GENERATION STEEL – „Steelmachine“ Review: Stahl, Krieg und unbequeme Geschichten
Generation Steel bleiben fest im traditionellen deutschen Heavy Metal verwurzelt. Hinter großen Refrains und martialischen Bildern stecken auf „Steelmachine“ aber überraschend oft Geschichten über Fanatismus, Machtmissbrauch und persönliche Krisen.

Tracklist:
1. Steelmachine – 4:31
2. Wings Of Fire – 3:59
3. Witches Cross – 4:49
4. The Priest – 3:30
5. I Am The Storm – 4:13
6. Fields Of Pain – 3:43
7. Rise Up feat. Piet Sielck – 4:17
8. New Frontiers – 4:21
9. Island Of Tragedy – 8:17
Veröffentlichungsdatum: 16. Oktober 2026
Label: Fireflash Records
Genre: Traditional Heavy Metal / German Heavy Metal / Power Metal
Laufzeit: 41:40 Min.
Das Album „Steelmachine“ bei JPC bestellen:
Fazit der Redaktion:
„Steelmachine“ ist klassischer deutscher Heavy Metal, aber keineswegs nur eine weitere Platte über Stahl und Schlachten.
Die Vorbilder sind klar hörbar, und nicht jeder Refrain ist besonders originell.
„The Priest“ bleibt etwas eindimensional, während „Wings Of Fire“ und „New Frontiers“ sehr sicher bekannten Genrepfaden folgen.
Dagegen stehen „Witches Cross“, „I Am The Storm“, „Fields Of Pain“ und vor allem „Island Of Tragedy“. Dort erzählen Generation Steel deutlich mehr als die üblichen Metalgeschichten und zeigen, welches Potenzial in der neuen Besetzung steckt.
Mike Stark passt hervorragend zur Band, Thilo Herrmann und Jack the Riffer liefern ein starkes Gitarrenfundament und Piet Sielck sorgt für einen druckvollen, zeitgemäßen Sound.
Generation Steel erfinden Heavy Metal nicht neu. Sie machen ihn auf „Steelmachine“ aber an vielen Stellen interessanter, als Titel und Aufmachung zunächst vermuten lassen.
"Neue Besetzung, starke Stimme und ernstere Themen: „Steelmachine“ ist ein klarer Schritt nach vorne und verdient sich seine 8,5 Punkte."
Was bekommen wir auf die Ohren?
Bei einem Bandnamen wie Generation Steel und einem Albumtitel wie „Steelmachine“ liegt die Erwartung nahe: schwere Riffs, Schlachten, große Refrains und reichlich Metal-Pathos.
All das gibt es – aber eben nicht nur.
Hinter der klassischen Oberfläche stehen erstaunlich ernste Themen.
Krieg, Fanatismus, Manipulation, innere Kämpfe und zerstörte Leben ziehen sich durch die Platte. Musikalisch bleiben Accept, Grave Digger, Iron Savior oder ältere Running Wild jederzeit in Reichweite, doch Generation Steel schreiben diesmal
konzentrierter und abwechslungsreicher.
Vor allem der neue Sänger Mike Stark bringt zusätzliche Möglichkeiten.
Er kann die hohen Metal-Lagen bedienen, klingt in der kräftigen Mittellage aber mindestens genauso überzeugend. Gerade die düsteren und erzählerischen Songs profitieren davon.
Zwischen Kriegsmaschine und Hexenjagd
Der Titeltrack „Steelmachine“ eröffnet mit schwerem Riffing und
einem eingängigen Chorus.
Die Maschine steht dabei nicht für irgendeinen romantischen Stahlkoloss, sondern für moderne Kriegs- und Technologiesysteme, die sich irgendwann gegen ihre Schöpfer richten. Musikalisch sehr traditionell, inhaltlich deutlich unbequemer.
„Wings Of Fire“ zieht das Tempo an und verpackt einen inneren Kampf in Bilder eines Luftgefechts. Zweifel, Angst und Durchhaltewillen treffen auf klassischen Power Metal
– gut gespielt, aber recht vertraut.
Stärker ist „Witches Cross“. Hexenverbrennung und ein aufgehetzter Mob stehen hier stellvertretend für Ausgrenzung und öffentliche Vorverurteilung.
Dunkle Riffs, melodische Gitarren und Starks dramatischer Gesang machen daraus einen der stärksten Songs der Platte.
„The Priest“ bleibt thematisch bei Manipulation und Angst, wird musikalisch aber deutlich kompakter und eindimensionaler.
Kein Ausfall, im direkten Umfeld allerdings weniger prägend.
Die stärksten Songs schauen hinter die Fassade
„I Am The Storm“ klingt zunächst wie die nächste Selbstbehauptungshymne, erzählt aber eigentlich von Narben, Kontrollverlust und der Gefahr, den eigenen Schmerz weiterzugeben. Genau diese Ambivalenz macht den Song spannender als den Titel vermuten lässt.
Auch „Fields Of Pain“ verwendet Schlachtfeldbilder eher als Metapher für persönliche Krisen. Das langsamere, schwerere Riffing und der kontrolliertere Gesang
stehen Mike Stark besonders gut.
Mit „Rise Up“ kommt Piet Sielck als Gastsänger hinzu.
Der Song beschreibt gesellschaftliches Elend und einen Aufstand gegen Unterdrückung. Der Refrain ist simpel, dürfte live aber funktionieren
– und der Kontrast der beiden Stimmen bringt Abwechslung.
„New Frontiers“ wird anschließend heller.
Neue Horizonte, Aufbruch und persönlicher Neuanfang treffen auf klassischen melodischen Heavy Metal. Handwerklich stark, aber deutlich näher an bekannten Genreformen.
„Island Of Tragedy“ zeigt eine andere Seite
Das große Finale „Island Of Tragedy“ nimmt sich mehr als acht Minuten Zeit und hebt das Album noch einmal auf eine andere Ebene.
Thematisch geht es um den Jeffrey-Epstein-Skandal, um Missbrauch, Schweigen und einen Machtapparat, der Täter schützt und Opfer zum Verstummen bringt.
Der Text verzichtet dabei auf sensationsheischende Details und richtet den Blick
stärker auf das System dahinter.
Auch musikalisch verlässt die Band erstmals deutlich das kompakte Strophe-Refrain-Muster. Ruhigere Passagen, schwere Riffs, Chöre und längere Gitarrenabschnitte bauen
eine bedrückende Atmosphäre auf.
Ein paar Stellen hätten gestrafft werden können, doch gerade hier entwickelt Generation Steel am deutlichsten eine eigene Persönlichkeit.
Kontakt:
(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von United Forces PR)
In diesem Beitrag sind Affiliate-Links enthalten. Wenn ihr darüber einkauft, unterstützt ihr norush-webzine.com.
Für euch entstehen keine zusätzlichen Kosten.






Kommentare