Caroline Breitler & Band – Roots Review: Zwischen Schweizer Hardrock, persönlicher Tiefe und moderner Härte
Caroline Breitler & Band verbinden klassischen Hardrock mit moderneren Metal-Farben und persönlichen Themen – kompakt, direkt und getragen von einer Stimme, die auch die leisen Zwischentöne beherrscht.

Tracklist:
1. Sentinel – 3:56
2. Genghis Khan – 4:01
3. A Million Miles – 3:12
4. If Nobody Loves You feat. Mark Fox & Ivan Keller – 4:37
5. In Her Shadow – 3:37
6. Calling – 4:16
7. Stuck In The Cold – 3:57
8. Dad – 3:44
9. Light To Dark – 3:11
Veröffentlichungsdatum: 25. September 2026
Label: El Puerto Records
Vertrieb: Kontor New Media / Edel
Genre: Hard Rock / Melodic Hard Rock / Modern Metal
Laufzeit: 34:34 Min.
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Fazit der Redaktion:
„Roots“ ist ein gutes Hardrock-Album, das seine stärksten Momente immer dann hat, wenn Caroline Breitler & Band etwas mehr Persönlichkeit und etwas weniger Genre-Routine zulassen. „Sentinel“, „If Nobody Loves You“, „In Her Shadow“, „Stuck In The Cold“ und „Dad“ zeigen am deutlichsten, wo die Reise hingehen kann.
Nicht jeder Refrain überrascht und die moderneren Einflüsse bleiben eher Farbtupfer als echte Kursänderung. Trotzdem wirkt die Mischung stimmig. Die Platte ist kompakt, druckvoll und persönlich genug, um zwischen all den Melodic-Hard-Rock-Veröffentlichungen nicht einfach unterzugehen.
Vor allem Breitlers Stimme macht den Unterschied. Sie kann glänzen, muss es aber nicht ständig – und genau dann wird „Roots“ am interessantesten.
"„Roots“ verbindet klassischen Schweizer Hardrock mit moderner Härte und persönlichen Themen
– getragen von Caroline Breitlers Stimme, die besonders in den ruhigeren Momenten überzeugt."
Was bekommen wir auf die Ohren?
Caroline Breitler & Band bewegen sich auf vertrautem Terrain zwischen Hardrock, melodischem Metal und einigen moderneren Einschlägen. Dabei versuchen sie gar nicht erst, ihre Herkunft hinter einem möglichst internationalen Hochglanzsound zu verstecken.
Der Albumtitel ist dabei mehr als eine hübsche Überschrift.
Herkunft, innere Stabilität, alte Muster, Loslassen und die Frage, was einen trägt,
wenn es schwierig wird, tauchen immer wieder auf.
Das macht aus „Roots“ noch kein Konzeptalbum, gibt den neun Songs aber
einen gemeinsamen Kern.
„Sentinel“ setzt gleich die Richtung
„Sentinel“ eröffnet mit ordentlich Gitarrendruck.
Kein langes Vorgeplänkel, sondern ein geradliniger Einstieg mit einem Refrain, der schnell sitzt. Caroline Breitler steht stimmlich sofort im Mittelpunkt, ohne dass ihre Mitmusiker zu Statisten werden.Gerade das funktioniert gut. Alain Schnebles Gitarren bringen genügend Kante mit, Andreas Caplazis Keyboards sorgen für zusätzliche Breite, ohne dem Song seinen Rockcharakter zu nehmen.
„Genghis Khan“ legt danach noch etwas Gewicht drauf.
Der Song wirkt martialischer und lässt die moderne Metal-Seite deutlicher durchscheinen. Trotzdem bleibt genügend Melodie übrig, sodass die Nummer nicht im
bloßen Riff-Gewitter endet.
„A Million Miles“ kommt anschließend genau zum richtigen Zeitpunkt.
Der Song ist kürzer, schlanker und gibt der Platte etwas Luft. Diese Abwechslung tut „Roots“ gut, denn neun Songs mit ständigem maximalem Druck hätten schnell ermüdet.
Ein Duett, das nicht zum Selbstzweck wird
Der offensichtlichste Blickfang der Tracklist ist „If Nobody Loves You“.
Mark Fox von Shakra übernimmt den Duettpart, Ivan Keller von Jelusick ist an der Gitarre zu hören. Die Namen wecken Erwartungen, der Song versucht aber erfreulicherweise nicht, daraus eine große Gästeshow zu machen.
Im Kern bleibt es eine Rockballade.
Inhaltlich geht es weniger um romantisches Selbstmitleid als um Selbstannahme.
Breitler und Fox ergänzen sich dabei gut. Ihre warme, kraftvolle Stimme trifft auf seine rauere Hardrock-Färbung, ohne dass einer den anderen übertrumpfen muss.
Auch Keller hält sich dort zurück, wo Zurückhaltung sinnvoll ist. Kein aufgesetztes Gitarrenschaulaufen, sondern Akzente im Dienst des Songs.
Gerade deshalb funktioniert die Nummer.
Wenn es dunkler wird, wird „Roots“ interessanter
„In Her Shadow“ zieht die Zügel anschließend wieder an.
Die dunklere Stimmung steht der Band ausgesprochen gut. Hier wirkt das Zusammenspiel besonders geschlossen und weniger darauf bedacht, einen möglichst offensichtlichen Hardrock-Refrain zu platzieren.
Auch „Calling“ profitiert davon, dass Caroline Breitler nicht permanent mit voller Kraft singt.
Ihre Stimme besitzt genügend Druck, um ein Album problemlos zu dominieren. Interessanter wird sie aber häufig dann, wenn sie genau das nicht tut. In den ruhigeren und zurückgenommenen Passagen bekommt der Gesang mehr Charakter.
„Stuck In The Cold“ gehört zu den stärkeren Songs der zweiten Hälfte.
Kälte, Stillstand und Distanz spiegeln sich auch in der Musik wider. Die Nummer bleibt eingängig, trägt aber genügend Schatten mit sich herum, um nicht einfach vorbeizulaufen.
„Dad“ zeigt die modernere Seite
Bei „Dad“ verändert sich der Ton noch einmal.
Der Song ist persönlicher, gleichzeitig sorgen schwerere Gitarren und moderne Synthfarben für eine kantigere Oberfläche.
Hier werden die zeitgemäßeren Einflüsse des Albums am deutlichsten.
Man kann durchaus Spuren von Nu Metal oder modernem Alternative Metal heraushören, ohne dass Caroline Breitler & Band plötzlich ihre musikalische Identität wechseln. Diese Elemente bleiben eine zusätzliche Farbe und werden nicht zum neuen Grundgerüst erklärt.
Genau das ist wahrscheinlich die richtige Entscheidung.
„Roots“ funktioniert am besten, wenn klassischer Hardrock und modernere Härte nebeneinanderstehen, statt gegeneinander anzutreten.
„Light To Dark“ beendet das Album anschließend ohne übertriebenes Finale.
Nach all den Themen rund um Herkunft, Verletzlichkeit und Veränderung passt dieser kompakte Abschluss besser als ein künstlich aufgeblasener Sieben-Minuten-Schlusspunkt.
Nicht neu – aber ziemlich sicher gespielt
Natürlich erfindet „Roots“ den Hardrock nicht neu.
Einige Refrains lassen früh erkennen, wohin sie führen, und manches bewegt sich sehr sicher innerhalb bekannter Genregrenzen.
Wer Gotthard, Shakra oder The New Roses hört, wird sich schnell zurechtfinden.
Die moderneren Einflüsse verändern daran weniger, als man zunächst vermuten könnte. Sie sorgen für Kanten und andere Klangfarben, übernehmen aber nie
vollständig das Kommando.
Das ist allerdings kein großes Problem. Alessandro Del Vecchios Produktion gibt den Songs Druck und Klarheit, ohne alles auf Hochglanz zu polieren. Vor allem aber besitzt Caroline Breitler genügend Persönlichkeit in ihrer Stimme, damit „Roots“ nicht wie eine weitere sauber produzierte Hardrock-Platte aus dem Baukasten klingt.
Mit gut 34 Minuten ist außerdem Schluss, bevor sich das Konzept abnutzen kann.
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(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von El Puerto Records)
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