spielen ihr sechstes Album mit hoher Geschwindigkeit. Am stärksten wird „The Legend Of The Six Kings“ dort, wo Growls, Melancholie und echte erzählerische Tiefe hinzukommen.

Tracklist:
1. Lightning in the Sky
2. Who Wants to Burn in Heaven
3. Reborn
4. The One
5. Iris
6. Winter Hearts
7. River of Time
8. Through the Fire
9. To the Stars
10. The Legend of the Six Kings
Veröffentlichungsdatum: 02. Oktober 2026
Label: Napalm Records
Genre: Heavy Power Metal / Melodic Power Metal
Laufzeit: 36:07 Min.
Mix/Mastering: Fusix
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Fazit der Redaktion:
„The Legend Of The Six Kings“ ist ein kurzes, konzentriertes Power-Metal-Album, das kaum Zeit verschwendet. Die Songs kommen schnell auf den Punkt, die drei Gitarren sorgen für viel Bewegung und die Fantasy-Geschichte hält die Platte zusammen.
Gerade diese Direktheit ist aber auch die Grenze. Dauerhafte Doublebass, eine sehr dichte Produktion und ähnlich aufgebaute Songbögen lassen manche Stücke stärker zusammenrücken, als nötig wäre.
Dafür besitzt das Album eine richtig starke zweite Hälfte.
„Winter Hearts“, „River Of Time“ und vor allem „The Legend Of The Six Kings“ zeigen, wie viel Tiefe in Frozen Crown steckt, wenn neben Geschwindigkeit und großen Refrains auch Atmosphäre und persönliche Emotion Platz bekommen. Selbst „Iris“ funktioniert als bewusster Bruch erstaunlich gut.
Das angekündigte Meisterwerk ist es vielleicht noch nicht. Dafür müssten Frozen Crown ihrer Musik häufiger den Raum geben, den der Titelsong bereits nutzt.
Ein verdammt starkes Power-Metal-Album ist es trotzdem.
"Drei Gitarren, viel Doublebass und nur 36 Minuten: Frozen Crown liefern ein konzentriertes Album, dessen starke zweite Hälfte mit „Winter Hearts“, „River Of Time“ und dem Titelsong klar herausragt."
Was bekommen wir auf die Ohren?
Sechstes Album, sechs Bandmitglieder, sechs Könige – der Titel ist mehr als ein Zahlenspiel. Frozen Crown führen die Geschichte ihres Debüts weiter: Aus gefallenen Herrschern werden Figuren, die sich gemeinsam gegen ihre früheren Herren erheben. Gleichzeitig steht dieses Bild für die heutige sechsköpfige Band, in der alle Mitglieder eine gleichberechtigte Rolle spielen sollen.
Musikalisch ist die Idee bemerkenswert kompakt umgesetzt. Die ersten neun Stücke bleiben sämtlich unter vier Minuten, erst der Titelsong nimmt sich etwas mehr Raum. Das macht „The Legend Of The Six Kings“ direkt und live-tauglich, führt aber auch dazu, dass manche Songs kaum Zeit bekommen, über ihren ersten starken Eindruck hinauszuwachsen.
Schnell gestartet, dunkler weitergedacht
„Lightning In The Sky“ legt mit Doublebass, dicht verzahnten Gitarren und einem klassischen Schlachtfeld-Szenario sofort das Grundtempo fest.
Giada „Jade“ Etro singt dabei hörbar schärfer als auf früheren Veröffentlichungen.
Mehr Eigenständigkeit besitzt „Who Wants To Burn In Heaven“.
Der Song dreht die bekannte Vorstellung von Himmel und Hölle um und verbindet seine provokante Grundidee mit schwereren Gitarren, Chören und galoppierenden Rhythmen.
„Reborn“ funktioniert melodisch stark, bleibt mit Feuer, Sturm, Asche und Wiedergeburt textlich aber näher am Power-Metal-Lehrbuch.
Bei „The One“ wird es erzählerischer.
Verdammte Reiter und ein dunkler Herrscher erinnern deutlich an Tolkiens Ringgeister. Besonders interessant ist hier das Zusammenspiel der drei Gitarren
– einer der Momente, in denen die ungewöhnliche Besetzung wirklich hörbar Sinn ergibt.
„Iris“ funktioniert besser als erwartet
Mitten in dieser Fantasy-Welt steht ausgerechnet „Iris“, das Cover des Goo-Goo-Dolls-Hits.
Auf dem Papier wirkt das zunächst reichlich fremd.
Auf dem Album ist der Bruch jedoch willkommen.
Jade beginnt zurückhaltend, später treffen Walzertakt, schwere Gitarren und rasende Doublebass auf die bekannte Melodie. Frozen Crown zerlegen das Original nicht, sondern ziehen es glaubwürdig in ihre eigene Klangwelt. Vor allem aber sorgt der Song für etwas Dynamik in einer Platte, die ansonsten fast permanent unter Strom steht.
„Winter Hearts“ und „River Of Time“ heben das Album an
Nach „Iris“ beginnt die stärkste Phase.
„Winter Hearts“ bringt schwerere Riffs und Federico Mondellis Growls ins Spiel.
Der Text erzählt von einer zerstörten Welt, in der aus Eis und Trauer neue Kraft entsteht. Der Frost ist diesmal nicht bloß Fantasy-Dekoration, sondern Teil der eigentlichen Aussage.
Noch stärker wirkt „River Of Time“.
Hinter den schnellen Gitarren steckt ein persönlicher Text über den Tod eines geliebten Menschen, Erinnerung und die Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Jade singt deutlich gefühlvoller und weniger martialisch.
Gerade dieser Kontrast zwischen hohem Tempo und Trauer macht den Song
zu einem der Höhepunkte.
„Through The Fire“ fällt dagegen etwas ab.
Feuer, Stahl, Kampf und Wiedergeburt funktionieren, bringen inhaltlich aber kaum Neues.
„To The Stars“ ist luftiger und öffnet die Musik wieder etwas, bevor das Finale kommt.
Der Titelsong macht die Idee komplett
„The Legend Of The Six Kings“ führt schließlich Geschichte und Bandkonzept zusammen.
Sechs versklavte Herrscher wenden sich gegen ihre früheren Meister und
begründen eine neue Ordnung.
Gleichzeitig lässt sich das Stück als Statement zur aktuellen Besetzung lesen.
Hier passt fast alles: Growls und Klargesang ergänzen sich, das Tempo variiert stärker und die drei Gitarren bekommen endlich genügend Raum,
miteinander statt nur nebeneinander zu arbeiten.
Gerade dadurch besitzt der Song jene Größe, die einigen der kurzen Stücke zuvor fehlt.
Für mich ist das der klare Höhepunkt des Albums.
Viel Druck – vielleicht manchmal etwas zu viel
Produktionstechnisch ist „The Legend Of The Six Kings“ laut, sauber und sehr dicht.
Niso Tomasinis Doublebass ist fast ständig präsent, Jade steht weit vorne im Mix und die Gitarren bilden eine massive Wand. Das sorgt für Energie, reduziert aber auch die Dynamik.
Abgesehen von „Iris“ unterscheiden sich die Lautstärkeebenen nur wenig, wodurch einzelne Songs ähnlicher wirken, als sie kompositorisch eigentlich sind.
Auch Jades schärfere Gesangsfarbe passt grundsätzlich zur dunkleren Ausrichtung,
wirkt in den höchsten Lagen gelegentlich etwas angestrengt.
Die Wechsel mit Mondellis Growls und Klargesang sind deshalb umso wichtiger – insbesondere „Winter Hearts“ und der Titelsong profitieren davon.
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