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Neon Rider – „Keepers Of The Flame“ im Review

vor 2 Stunden
4 Min. Lesezeit

Sängerwechsel mit Gewinn: Neon Rider bleiben dem AOR der Achtziger treu, entwickeln mit Marcos Nieva Green am Mikrofon aber eine deutlich eigenständigere Stimme. Hinter der glänzenden Oberfläche verbergen sich zudem einige erstaunlich nachdenkliche Songs.


Albumcover Keepers Of The Flame - Neon Rider - Review

Tracklist:

1. Drowning In Shallow

2. Higher

3. Helluva Ride

4. Drifting

5. Pump Up The Radio

6. Waiting For My Call

7. Keepers Of The Flame

8. Heading To The Line

9. Those Times Are Now Over

10. Dominoes

11. Jukebox Anthem

12. Another Love Story



Veröffentlichungsdatum: 23. Oktober 2026


Label: Pride & Joy Music

Genre: AOR / Melodic Rock / Melodic Hard Rock

Laufzeit: 50:31 Minuten


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Fazit der Redaktion:

„Keepers Of The Flame“ ist ein deutlicher Schritt nach vorn.

Marcos Nieva Green mag technisch nicht der geschmeidigste Sänger des Genres sein, besitzt aber Persönlichkeit und passt hervorragend zur etwas härteren Seite der Band. Hernan Cattaneo nutzt seine Rolle als alleiniger Gitarrist für prägnante Riffs und durchdachte Soli.


Besonders überzeugend ist das Album dort, wo hinter der Achtziger-Fassade persönliche Themen auftauchen. „Drowning In Shallow“, „Helluva Ride“, der Titeltrack, „Those Times Are Now Over“ und „Another Love Story“ tragen die Platte. „Pump Up The Radio“ und „Drifting“ setzen etwas schwächere Akzente, reißen das insgesamt hohe Niveau

aber nicht herunter.


Neon Rider bleiben tief im klassischen AOR verwurzelt. Mit dem neuen Sänger und einer geschlosseneren musikalischen Ausrichtung entwickelt die Band jedoch zunehmend eine eigene Identität. „Keepers Of The Flame“ bewahrt nicht nur die Flamme des Genres, sondern gibt ihr stellenweise eine persönliche Farbe.



„Mit ‚Keepers Of The Flame‘ gelingt Neon Rider ein deutlicher Schritt nach vorn: kraftvoller AOR mit prägnanten Gitarren, starken Melodien und einer zunehmend eigenen musikalischen Identität.“



Was bekommen wir auf die Ohren?


Nach dem Debüt „Destination Unknown“ hat sich bei Neon Rider einiges verändert.

Der bisherige Sänger Bruno Sangari ist nicht mehr dabei. Gründungsmitglied Marcos Nieva Green wechselte deshalb von der Gitarre ans Mikrofon, während Hernan Cattaneo nun sämtliche Gitarrenparts übernimmt.


Dieser Umbau bekommt der argentinischen Band ausgesprochen gut. Green besitzt keine makellos polierte AOR-Stimme. Er singt rauer, höher und gelegentlich etwas gepresst.

An seine Klangfarbe muss man sich kurz gewöhnen, doch genau darin liegt ein Vorteil: Neon Rider klingen weniger austauschbar als viele ähnlich ausgerichtete Bands.


Bekannte Einflüsse und mehr Eigenständigkeit


Die Vorbilder bleiben unüberhörbar. Journey, Foreigner, Survivor und Europe stehen musikalisch immer wieder im Raum. Breite Keyboards, mehrstimmige Refrains und melodische Gitarrensoli folgen den bekannten Regeln des Genres.


Neon Rider kopieren jedoch keine bestimmte Band vollständig. Cattaneos Gitarrenspiel ist härter und kantiger, während Daniel Bravo und Pablo Ureta die Songs mit einer kräftigen Rhythmusarbeit erden. Green bringt zusätzlich eine rauere Note ein, die verhindert, dass das Album zu glatt gerät.


„Drowning In Shallow“ eröffnet mit einem starken Riff und einem der besten Refrains der Platte. Der Titel beschreibt das widersprüchliche Gefühl, sich in einer eigentlich überwindbaren Situation völlig verloren zu fühlen. Schon hier wird deutlich, dass die Texte dunkler ausfallen, als Cover und Bandname zunächst vermuten lassen.


Zwischen Durchhaltewillen und Rückblick

„Higher“ greift das vertraute Motiv des Weitermachens auf. Musikalisch ist das klassischer AOR mit großen Chören, klaren Keyboards und einem Refrain, der schnell hängen bleibt.



Spannender fällt „Helluva Ride“ aus. Der Song blickt auf wilde Jugendjahre und das Älterwerden zurück, ohne in wehmütiger Nostalgie zu versinken. Der härtere Rhythmus und eines der stärksten Gitarrensoli des Albums geben der Nummer zusätzliches Leben.


„Pump Up The Radio“ feiert eine Zeit, in der Radio, Kassetten, Vinyl und CDs den Zugang zu neuer Musik bestimmten. Der Song ist sympathisch und eingängig, bedient das Achtziger-Thema aber beinahe zu erwartbar.


Interessanter wirken „Drifting“ und „Waiting For My Call“.

Green nimmt sich hier stärker zurück und lässt mehr Unsicherheit zu.

Dadurch zeigen Neon Rider, dass sie nicht nur große Refrains und Gitarrensoli beherrschen, sondern auch leisere Gefühle glaubwürdig vermitteln können.


Die Flamme als Leitmotiv

Der Titeltrack fasst die Haltung der Band zusammen. Die Flamme steht nicht allein für die Liebe zum klassischen AOR, sondern auch für den Entschluss, nach Rückschlägen an der Musik und der eigenen Identität festzuhalten.



Der Refrain ist groß angelegt, ohne völlig überladen zu wirken. Cattaneos Solo bleibt zunächst melodisch und erhält erst in der Schlussphase etwas mehr Schärfe.

Damit bringt der Song genau jene Mischung aus Tradition und neuer Energie auf den Punkt, die das gesamte Album prägt.


Zu den stärksten Momenten gehören

„Heading To The Line“ und „Those Times Are Now Over“.

Ersterer erzählt von Narben, verpassten Abschieden und dem Bewusstsein,

dass die eigene Zeit begrenzt ist.


„Those Times Are Now Over“ betrachtet die Jugend dagegen ohne übertriebene Verklärung. Die schönen Erinnerungen bleiben, doch das frühere Leben lässt sich nicht zurückholen. Green trifft den melancholischen Ton ausgezeichnet, während ruhigere Gitarrenfiguren und Keyboards dem Text genügend Raum geben.


Konstantes Niveau über 50 Minuten

„Dominoes“ verbindet einen lockeren Groove mit einer Abrechnung über

Selbsttäuschung und die Folgen falscher Entscheidungen.


„Jukebox Anthem“ macht die Musik selbst zum Thema und gehört mit seinem griffigen Refrain zu den vollständigsten Arrangements der Platte.


„Another Love Story“ beendet das Album mit einer melancholischen Liebesgeschichte.

Der Song beginnt kontrolliert und steigert sich langsam zu einem großen Schlussrefrain.


Cattaneos letztes Solo setzt einen passenden Schlusspunkt.


Neon Rider erfinden den AOR auf „Keepers Of The Flame“ nicht neu.

Manche Keyboardfläche, Textzeile und Refrainwendung lässt sich bereits nach wenigen Sekunden als Genrestandard erkennen.


Der Unterschied liegt in der Sorgfalt:

Die Songs sind gut aufgebaut, die Soli erfüllen eine melodische Funktion und das Niveau bleibt über die gesamte Laufzeit bemerkenswert stabil.


Produktion mit Druck und Übersicht

Die Produktion besitzt ordentlich Kraft, ist aber nicht vollständig platt komprimiert.

Vor allem „Helluva Ride“ bietet hörbare Lautstärkeunterschiede, während

„Heading To The Line“, „Dominoes“ und „Drifting“ gleichmäßiger verdichtet wirken.


Gitarren und Keyboards bilden eine breite Klangfläche. Bass, Schlagzeug und Gesang bleiben klar in der Mitte. In einigen volleren Refrains verliert die Gitarre etwas Kontur, insgesamt bleibt der Sound jedoch übersichtlich und weniger künstlich als bei vielen aktuellen Genreproduktionen.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von GerMusica PR)


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