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Konzertbericht: Danko Jones - Is What You Need Tour 2025

Support: Tuk Smith & The Restless Hearts vom 12.12.2025 aus dem Astra Kulturhaus in Berlin



Ein ausverkauftes Haus, Schweiß an den Wänden und Rock’n’Roll ohne Sicherheitsnetz:


Danko Jones gehören aktuell zu den zuverlässigsten Abrisskommandos

der internationalen Rockszene.


Sieben von sieben Deutschlandshows der „Is What You Need“-Europatour restlos ausverkauft – ein eindrucksvoller Beweis für den aktuellen Rückenwind der Band.


Mit im Gepäck: das neue Album „Leo Rising“ (VÖ: 21.11.2025, RPM/Perception),

das diese Erfolgsphase nicht nur begleitet, sondern spürbar befeuert.


Am 12. Dezember 2025 pilgerten rund 500 Rockfans

ins Astra Kulturhaus nach Berlin – und bekamen exakt das, was sie erwartet hatten:


ehrlichen, lauten, kompromisslosen Rock’n’Roll.



Tuk Smith & The Restless Hearts – Glam, Groove und ehrliche Spielfreude


Der Abend begann stark. Tuk Smith & The Restless Hearts aus Nashville eröffneten mit einem Sound, der tief im 70er-Glam und klassischem Rock’n’Roll verwurzelt ist:

groovig, dreckig, charmant


Tuk 1

Wer Tuk Smith noch aus Zeiten von The Biters kennt, fühlte sich sofort zuhause.


Mit „Ballad Of A Misspent Youth“ und „Little Renegade“ setzte das Quartett gleich zwei klare Duftmarken. Frontmann Tuk Smith wirkte anfangs noch etwas zurückhaltend,

doch spätestens ab Song drei fiel jede Nervosität von ihm ab.

Die Band spielte sich sichtbar frei, der Groove wurde breiter, das Publikum offener.


Tuk 2

Spätestens bei „Girls On The East Side Of Town“ und dem eingängigen „Sadie Mae“ von der aktuellen EP „Troubled Paradise“ war klar:

Rock’n’Roll mit Herz, Hooks und Attitüde.


Dazu eine sympathische, selbstironische Interaktion mit dem Publikum,

inklusive der augenzwinkernden Klarstellung, dass Frisuren und Haarpracht echt seien

und keineswegs Perücken.


Tuk 3

Mit „Take The Long Way“ und „Runnin’ With The Wild Ones“ schraubte die Band die Stimmung zum Ende ihres 45-Minuten-Sets noch einmal deutlich nach oben.


Fazit:

Ein Support-Auftritt, wie man ihn sich wünscht: ehrlich, spielfreudig, ohne Längen...

Wenn dieses Versprechen eingelöst wird,

Tuk Smith & The Restless Hearts 2026 wieder nach Deutschland zu holen,

sollte man das dringend ernst nehmen.



Danko Jones – Rock’n’Roll auf Anschlag


Schon während der Umbaupause lag spürbare Spannung in der Luft. Das Astra Kulturhaus rückte enger zusammen, die Reihen wurden dichter, das Bier schneller.


Punkt 21:10 Uhr betraten Danko Jones die Bühne – ohne großes Brimborium, ohne Schnörkel. Ein schlichtes Bühnenbild, keine Ablenkung. Fokus: Musik.


Mit den brandneuen Songs „What You Need“ und „Diamond In The Rough

ging es sofort von null auf hundert.


Kein Warm-up, kein Vorgeplänkel – purer Rock’n’Roll mit rohem Punch.


Danko 1

Frontmann Danko Jones wirkte konzentriert, fast stoisch, während

Bassist John Calabrese mit einem Dauergrinsen quer über die Bühne fegte, als hätte er seinen Endorphinspeicher für die nächsten sechs Monate auf einen Schlag gefüllt.

Danko 2

Diese Energie war ansteckend.


I Gotta Rock“ und „Everyday Is Saturday Night“ verwandelten den Freitagabend kurzerhand in eine kollektive Partyzone. Gesungen wurde laut, getanzt wurde wild, und auch die Security hatte ordentlich zu tun:

Stagediver wurden im Minutentakt aus der Luft gefischt – professionell, ruhig, aufmerksam.


Die Setlist spannte mühelos den Bogen über fast 30 Jahre Bandgeschichte.

Egal ob ältere Klassiker oder neues Material – alles wurde gefeiert.

Circle Pits, Mitsingchöre, hüpfende Massen.


Auch Drummer Rich Knox hatte sichtlich Spaß an der Sache – präzise, druckvoll.


Danko 3

Unangefochtene Hymne des Abends: „Good Time“.

Nach dem regulären Set wurde der Song von hunderten Kehlen weitergebrüllt, bis klar war: Das hier endet nicht so. Also kamen die Kanadier zurück – und spielten „Good Time“ einfach noch einmal. Lauter, verschwitzter, ekstatischer.


Zwischen Dankesworten an die Fans durften alle sogar Teil eines spontanen Live-Videoanrufs werden, um gemeinsam Grüße an Dankos Mutter zu schicken,


Rock’n’Roll-Familienmoment inklusive


Mit „Guess Who’s Back“, „Lovercall“ und dem unverwüstlichen „My Little RnR“ ging ein Abend zu Ende, der genau das hielt, was er vorher versprach.


Rock’n’Roll, wie er gemeint ist.


Danko 4

Fazit:

Was an diesem Abend im Astra Kulturhaus passierte, war weit mehr als ein weiteres ausverkauftes Rockkonzert. Es war ein intensiver Beweis dafür, warum Rock’n’Roll live immer noch eine existenzielle Kraft besitzt – körperlich, emotional, verbindend.


Danko Jones stehen sinnbildlich für diese Haltung: keine Masken, kein doppelter Boden, keine kalkulierte Coolness. Stattdessen ehrliche Songs, Schweiß, Lautstärke

und eine unerschütterliche Liebe zur Bühne.


Danko 5

Man spürte in jeder Minute, dass diese Band nicht einfach ein Set herunterspielt, sondern lebt, was sie tut. Die rohe Direktheit, mit der neue Songs nahtlos neben jahrzehntealten Klassikern bestehen, zeigt eine seltene Form von Kontinuität.

Das Publikum war dabei nicht bloßer Konsument, sondern aktiver Teil des Geschehens: singend, springend, treibend, auffangend.


Man lag sich in den Armen, Stimmen versagten, Beine brannten und genau das wollte man.



©Fotos & Text: Juliane Eiserbeck

(Text wurde redaktionell überarbeitet)


Wir bedanken uns an dieser Stelle bei All Noir für die Akkreditierung und Organisation

sowie beim Astra Kulturhaus Berlin für die nette Betreuung vor Ort.

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