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SERGEANT STEEL – „Golden Absolution“ Review: Große Refrains, offene Wunden und falsche Propheten

vor 3 Stunden
5 Min. Lesezeit

Sergeant Steel verbinden auf ihrem sechsten Studioalbum klassischen Hard Rock mit Blues, Southern Rock und überraschend ernsten Texten. Die Österreicher klingen spielfreudig und abwechslungsreich – und zeigen, dass hinter großen Refrains durchaus mehr stecken kann als Rock’n’Roll-Romantik.


Albumcover Golden Absolution - Sergeant Steel - Review

Tracklist:

1. 1000 Lives – 5:04

2. Back On The Track – 3:32

3. Teeny Meany – 4:49

4. Hold Your Fire – 4:10

5. Lonely Street Of Broken Hearts – 5:18

6. Fool For Your Lovin’ – 2:52

7. Catch The Train – 3:28

8. Stay With Me – 3:13

9. Wireless – 5:36

10. Dying Love – 4:55




Veröffentlichungsdatum: 16. Oktober 2026

Label: Metalapolis Records

Genre: Classic Rock / Melodic Hard Rock / Blues Rock

Laufzeit: 42:57 Min.

Produktion: Jack Power und Sergeant Steel

Mix: Jack Power und Chuck Boom

Mastering: Jens Bogren (Fascination Street Studios)


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Fazit der Redaktion:

„Golden Absolution“ ist ein starkes Hardrock-Album, das deutlich mehr bietet als vertraute Riffs und große Refrains.


Sergeant Steel verbinden klassischen Rock’n’Roll mit Blues, Southern Rock und überraschend ernsten Themen. Besonders „Back On The Track“, „Hold Your Fire“, „Catch The Train“, „Wireless“ und „Dying Love“ zeigen, wie abwechslungsreich die Band inzwischen aufgestellt ist.


Nicht jeder Song erreicht dieses Niveau. „Teeny Meany“ und „Fool For Your Lovin’“ bleiben stärker bei bekannten Rock’n’Roll-Motiven, während „1000 Lives“ mit einem griffigeren Refrain noch mehr Wirkung entfaltet hätte.


Dafür stimmen die entscheidenden Dinge:

Die Band spielt hörbar miteinander, Phil Vanderkill überzeugt sowohl bei den kräftigen Rocknummern als auch in den ruhigeren Momenten,

und die Keyboards verleihen dem Album zusätzliche Farbe.


Sergeant Steel klingen auf „Golden Absolution“ erfahren, aber keineswegs müde.

Die Österreicher wissen, wie klassischer Hard Rock funktionieren muss, und haben dabei genügend eigene Ideen, um nicht bloß alte Vorbilder zu bedienen.



"Große Refrains, lebendige Gitarren und jede Menge Spielfreude:

„Golden Absolution“ zeigt Sergeant Steel von ihrer vielseitigen Seite, ohne die klassischen Hardrock-Wurzeln zu verleugnen."



Was bekommen wir auf die Ohren?


Sergeant Steel wissen, wie man einen guten Hardrocksong schreibt.

Kräftige Gitarren, große Refrains und Phil Vanderkills angeraute Stimme gehören längst zum festen Repertoire der Österreicher.


Auf „Golden Absolution“ klingt diese Mischung allerdings besonders lebendig.


Das dürfte auch an der Entscheidung liegen, die instrumentalen Grundlagen erstmals gemeinsam im Studio einzuspielen. Schlagzeug, Bass, Gitarren und Keyboards greifen hörbar ineinander. Die Produktion bleibt modern und druckvoll, bewahrt sich aber genügend Dynamik.


Auch stilistisch ist mehr los, als man zunächst vermuten würde.

Neben klassischem Hard Rock finden sich Country- und Southern-Rock-Einflüsse,

bluesige Passagen und sogar ein Kinderchor. Vor allem Keyboarder Ben Bateman bekommt viel Raum. Seine Orgel- und Klavierparts sind nicht bloß Beiwerk, sondern prägen mehrere Songs entscheidend.


Zwischen Neuanfang und Rock’n’Roll-Übermut

„1000 Lives“ eröffnet mit einem schweren Groove und dicht gestaffelten Gitarren.


Textlich geht es um Täuschung, Manipulation und die Folgen für andere Menschen.

Der Song besitzt Gewicht, braucht aber etwas länger, um in Fahrt zu kommen.

Ein prägnanterer Refrain hätte ihm gutgetan.


Deutlich direkter ist „Back On The Track“.

Nach Schmerz und Selbstzweifeln geht es darum, das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen. Die Band liefert dazu einen treibenden Rhythmus, ein klassisches Gitarrensolo und einen Refrain, der sofort sitzt. Hier hört man besonders gut, wie viel Schwung in den gemeinsam eingespielten Songs steckt.



„Teeny Meany“ schlägt anschließend eine andere Richtung ein.

Country- und Southern-Rock-Farben begleiten eine überzeichnete Geschichte über Verführung und einen selbst ernannten Rock’n’Roll-Cowboy. Das besitzt Charme und einen lässigen Groove, wird mit knapp fünf Minuten allerdings etwas länger ausgespielt als nötig.


„Hold Your Fire“ hat eine klare Botschaft

Mit „Hold Your Fire“ wird das Album deutlich ernster.


Kinderstimmen eröffnen den Song, während der Text Umweltzerstörung, Hunger, Gewalt und die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen aufgreift.

Gerade der Kinderchor gibt der Botschaft zusätzliches Gewicht.


Die Musik steigert sich vom zurückhaltenden Beginn zu einem kräftigen Refrain,

während Vanderkill zunehmend aufgebracht singt.


Das hätte leicht übertrieben pathetisch wirken können.

Sergeant Steel finden aber eine gute Balance zwischen musikalischer Wucht

und textlicher Aussage.


„Hold Your Fire“ gehört zu den klaren Höhepunkten des Albums.


Danach wird es mit „Lonely Street Of Broken Hearts“ wesentlich ruhiger.


Die Ballade erzählt von Zurückweisung und verlorenen Hoffnungen. Bluesige Gitarren, dezente Jazzfarben und ein zurückhaltendes Arrangement erzeugen eine nächtliche Bar-Atmosphäre. Vanderkill klingt rau und verletzlich, ohne die Gefühle unnötig aufzublasen.


Falsche Prediger und zerbrochene Beziehungen

„Fool For Your Lovin’“ bringt anschließend wieder Tempo hinein.


Knapp drei Minuten unkomplizierter Rock über Flirt und körperliche Anziehung. Das macht Spaß, bleibt aber eher ein kleiner Zwischenschub.


Wesentlich interessanter ist „Catch The Train“.


Hinter dem rollenden Rhythmus und dem eingängigen Refrain steckt eine bissige Abrechnung mit falschen Predigern, die Glauben zum Geschäftsmodell machen und Erlösung gegen Geld versprechen.



Die Zugmetapher passt hervorragend:

Wer blind einsteigt, landet möglicherweise ganz woanders, als ihm zuvor versprochen wurde. Musikalisch bleibt der Song angenehm direkt, ohne seine Aussage mit erhobenem Zeigefinger vorzutragen.


„Stay With Me“ beschäftigt sich dagegen mit einer zerbrochenen Beziehung.


Besonders interessant ist der Widerspruch zwischen der Bitte zu bleiben und dem späteren Wunsch nach Abstand. Vanderkill trifft diese Mischung aus Verletzung und Wut glaubwürdig. Musikalisch bleibt die Nummer eher konventionell, der Refrain funktioniert aber.


„Wireless“ und „Dying Love“ setzen starke Schlusspunkte

Mit „Wireless“ nehmen sich Sergeant Steel noch einmal mehr Zeit.


Ein längeres Gitarrenintro führt in einen atmosphärischen Midtempo-Song über die Trennung von einem Menschen, dessen Verhalten man nicht länger akzeptieren kann.

Die Freiheit beginnt dabei zunächst im eigenen Kopf.

Der Titel lässt sich entsprechend als bewusst gekappte Verbindung verstehen.



Musikalisch gehört „Wireless“ zu den abwechslungsreicheren Stücken. Die Gitarren bekommen Raum, das Solo sitzt und der Refrain wächst mit mehreren Durchläufen. Gerade die dynamischere Produktion macht den Song zu einem späten Höhepunkt.


Den Abschluss übernimmt „Dying Love“.


Kirchenähnliche Orgelklänge eröffnen eine Geschichte über Schmerz, Verzweiflung

und die Bitte, nicht aufzugeben.


Ob es dabei ausschließlich um eine zerbrechende Beziehung oder auch um eine tiefere persönliche Krise geht, bleibt offen. Aus dem dunkleren Beginn entwickelt sich langsam ein hoffnungsvoller Refrain. Ben Batemans Keyboardarbeit sorgt für Atmosphäre, während Vanderkill zwischen Verletzlichkeit und Zuversicht wechselt.


Ein starker Abschluss, der dem Album noch einmal eine andere emotionale Farbe gibt.


Produktion: Gemeinsam eingespielt, gemeinsam stark

Die Entscheidung, die instrumentalen Grundlagen live einzuspielen, zahlt sich aus. Sergeant Steel klingen auf „Golden Absolution“ eingespielt, ohne dabei routiniert oder unbeweglich zu wirken.


Jack Power und Chuck Boom sorgen für einen klaren, kräftigen Mix, während Jens Bogrens Mastering dem Album den nötigen Druck gibt. Gerade die ruhigeren Stücke profitieren von den hörbaren Dynamikunterschieden.


Besonders gelungen ist die Einbindung der Keyboards. Sie stehen gleichberechtigt neben den Gitarren und sorgen dafür, dass sich die zehn Songs trotz ihrer klassischen Hardrock-Wurzeln nicht ständig ähnlich anhören.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Metalapolis Records)


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