FELINE MELINDA – „Duets II“ Review: Fünf bekannte Songs, zwei Stimmen, neues Gewicht
Zum 40-jährigen Bestehen holen Feline Melinda Doris Albenberger erneut ans Mikrofon. Die EP lebt weniger vom Jubiläumsgedanken als vom Kontrast zwischen ihrer klaren Stimme und Rob Irbiz’ rauerem Gesang.

Tracklist:
1. More Than Ever – 4:14
2. Seventh Heaven – 3:48
3. Morning Dew – 2:33
4. Seven Sins Seven Lies – 4:11
5. Before The Dawn – 4:53
Veröffentlichungsdatum: 02. Oktober 2026
Label: Diotima Records
Genre: Melodic Metal / Melodic Hard Rock / AOR
Laufzeit: 19:39 Min.
Produktion: Marco Ober und Sascha Paeth
EP hier pre-saven: https://bfan.link/duets-ii
EP direkt bei der Band bestellen: https://www.felinemelinda.com
Fazit der Redaktion:
„Duets II“ ist keine große Jubiläumsretrospektive,
sondern eine kleine, erstaunlich stimmige EP.
Der entscheidende Punkt ist Doris Albenberger.
Sie singt die bekannten Stücke nicht einfach mit, sondern verändert deren Perspektive. Besonders „More Than Ever“, „Seven Sins Seven Lies“ und
„Before The Dawn“ profitieren deutlich davon.
Nicht jeder Text besitzt große Tiefe und einige Refrains werden etwas ausgiebig wiederholt. Die direkte, ungekünstelte Art der Band passt aber zu diesem Material.
Nach knapp zwanzig Minuten bleibt tatsächlich eher das Gefühl zurück,
dass ruhig noch mehr hätte kommen dürfen.
Für eine Jubiläumsveröffentlichung ist „Duets II“ damit vielleicht etwas klein geraten.
Als Fortsetzung einer musikalischen Partnerschaft funktioniert die EP jedoch sehr gut.
"Feline Melinda feiern 40 Jahre nicht mit einem Best-of, sondern geben fünf bekannten Songs durch Doris Albenbergers Stimme eine neue Perspektive."
Was bekommen wir auf die Ohren?
Vierzig Jahre Bandgeschichte lassen sich mit fünf Songs kaum abbilden.
Genau das versucht „Duets II“ aber auch nicht.
Die EP setzt vielmehr das Duettkonzept fort, das sich seit dem Jubiläumskonzert 2016 und der ersten „Duets“-Veröffentlichung von 2019 entwickelt hat.
Doris Albenberger ist dabei längst mehr als eine Gaststimme.
Ihr klarer, stärker im Pop-Rock verwurzelter Gesang bildet einen deutlichen Gegenpol zu Rob Irbiz’ rauerer Stimme. Gerade dann, wenn beide nicht nur gemeinsam einen Refrain singen, sondern tatsächlich aufeinander reagieren, bekommt das Material eine neue Ebene.
Bekannte Songs bekommen einen anderen Blickwinkel
„More Than Ever“ macht das gleich zum Einstieg deutlich.
Der ursprünglich zur Geburt der Tochter von Schlagzeuger Chris Platzer geschriebene Song handelt von Schutz, Vertrauen und dem Versprechen, jemanden nicht allein zu lassen. In der Duettfassung wird daraus stärker ein gemeinsames Bekenntnis. Doublebass, Keyboards und Gitarrensolo sorgen für Bewegung, ohne die emotionale Seite zu überdecken.
„Seventh Heaven“ ist leichter und deutlich näher am klassischen AOR.
Liebe, Bergwelt und gemeinsame Zukunft werden sehr direkt erzählt. Der Refrain wird oft wiederholt, funktioniert aber gerade wegen des Stimmenkontrasts gut: Irbiz bringt Bodenhaftung, Albenberger mehr Leichtigkeit.
Mit „Morning Dew“ greift die Band noch weiter zurück.
Der Song stammt ursprünglich vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 2008 und wurde für „Duets II“ neu aufgenommen. Mit nur 2:33 Minuten ist er der schnellste Titel der EP. Inhaltlich geht es um eine intensive Begegnung, die vielleicht nur für kurze Zeit Bestand hat. Gerade im Wechselgesang wird dieses Hin und Her zwischen Nähe und Weiterziehen stärker hörbar.
Aus Liebe wird Krise
Der interessanteste Song ist „Seven Sins Seven Lies“.
Er führt die mit „Seventh Heaven“ begonnene Beziehungsgeschichte weiter, allerdings ist von der ursprünglichen Leichtigkeit kaum etwas geblieben.
Lügen, Schuld und verdrängte Ängste stehen im Mittelpunkt. Der Erzähler hat sich emotional abgeschottet und muss sich entscheiden, ob er diese Mauern wieder einreißt.
Doris Albenberger wirkt hier tatsächlich wie das Gegenüber,
vor dem sich Rob Irbiz nicht mehr verstecken kann.
Auch musikalisch passiert mehr.
Härtere Gitarren treffen auf ruhigere Passagen, der Refrain besitzt mehr Spannung und Francesco Pinters Solo setzt einen starken Akzent.
„Before The Dawn“ braucht keine große Geste
Den stärksten Moment hebt sich die EP bis zum Schluss auf.
„Before The Dawn“ handelt von Abschied, Einsamkeit und einer letzten gemeinsamen Nacht. Ob danach eine Trennung oder ein endgültiger Verlust steht, bleibt offen.
Genau dadurch funktioniert der Song.
Pianoartige Keyboards, zurückgenommene Gitarren und ein langsamer Aufbau lassen beiden Stimmen viel Raum. Irbiz klingt verletzlicher, ohne seine raue Färbung zu verlieren, Albenberger setzt den klareren Gegenpol.
Das wirkt tatsächlich wie ein Dialog und weniger wie zwei Sänger,
die sich lediglich Strophen aufteilen.
Mit 4:53 Minuten ist „Before The Dawn“ der längste Titel der EP
– und derjenige, bei dem die Duettidee am vollständigsten aufgeht.
Produktion mit Raum für die Stimmen
Marco Ober und Sascha Paeth stellen den Gesang klar in den Mittelpunkt.
Bei den schnelleren Songs ist der Sound kompakter und dichter, „Before The Dawn“ bekommt dagegen deutlich mehr Dynamik.
Gitarren und Keyboards bleiben sauber voneinander getrennt, einzig der Bass dürfte an einigen Stellen etwas deutlicher hervortreten.
Das größere Problem liegt ohnehin nicht im Sound, sondern in der Spielzeit.
Nach knapp 20 Minuten ist Schluss.
Für ein 40-jähriges Jubiläum wäre etwas mehr Material durchaus vorstellbar gewesen.
Als Fortsetzung des Duettkonzepts funktioniert die knappe Auswahl allerdings.
Kontakt:





Kommentare