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Osukaru – „Tall Tales“ Review: Die Schatten werden länger

Fünf Jahre nach „Starbound“ kehren Osukaru mit mehr Härte zurück. Die großen Melodien sind geblieben, doch hinter den Refrains lauern diesmal Gier, Einsamkeit und innere Abgründe.


Albumcover Tall Tales - Osukaro

Tracklist:

1. Exceeder

2. Wendigo

3. Blood On The Rocks

4. The Outer Side Within

5. Ronin

6. Who Do You Love

7. Split

8. Only Moments Left

9. When It’s Over

10. C’est Dans Ta Tête



Veröffentlichungsdatum: 21. August 2026

Label: Pride & Joy Music


Genre: Melodic Rock / AOR / Hair Metal


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Fazit der Redaktion:

„Tall Tales“ verbindet vertrauten schwedischen Melodic Hard Rock mit härteren Gitarren, großen Refrains und einer geheimnisvoll-düsteren Atmosphäre.


Auch wenn Osukaru das Genre nicht neu erfinden, sorgen die kompakte Spielzeit, die starken Melodien und das psychologische Grundmotiv für genügend Eigenständigkeit und machen das siebte Album zu einer überzeugenden Rückkehr.



"Dunkler, härter und geheimnisvoller: Tall Tales verbindet große Melodien mit psychologischer Tiefe

und macht Osukarus Rückkehr zu einem überzeugenden neuen Kapitel."



Was bekommen wir auf die Ohren?


Fünf Jahre sind seit „Starbound“ vergangen. Nun melden sich Osukaru mit ihrem siebten Studioalbum zurück und drehen die Regler ein gutes Stück weiter auf.


„Tall Tales“ erscheint am 21. August 2026 über Pride & Joy Music und zeigt die Göteborger Band härter und kantiger, ohne ihre melodische Seite zu vernachlässigen.


Die großen Refrains sind da, ebenso die hörbare Liebe zu Stadionrock, AOR und Hair Metal. Gleichzeitig haben aber die Gitarren mehr Gewicht bekommen.


Die zehn Songs wirken näher an der Energie einer Rockshow und lassen öfter eine dunklere Metal-Schlagseite durchscheinen.


Über Grenzen und die Gefahr dahinter

„Exceeder“ eröffnet das Album kompakt und selbstbewusst.

Der Titel beschreibt jemanden, der gesetzte Grenzen nicht akzeptieren möchte.

Zunächst klingt das nach gesundem Ehrgeiz und dem Willen, mehr aus sich herauszuholen.


Doch der Song lässt auch eine andere Lesart zu:

Wann wird aus Selbstvertrauen Selbstüberschätzung?

Und was passiert, wenn der Wunsch nach mehr irgendwann nicht mehr zu stillen ist?


Diese Frage führt direkt zu „Wendigo“.

Die Sagengestalt aus nordamerikanischen Überlieferungen wird traditionell mit unersättlichem Hunger verbunden. Auf „Tall Tales“ lässt sie sich als Sinnbild für Gier und eine innere Leere verstehen, die sich weder durch Besitz noch durch immer

neuen Konsum füllen lässt.


Musikalisch passen die härteren Gitarren gut zu dieser düsteren Geschichte.

Osukaru bauen keine komplizierte Welt auf, sondern setzen auf einen greifbaren Refrain und genügend Druck, damit die Songs trotz seines finsteren Motivs unmittelbar funktioniert.


Blut, Exzess und die Geschichten über uns selbst

„Blood On The Rocks“ greift zunächst vertraute Bilder aus Nachtleben und Hard Rock auf. Doch hinter Alkohol, Exzess und vermeintlicher Freiheit zeigen sich schnell die dunkleren Folgen. Die Party ist hier nicht nur ausgelassen, sondern besitzt einen

bitteren Nachgeschmack.



Mit „The Outer Side Within“ richtet sich der Blick anschließend nach innen. Der Song beschäftigt sich mit dem Unterschied zwischen äußerem Auftreten und dem, was darunter verborgen bleibt. Vielleicht sind die titelgebenden „Tall Tales“ eben nicht nur fantastische oder übertriebene Erzählungen. Es können auch die Geschichten sein, die Menschen über sich selbst verbreiten, bis sie irgendwann selbst daran glauben.


Genau dieser Gedanke gibt dem Album mehr Tiefe. Osukaru bleiben musikalisch zugänglich, verstecken hinter den großen Melodien diesmal aber häufiger Zweifel und unangenehme Fragen.


Ein Ronin zwischen Freiheit und Einsamkeit

„Ronin“ greift das Bild des herrenlosen Samurai auf. Ohne Meister und feste Bindung besitzt er zwar Freiheit, verliert aber zugleich seinen Platz in der Welt.

Osukaru machen daraus einen Song über Einsamkeit, fehlende Zugehörigkeit und die Suche nach einem eigenen Weg.


Das Motiv passt gut zu einer Platte, auf der viele Figuren außerhalb sicherer Grenzen stehen. Freiheit klingt verlockend, kann aber schwer werden, wenn niemand da ist,

mit dem man sie teilen kann.

Gerade dieser Widerspruch macht „Ronin“ zu einem interessanten Stück.


„Who Do You Love“ wird danach unmittelbarer. Hinter der scheinbar einfachen Frage liegen Misstrauen und emotionale Unsicherheit. Die Antwort scheint wichtiger zu sein, als es die fragende Person zugeben möchte. Hier spielen Osukaru eine ihrer größten Stärken aus:



Selbst angespannte oder dunklere Themen werden in Melodien verpackt,

die schnell im Ohr bleiben.


Wenn der eigene Kopf zum Schauplatz wird

Mit „Split“ rückt die innere Zerrissenheit endgültig ins Zentrum. Unterschiedliche Wünsche, Ängste und Wahrheiten ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Der Song lebt von dieser Unruhe, ohne seinen melodischen Kern zu verlieren.


„Only Moments Left“ erinnert anschließend daran, dass für Entscheidungen nicht unbegrenzt Zeit bleibt. Das Stück trägt eine unterschwellige Dringlichkeit in sich. Es geht weniger um einen dramatischen Weltuntergang als um die schlichte Erkenntnis, dass vertagte Entscheidungen irgendwann von selbst getroffen werden – nur möglicherweise nicht so, wie man es sich gewünscht hätte.


„When It’s Over“ beschäftigt sich folgerichtig mit dem Danach. Was bleibt, wenn eine Beziehung, ein Lebensabschnitt oder vielleicht auch eine Illusion endet?

Erinnerung, Reue, Erleichterung? Osukaru liefern keine eindeutige Antwort.

Der Song lässt genügend Raum für die eigenen Erfahrungen.


„C’est Dans Ta Tête“ lässt die Tür offen

Das sechsminütige „C’est Dans Ta Tête“ ist nicht nur der längste Song des Albums, sondern auch sein passender Abschluss. Der französische Titel bedeutet „Es ist in deinem Kopf“ und bündelt damit vieles, was zuvor angesprochen wurde.


Die Monster, denen wir begegnen, müssen nicht immer von außen kommen. Manchmal entstehen sie aus Ängsten, Erinnerungen und einer Wahrnehmung, der man zu lange vertraut hat. Auch Konflikte und vermeintliche Gewissheiten können größer werden, je länger sie im eigenen Kopf kreisen.


Osukaru beenden das Album deshalb nicht mit einer einfachen Auflösung. Das Stück bleibt offen und leicht beunruhigend. Nach knapp 40 Minuten steht nicht fest, welche Geschichten wahr waren und welche nur deshalb mächtig wurden, weil jemand an sie glaubte.


Härtere Gitarren, vertraute Melodien

Musikalisch bleiben Osukaru eine gute Adresse für Fans von Dokken, H.E.A.T,

Warrant oder Crazy Lixx.


Oz Hawe Petersson und Sänger Fredrik Werner halten die Balance zwischen melodischer Zugänglichkeit und härterem Gitarrendruck.


Die Refrains sind groß, die Arrangements kompakt und die Songs meist schnell auf den Punkt gebracht. Dabei klingt „Tall Tales“ kräftiger als frühere Veröffentlichungen und dürfte die Energie der Band auf der Bühne besser abbilden.


Natürlich bewegen sich einige Strukturen weiterhin eng an den bekannten Genrevorbildern. Osukaru erfinden den Melodic Hard Rock nicht neu. Die geheimnisvollere Atmosphäre und das psychologische Grundmotiv geben dem Album jedoch genügend Eigenständigkeit, um nicht wie eine weitere Achtziger-Hommage zu wirken.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von GerMusica PR)


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