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Code Red – „Incendiary“ Review: Dieses AOR-Album verdient eine zweite Chance

11. Juli
4 Min. Lesezeit

Neun Jahre nach der Erstveröffentlichung kehrt das einzige Album von Code Red remastert und um drei spannende Bonustracks erweitert zurück.


Albumcover Incendiary - Code Red

Tracklist:

1. I Won’t Be Your Hero

2. Heat Of The Night

3. Lift Me Up

4. My Hollywood Ending

5. Saving Grace

6. Eternal Pretender

7. Like I Remember You

8. Forever And A Day

9. Returning The Flame

10. Are You Leaving Now

11. Into The Fire

12. Some Of Us

13. Saving Grace (Demo Version)



Veröffentlichungsdatum (Reissue): 17. Juli 2026

Label: Pride & Joy Music Classixx


Limitierung: 300 CDs

Laufzeit: ca. 59:44 Minuten

Produktion: Daniel Flores

Remastering: Jimmy Gunnarsson

Genre: AOR / Melodic Rock



Fazit der Redaktion:

„Incendiary“ ist ein melodisch starkes AOR-Album, das seine Wiederveröffentlichung verdient hat. Die großen Refrains, ausgewogenen Arrangements und Ulrick Lönnqvists charaktervoller Gesang funktionieren auch neun Jahre später noch hervorragend.


Das Remaster behandelt das Original mit dem nötigen Respekt, während die drei Bonustracks tatsächlich etwas zum Album beitragen. Schade bleibt nur, dass Code Red nie ein zweites Werk folgen ließen. Bis sich daran vielleicht doch noch etwas ändert, ist diese limitierte Ausgabe die vollständigste und beste Fassung von „Incendiary“.




Was bekommen wir auf die Ohren?


Manche Alben verschwinden kurz nach ihrer Veröffentlichung wieder vom Markt und entwickeln erst später ein Eigenleben. „Incendiary“ von Code Red gehört zu diesen Platten. Das einzige Album des schwedischen Projekts um Sänger Ulrick Lönnqvist und Gitarrist Morgan Jensen erschien ursprünglich 2017 und wurde mit den Jahren zu einer gesuchten AOR-Rarität.


Am 17. Juli 2026 erscheint „Incendiary“ nun über Pride & Joy Music Classixx als remasterte Neuauflage. Die CD ist auf 300 Exemplare limitiert und enthält neben den zehn Originalsongs drei Bonustracks. Für Fans, die das Album damals verpasst haben, ist das eine willkommene Gelegenheit. Besitzer der ursprünglichen Ausgabe bekommen wiederum genügend zusätzliches Material, um einen erneuten Kauf interessant zu machen.


Große Refrains mit rauer Stimme

„I Won’t Be Your Hero“ steigt ohne lange Anlaufzeit ein. Gitarren, Keyboards und ein großer Refrain liefern alles, was man von klassischem AOR erwartet. Inhaltlich geht es um die Weigerung, weiterhin eine Rolle zu spielen, die andere vorgegeben haben. Das lyrische Ich möchte kein Retter sein und schon gar nicht länger an fremden Erwartungen gemessen werden.


Ulrick Lönnqvists Stimme ist dabei ein entscheidender Faktor. Sie besitzt genug Rauheit, um den sehr melodischen Arrangements Bodenhaftung zu geben. Code Red klingen nie zu weich oder klinisch sauber. Selbst wenn die Keyboards glänzen und die Chöre groß auffahren, bleibt etwas Menschliches im Zentrum.


„Heat Of The Night“ und „Lift Me Up“ legen den Schwerpunkt stärker auf romantische Spannung und gegenseitigen Halt. Beide Songs sind eingängig, ohne völlig vorhersehbar zu wirken. Besonders „Lift Me Up“ zeigt, wie gut Code Red darin sind, emotionale Themen in Refrains zu verpacken, die sofort funktionieren.


Wenn das Happy End ausbleibt

„My Hollywood Ending“ gehört zu den stärksten Songs des Albums. Der Titel verspricht zunächst großes Gefühl, doch der Text stellt genau dieses Versprechen infrage. Nicht jede Beziehung folgt einem perfekten Drehbuch, und nicht jedes Leben endet dort, wo es einem Filme und romantische Erzählungen gerne vormachen.


Der Song verbindet diese Ernüchterung mit einem jener Refrains, die trotzdem nach oben ziehen. Genau dieser Kontrast funktioniert: Die Musik klingt groß, während der Text bereits Zweifel am erhofften Happy End anmeldet.


„Saving Grace“ sucht anschließend nach einem Menschen, der Halt geben und alte Wunden heilen kann. Der Song bewegt sich nah an klassischen AOR-Mustern, wirkt dabei aber ehrlich genug, um nicht in Kitsch abzurutschen. „Eternal Pretender“ schlägt eine kühlere Richtung ein und beschäftigt sich mit falschen Fassaden. Wunschbild und Wirklichkeit fallen auseinander, während die Beziehung langsam ihre Glaubwürdigkeit verliert.


Erinnerungen sind nicht immer zuverlässig

In der zweiten Albumhälfte wird „Incendiary“ nachdenklicher. „Like I Remember You“

stellt eine Frage, die wahrscheinlich viele kennen:

Vermisst man wirklich einen Menschen oder nur die Erinnerung an das,

was einmal gewesen ist?

Mit gut dreieinhalb Minuten ist der Song einer der kürzeren Titel, bleibt aber gerade durch seine melancholische Stimmung hängen.


„Forever And A Day“ greift das klassische Versprechen ewiger Verbundenheit auf.

Code Red gehen dabei nicht zynisch vor, lassen aber genug Zweifel zwischen den Zeilen stehen. Das passt zu einem Album, das Beziehungen selten als eindeutige Glücksgeschichten erzählt.


„Returning The Flame“ handelt von Leidenschaft, die erneut aufflammt.

Der Song bringt wieder etwas mehr Wärme und Schwung in die Platte, bevor

„Are You Leaving Now“ das ursprüngliche Album mit drohendem Abschied beendet.

Die letzte Frage bleibt offen. Gerade deshalb wirkt der Abschluss emotional glaubwürdig.


Ein Remaster mit Augenmaß

Produzent Daniel Flores gibt „Incendiary“ einen klaren und kraftvollen AOR-Sound.

Gitarren, Keyboards und mehrstimmige Refrains stehen in einem guten Verhältnis zueinander. Das Album ist hörbar in der Tradition des klassischen Melodic Rock verwurzelt, wirkt aber nie wie eine billige Kopie vergangener Jahrzehnte.


Jimmy Gunnarssons Remaster bringt mehr Klarheit in die Aufnahmen, ohne den ursprünglichen Charakter zu verändern. Das ist bei Wiederveröffentlichungen nicht selbstverständlich. „Incendiary“ klingt frischer, aber nicht künstlich aufgeblasen.

Die Songs dürfen weiterhin nach 2017 klingen, nur eben in einer etwas saubereren und vollständiger ausgeleuchteten Fassung.


Drei Bonustracks mit echtem Mehrwert

Das Bonusmaterial ist mehr als ein hübscher Zusatz.

„Into The Fire“ besitzt viel Energie und weckt unweigerlich die Frage, wie ein zweites Code-Red-Album hätte klingen können. Der Song fügt sich problemlos an das ursprüngliche Material an und gehört zu den stärkeren Argumenten für diese Neuauflage.


„Some Of Us“ bringt durch Michael Palace eine besonders elegante Melodic-Rock-Note ins Spiel. Der Song wirkt etwas geschmeidiger, ohne aus dem Gesamtbild zu fallen.


Die Demo-Version von „Saving Grace“ ist schließlich vor allem für jene interessant, die tiefer in die Entstehung des Albums eintauchen möchten. Das leicht veränderte Arrangement zeigt, welchen Weg der Song bis zur fertigen Albumfassung genommen hat.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von GerMusica PR & Management)

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