top of page

The Green Goblins – „The Green Goblins“ Review: Celtic Folk Rock zwischen Pub, Straße und Festivalbühne

vor 12 Stunden
5 Min. Lesezeit

Rau, direkt und ohne steife Traditionspflege: The Green Goblins liefern ein Debütalbum voller elektrischer Geige, druckvoller Rhythmen und Refrains, die für Bewegung statt ehrfürchtiges Zuhören gemacht sind.


Albumcover The Green Goblins - Review

Tracklist:

1. What’s Wrong, What’s Right – 3:06

2. Tally Ho – 2:53

3. Whiskey, Tequila, Vodka & Beer – 3:19

4. Roll On – 2:51

5. Spinning Goblin – 3:34

6. Turn It Around – 2:48

7. Take A Stand – 3:48

8. The Battle Of Sturning Bridge – 3:00

9. The Courier – 4:01

10. Free Soul – 2:58

11. Johnny Jump Up – 3:24

12. Goblins March – 4:14



Veröffentlichungsdatum: 02. Oktober 2026

Label: Metalville

Genre: Celtic Folk Rock / Celtic Folk ’n’ Roll

Laufzeit: ca. 39:56 Minuten


Das Album „The Green Goblins“ jetzt bei JPC bestellen:




Fazit der Redaktion:

„The Green Goblins“ ist ein sympathisch unverkopftes Debütalbum, das genau weiß, wo seine größten Stärken liegen. Die Band erfindet den Celtic Folk Rock nicht neu und versucht auch gar nicht erst, ihre musikalischen Vorbilder zu verbergen. Stattdessen setzt sie auf Energie, Spielfreude, elektrische Geige und einen ausgeprägten Instinkt für die Bühne.


Nicht jeder Song besitzt eine eigenständige Handschrift, und manche Arrangements hätten etwas mehr Mut vertragen können. Doch die kompakte Laufzeit, der hohe Bewegungsdrang und die glaubwürdige Mischung aus Pub-Atmosphäre und Rockdruck sorgen dafür, dass das Album schnell zündet.


Wer Celtic Folk Rock mit rauer Kante, trinkfesten Refrains und wenig Interesse an feierlicher Traditionspflege mag, dürfte mit den Green Goblins schnell warm werden.



"Elektrische Geige, volle Gläser und keine Zeit für Stillstand:

The Green Goblins liefern ein Debüt für Pub und Festivalbühne."



Was bekommen wir auf die Ohren?


The Green Goblins klingen bereits auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum wie eine Band, die ihre Songs nicht zuerst für Kopfhörer, sondern für verschwitzte Clubs, volle Pubs und Festivalbühnen geschrieben hat. „The Green Goblins“ wirkt nicht wie das Ergebnis monatelanger Feinarbeit an einem klinisch perfekten Studioprodukt. Die Platte lebt von Bewegung, Direktheit und dem Gefühl, dass hier vier Musiker genau wissen, wie man ein Publikum innerhalb weniger Takte auf die Beine bekommt.


Geige, Gitarre, Bass und Schlagzeug reichen dabei vollständig aus, um den notwendigen Druck aufzubauen. Der Dudelsack ist im musikalischen Hintergrund noch zu erahnen, doch die aktuelle Ausrichtung setzt deutlich stärker auf Rockenergie.


Besonders die elektrische Geige übernimmt immer wieder die Führung und wird zum zentralen Erkennungsmerkmal des Albums.


Ohne Umwege in den ersten Refrain

„What’s Wrong, What’s Right“ eröffnet die Platte ohne langes Vorspiel. Kein Fantasy-Nebel, keine ausufernde Instrumentaleinleitung und kein Versuch, künstlich historische Atmosphäre zu erzeugen. Stattdessen gibt es geradlinigen Folk Rock mit klarer Kante, treibendem Rhythmus und einer Melodie, die schnell ihren Platz findet.


Noch unmittelbarer wirkt „Tally Ho“. Der Song bringt genau jene Pub-Energie mit, bei der bereits nach wenigen Sekunden klar ist, dass Sitzenbleiben keine vernünftige Option darstellt. Die Band setzt auf Tempo, einen griffigen Refrain und eine Geige, die den Song nicht nur begleitet, sondern nach vorne peitscht.


Trinkhymnen mit genügend Selbstironie

Mit „Whiskey, Tequila, Vodka & Beer“ liegt der erwartbare Trinkhymnen-Moment früh offen auf dem Tisch. Schon der Titel macht keine Anstalten, besonders subtil zu wirken.

Das muss er allerdings auch nicht.

The Green Goblins spielen solche Nummern mit genügend Tempo, Selbstironie und musikalischer Konsequenz, sodass der Song nicht in belanglosen Partyrock abrutscht.



„Roll On“ hält die Energie hoch und zeigt, warum die Band bereits vor Erscheinen des Albums mit einzelnen Songs Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte. Der Track ist kompakt, melodisch sofort zugänglich und klar darauf ausgelegt, bereits beim ersten Durchlauf hängen zu bleiben. Überflüssige Umwege gibt es auch hier nicht.


Die Geige übernimmt das Kommando

Zu den stärksten Momenten des Albums gehört „Spinning Goblin“. Hier darf die elektrische Geige besonders deutlich nach vorne treten und verleiht dem Song eine wirbelnde, beinahe rastlose Dynamik. Das Stück dreht sich, zieht an und bleibt dennoch kontrolliert genug, um nicht in bloßes Tempochaos zu kippen.


„Turn It Around“ wirkt anschließend etwas kompakter und bodenständiger. Die Band nimmt sich minimal zurück, ohne den Schwung zu verlieren. Dadurch entsteht ein sinnvoller Kontrast, der dem ansonsten sehr geradlinigen Album gut tut.



Mehr als Bierkrüge und Pubromantik

Mit „Take A Stand“ zeigen The Green Goblins, dass sie nicht ausschließlich über Alkohol, Tanz und ausgelassene Nächte erzählen wollen. Der Song schlägt einen ernsteren Ton an und stellt Haltung stärker in den Mittelpunkt. Statt ausschließlich den nächsten Refrain zum Hochhalten des Bechers zu liefern, geht es um Widerstand, Selbstbehauptung und die Bereitschaft, nicht jeden vorgegebenen Weg mitzugehen.


Diese zusätzliche inhaltliche Ebene verleiht dem Album mehr Gewicht.

„The Green Goblins“ funktioniert dadurch nicht nur als Begleitmusik für Pub und Festival, sondern zeigt zumindest stellenweise, dass die Band auch jenseits der bekannten Genreformeln etwas zu sagen hat.


Schlachtfeldstimmung ohne Mittelaltermarkt-Kitsch

„The Battle Of Sturning Bridge“ bringt historische und martialische Elemente ins Spiel. Der Song arbeitet mit Marschrhythmus, Folk-Pathos und einer gewissen Schlachtfeldstimmung, ohne vollständig in bekannte Mittelaltermarkt-Klischees abzurutschen. Statt Schwerterromantik bis zum Überfluss gibt es eine kompakte Rocknummer, die ihre Bilder schnell aufbaut und ebenso schnell wieder verschwindet.


„The Courier“ nimmt sich mit etwas mehr als vier Minuten deutlich mehr Raum. Hier geht es weniger um den direkten Treffer und stärker um Atmosphäre. Die Band lässt den Song wachsen, baut Spannung auf und zeigt, dass sie nicht ausschließlich in kurzen Pub-Hymnen denken muss.


Freiheit, Bewegung und ein letzter Marsch

Gegen Ende des Albums rückt das Motiv persönlicher Freiheit noch einmal stärker in den Vordergrund. „Free Soul“ klingt nach Bewegung, Ausbruch und dem Wunsch, sich nicht festhalten zu lassen. Der Song ist leichtfüßiger als einige der vorherigen Nummern, bleibt aber fest im druckvollen Grundsound der Band verankert.


Mit „Johnny Jump Up“ greifen The Green Goblins anschließend tief in die irische Pub-Tradition. Der Song fügt sich erwartbar gut in das Album ein und dürfte live schnell zu einem jener Momente werden, bei denen Band und Publikum nicht mehr klar voneinander zu trennen sind.


„Goblins March“ bildet schließlich den passenden Abschluss. Statt sich ruhig zu verabschieden, marschiert die Band mit ihrem längsten Stück noch einmal entschlossen nach vorne. Geige, Rhythmusgruppe und Gitarren bündeln die Energie des Albums in einem Finale, das weniger nach Schlussakkord als nach Aufbruch zur nächsten Bühne klingt.


Rau, aber nicht unfertig

Klanglich findet das Album eine überzeugende Balance. Die Produktion bleibt rau genug, um die Band glaubwürdig und lebendig wirken zu lassen, klingt aber gleichzeitig sauber genug, um nicht den Eindruck eines besseren Demos zu hinterlassen.


Die elektrische Geige setzt sich gut im Mix durch, ohne die Gitarren vollständig zu verdrängen. Bass und Schlagzeug halten das Fundament stabil und sorgen dafür, dass die Songs auch in den schnelleren Momenten nicht auseinanderfallen.


Etwas mehr Variation in den Arrangements hätte dem Album dennoch gutgetan.

Mehrere Stücke folgen einem ähnlichen Muster aus kurzem Einstieg, treibendem Rhythmus, markanter Geige und griffigem Refrain. Das funktioniert zuverlässig, sorgt über knapp 40 Minuten aber auch für eine gewisse Vorhersehbarkeit.


Dafür leistet sich die Platte kaum echte Leerlaufmomente.

Die Songs bleiben kompakt, direkt und klar auf ihre Wirkung ausgerichtet.




Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Flying Dolphin Entertainment UG)


In diesem Beitrag sind Affiliate-Links enthalten. Wenn ihr darüber einkauft, unterstützt ihr norush-webzine.com.

Für euch entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page