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PAUL LAINE – „The Long Road Back“ Review: Zurück zu den großen Gefühlen

vor 1 Stunde
4 Min. Lesezeit

Paul Laine kehrt auf „The Long Road Back“ hörbar zu seinen melodischen Wurzeln zurück. Große Refrains, alte Lieben und Erinnerungen bestimmen das Album – am stärksten ist es dort, wo aus AOR-Nostalgie tatsächlich gelebte Erfahrung wird.


Albumcover The Long Road Rock - Paul Laine - Review

Tracklist:

1. Love Me Or Leave Me – 4:40

2. Don’t Let Me Go Tonite – 4:14

3. Someday – 4:44

4. Come Back To Me – 3:57

5. Save Me Saturday Night – 2:49

6. Her Name Is Trouble – 3:33

7. Heaven And Earth Collide – 3:30

8. Bad Habit – 3:20

9. Kiss Me California – 4:45

10. The Ones That Got Away – 4:48

11. Now That You Don’t Love Me Anymore – 5:16



Veröffentlichungsdatum: 25. September 2026

Label: Frontiers Music Srl

Genre: Melodic Rock / AOR / Hard Rock

Laufzeit: ca. 44:42 Min.


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Fazit der Redaktion:

„The Long Road Back“ ist ein gutes Melodic-Rock-Album, das ziemlich genau weiß,

für wen es gemacht ist. Paul Laine kehrt zu großen Refrains, glänzenden Gitarren und jener Mischung aus Liebe, Verlust und Erinnerung zurück, die schon immer zu seiner musikalischen Welt gehörte.


Das funktioniert nicht durchgehend gleich stark.

„Come Back To Me“ oder „Heaven And Earth Collide“ bewegen sich sehr sicher innerhalb bekannter AOR-Muster, und auch thematisch hätte etwas mehr Abwechslung gutgetan.


Dafür stehen „Don’t Let Me Go Tonite“, „Kiss Me California“ und besonders

„The Ones That Got Away“. Dort bekommt die Nostalgie ein Gesicht und Laines gereifte Stimme tatsächlich etwas zu erzählen.


„The Long Road Back“ ist deshalb keine Neuerfindung und auch kein unverzichtbarer Genreklassiker. Aber es klingt nach einem Sänger, der diesen Weg nicht aus Pflichtgefühl zurückgeht, sondern weil er noch einmal Lust darauf hatte.



"Paul Laine kehrt auf „The Long Road Back“ zu seinen melodischen Wurzeln zurück

– am stärksten wird das Album, wenn aus AOR-Nostalgie echte Erinnerung

und gelebte Erfahrung werden."



Was bekommen wir auf die Ohren?


Der Albumtitel sagt eigentlich schon alles.

Paul Laine versucht auf „The Long Road Back“ nicht, sich neu zu erfinden oder seinen Melodic Rock mit Gewalt ins Jahr 2026 zu ziehen.


Stattdessen geht es zurück zu breiten Chören, glänzenden Gitarren und großen Refrains – also genau zu jener Musik, mit der seine Stimme seit Jahrzehnten verbunden ist.


Das klingt erwartungsgemäß sehr sauber.

Bruno Ravel sorgt gemeinsam mit Laine für den passenden Rahmen, Scotty „Hooch“ Taylor gibt den Songs Druck und Andrew Oye liefert die Gitarrenarbeit dazu. Manchmal ist das fast ein wenig zu perfekt poliert. Gerade Laines Stimme bringt aber genügend gelebte Kante hinein, damit daraus keine sterile AOR-Produktion wird.


Alte Liebe und die Sache mit der Nostalgie

„Love Me Or Leave Me“ eröffnet klassisch.

Beziehung am Kipppunkt, große Gitarren, großer Refrain

– nichts daran überrascht, aber alles funktioniert.



Deutlich stärker ist „Don’t Let Me Go Tonite“.

Jugendliebe, Radio-Erinnerungen und die verpasste zweite Chance treffen hier genau die emotionale Ader, die Laine besonders gut liegt. Der Refrain gehört zu den besten des Albums und macht aus der Nostalgie mehr als bloßen Rückblick.



„Someday“ bleibt bei Herzschmerz und Hoffnung auf einen Neuanfang.

Das ist klassischer Melodic Rock bis ins letzte Detail, wird von Laine

aber glaubwürdig getragen.


Bei „Come Back To Me“ beginnt sich das Konzept dagegen etwas abzunutzen.

Wieder junge Liebe, Vergangenheit und der Wunsch, etwas Verlorenes zurückzubekommen. Gut gemacht, aber inzwischen ziemlich vertraut.


Wenn die Platte einfach Spaß haben darf

Zum richtigen Zeitpunkt kommt deshalb „Save Me Saturday Night“.

Arbeitswoche vorbei, raus aus dem Alltag und rein ins Wochenende. Keine große Geschichte, keine emotionale Vergangenheitsbewältigung.

Der Song dauert nicht einmal drei Minuten und macht gerade deshalb Spaß.


Auch „Her Name Is Trouble“ bringt etwas mehr Dreck hinein.

Die gefährliche Frau ist als Rockthema nun wirklich nicht neu, aber Laine klingt bissiger und die Gitarren drücken kräftiger.

Nach den sehr polierten ersten Songs tut diese rauere Seite dem Album gut.


„Heaven And Earth Collide“ kehrt anschließend wieder zum Gefühl zurück.

Liebe soll alte Narben heilen, der Song wächst in einen großen Refrain hinein.

Das funktioniert, wirkt allerdings etwas zu sehr nach AOR-Lehrbuch.


Mehr Eigenständigkeit zeigt „Bad Habit“.

Die toxische Anziehung bekommt ein kräftigeres Riff und eine kleine moderne Synth-Farbe. Kein Stilbruch, aber wenigstens ein anderer Farbton.


Kalifornien und Erinnerungen, die tatsächlich etwas bedeuten

Mit „Kiss Me California“ erreicht das Album einen seiner stärksten Momente.

Wieder geht es um Vergangenheit, Jugend und Liebe

– diesmal bekommt die Nostalgie aber einen konkreten Ort.


Sommer und Kalifornien werden zum Erinnerungsraum, die Produktion bekommt eine warme Westcoast-Farbe und Laine klingt, als würde er nicht einfach eine Genre-Geschichte erzählen, sondern tatsächlich zurückblicken. Der breite Refrain darf hier genau so groß sein.


Noch mehr Gewicht besitzt „The Ones That Got Away“.

Jetzt geht es nicht um eine verpasste Romanze, sondern um Menschen, die zu früh gegangen sind. Dadurch verändert sich auch der Blick auf die Vergangenheit.

Erinnerung ist plötzlich nicht nur schön, sondern schmerzhaft.


Laine übertreibt diesen Moment nicht. Gerade das macht den Song glaubwürdig.

Die Stimme trägt die Geschichte, während Gitarren und Refrain genügend Größe mitbringen, ohne das Thema zu erschlagen.


Für mich ist das der textliche Höhepunkt des Albums.


Noch einmal Herzschmerz zum Schluss

„Now That You Don’t Love Me Anymore“ beendet die Platte erwartungsgemäß groß. Beziehungsende, Reue, Alleinsein und Loslassen

– Laine holt noch einmal das komplette emotionale AOR-Besteck heraus.


Seine Stimme trägt die mehr als fünf Minuten problemlos, und die Piano-Passagen sorgen für etwas Luft. Trotzdem hätte ein wenig weniger Hochglanz und eine etwas kürzere Laufzeit dem Finale vermutlich gutgetan.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von CMM)


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