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In Extremo auf Burg Satzvey: Carpe Noctem zwischen Feuer, Folk und Burgmauern

vor 4 Minuten
5 Min. Lesezeit

Mit zwei stimmungsvollen Supports, mittelalterlichem Marktflair, viel Pyrotechnik und einer Setlist zwischen Klassikern und „Wolkenschieber“ verwandelten In Extremo die Burg Satzvey in einen feurigen Carpe-Noctem-Abend.


Tourplakat Carpe Noctem Burg Satzvey - In Extremo - Live Review

Am 29. August 2026 lud In Extremo im Rahmen der Burgentour „Carpe Noctem“ 2026 auf die Burg Satzvey in Mechernich ein. Ein Open-Air-Spektakel, das schon durch seine Kulisse Geschichte atmete. Zwischen alten Mauern, Burghof und spätsommerlicher Festivalstimmung entstand früh das Gefühl, dass dieser Abend mehr werden würde

als ein gewöhnliches Konzert.


Die Burg öffnete bereits um 14 Uhr ihre Tore. So blieb den Fans ausreichend Zeit, im Burghof bei Speis und Trank anzukommen, über den kleinen Markt zu schlendern oder einfach die besondere Atmosphäre dieses Veranstaltungsortes aufzusaugen. Gerade bei einer Band wie In Extremo, deren Musik seit jeher zwischen Mittelalter, Rock und großer Live-Inszenierung pendelt, wirkte Burg Satzvey wie eine fast ideale Bühne.


Burg Satzvey 1

Doppelbock eröffnen mit guter Laune

Um 18 Uhr starteten Doppelbock in den Abend. Die Alternative-Folk-Rock-Band brachte direkt ordentlich Stimmung ins Infield und sorgte dafür, dass der Konzerttag nicht langsam anlief, sondern von Beginn an lebendig wurde.


Doppelbock 1

Mit den Songs „Noch einmal 18“, „Oh Sophie“ und „Lecka Bierchen“ legten Doppelbock schwungvoll los. Letzterer war, wie der Titel bereits vermuten lässt, eine charmante Ode an das Hopfengebräu und passte damit bestens in die lockere Stimmung vor der Bühne.


Doppelbock 2

Musikalisch erinnerten Doppelbock an eine Mischung aus Dropkick Murphys, Airbourne und 4 Promille: rau, trinkfest, eingängig und mit genug Druck, um auch die noch etwas zurückhaltenderen Besucher mitzunehmen. Die Band setzte nicht auf feine Zurückhaltung, sondern auf direkte Ansprache, Tempo und Feierlaune.


Doppelbock 3

Es folgten weitere Lieder wie „Dackel“, „Getränkemarkt“, „Wunderbare Zeit“ und

„Die Nacht findet kein Ende“. Damit eröffneten Doppelbock den Abend erfolgreich mit einer großen Ladung guter Laune und bereiteten das Gelände bestens auf

die kommenden Auftritte vor.


Doppelbock 4

Fabula Aetatis bringen mittelalterliche Klangfarben

Kurz vor 19 Uhr betrat Fabula Aetatis, kurz Fabula, die Bühne und brachte klassisch mittelalterliche Stimmung auf das Gelände. Nach dem ausgelassenen Einstieg von Doppelbock verschob sich die Atmosphäre nun stärker in Richtung Spielmannskunst und historisch gefärbter Klangwelt.


Fabula 1

Fabula starteten ihr Set mit Liedern wie „Sol“, „Elfenhain“, „Nordlicht“ und „Sarah“. Schon dabei zeigte sich, dass die Gruppe hervorragend in den Rahmen dieses Abends passte. Vor der Burgkulisse wirkten die mittelalterlichen Klänge nicht wie Beiwerk, sondern wie ein natürlicher Teil der Umgebung.


Fabula 2

Mit klassischen Instrumenten wie Sackpfeife, Schalmeien, Bombarden, Radtrommel und Flöten überzeugten Fabula das Publikum und sorgten für stark rhythmische, treibende Klänge. Gerade die Kombination aus archaischer Wucht und eingängigen Melodielinien brachte Bewegung ins Publikum, ohne die besondere Stimmung des Ortes zu überdecken.


Fabula 3

Es folgten noch die Songs „Tamfanae“, „Apollon“ und „Heyducke“. Damit lieferten Fabula einen passenden zweiten Support, der den Bogen vom Folk-Rock-Start hin zur mittelalterlichen Rockwelt von In Extremo sauber weiterzog.


Fabula 4

In Extremo betreten mit lautem Knall die Bühne

Gegen 20 Uhr war es schließlich Zeit für den Hauptact. In Extremo betraten mit einem lauten Knall und dem Song „Olafur“ die Bühne, einem Stück von ihrem neuesten Album „Wolkenschieber“. Sofort war klar: Jetzt wurde die Burgentour ihrem Namen gerecht.


In Extremo 1

In Extremo starteten ihr Set mit einer Mischung aus alten und neuen Songs. Mit „Spielmannsfluch“, „Troja“, „Weckt die Toten“ und „Feuertaufe“ standen früh mehrere Stücke auf dem Programm, die zeigten, wie souverän die Band ihre verschiedenen Schaffensphasen miteinander verbindet.


In Extremo 2

Bei den Fans und der Band herrschte eine wahnsinnige Stimmung. Wie könnte es bei In Extremo auf einer Burgentour auch anders sein? Vor dieser Kulisse wirkten Dudelsäcke, harte Gitarren und Feuereffekte noch einmal intensiver. Die Band spielte nicht einfach ein Konzert, sie füllte den Ort mit Leben.


Es folgten „Werd ich am Galgen“, „Vollmond“, „Küss mich“ und „Rasend Herz“.

Jeder dieser Songs wurde vom Publikum lautstark aufgenommen, und spätestens hier war das Infield endgültig auf Betriebstemperatur.


In Extremo 3

Pyrotechnik, Druck und große Bilder

Bis auf wenige Ausnahmen wurden fast alle Lieder von Pyrotechnik begleitet.

An Stimmung sparten In Extremo definitiv nicht. Flammen, Knalleffekte und Licht setzten die Songs immer wieder eindrucksvoll in Szene, ohne dass die Musik dahinter verschwand.


In Extremo 4

Gerade auf Burg Satzvey entfaltete diese Inszenierung eine besondere Wirkung. Wenn Feuer vor historischen Mauern in den Himmel schießt, bekommt die ohnehin dramatische Mischung aus Mittelalterklängen und Rock noch einmal eine zusätzliche Ebene. Es war laut, heiß, bildstark und doch jederzeit klar als In-Extremo-Show erkennbar.


Nach „Blutmond“ und „Liam“ folgte mit „Feine Seele“ einer der emotionalsten Momente des Abends. Die Ballade über den Abschied von einer geliebten Person brachte eine zarte und zugleich traurige Stimmung auf das Gelände. Diese war nicht nur musikalisch spürbar, sondern auch im Publikum. Für einige Minuten rückte die große Show in den Hintergrund, und die leisen Töne bekamen ihren verdienten Raum.


In Extremo 5

Zurück in den Sturm

Um die Stimmung wieder anzuheizen, setzten In Extremo den Abend mit „Wind“, „Störtebeker“, „Villemann“ und „Ai Vis Lo Lop“ fort. Nach dem emotionalen Ruhepunkt zog die Band das Tempo wieder an und führte das Publikum zurück in

den treibenden, feiernden Teil des Sets.


In Extremo 6

Kurz vor Ende präsentierten sie noch „Sängerkrieg“, „Wolkenschieber“ und „Sternhagelvoll“. Gerade „Sternhagelvoll“ brachte noch einmal jene ausgelassene Wucht, die In Extremo seit Jahren zu einer so verlässlichen Live-Band macht: direkt, mitsingbar und mit genug Druck, um auch die letzten Reserven im Publikum zu mobilisieren.


Die Zugabe und damit leider auch schon den Schluss bildeten „Rotes Haar“, „Frei zu sein“ und „Pikse Palve“. Noch einmal wurde gesungen, gefeiert und gemeinsam der Abend getragen, bevor die letzten Töne über das Gelände zogen.


In Extremo 7

Ein herzlicher Abschluss mit Feuerwerk

Beendet wurde der Abend mit einer herzlichen Danksagung und einem kleinen Feuerwerk. Nach einem langen Konzerttag mit Marktflair, zwei passenden Supportbands und einer intensiven Headliner-Show blieb ein rundes Gesamtbild zurück.


Vielen Dank an In Extremo für diesen stimmungsvollen Abend. Ebenfalls vielen Dank an Headline Concerts, Burg Satzvey, das Personal und die Security von Burg Satzvey, die das Drumherum sehr angenehm gestaltet hatten.


In Extremo 8

Fazit:

Die „Carpe Noctem“-Burgentour machte auf Burg Satzvey genau das, was man sich von ihr erhoffen durfte: Sie verband Musik, Ort und Inszenierung zu einem stimmigen Ganzen. Schon der frühe Einlass, der kleine Markt und die besondere Atmosphäre des Burghofs sorgten dafür, dass der Abend nicht erst mit dem ersten Ton begann.


Doppelbock eröffneten den Konzerttag mit viel guter Laune, direkter Energie und einem Sound, der das Publikum schnell abholte. Fabula Aetatis führten die Stimmung anschließend stärker in Richtung Mittelalter und Spielmannskunst, wodurch der Übergang zu In Extremo organisch wirkte. Beide Supports erfüllten damit nicht nur ihre Aufgabe, sondern bereicherten den Abend auf ihre eigene Weise.


In Extremo selbst lieferten anschließend eine Show, die zwischen neuen Songs, Klassikern, Pyrotechnik und emotionalen Momenten souverän balancierte. Die Band zeigte, dass sie große Bilder beherrscht, ohne sich allein auf Effekte zu verlassen.


Am Ende stand ein Open-Air-Abend, der die Stärken von In Extremo sehr deutlich bündelte: Spielfreude, mittelalterliche Klangfarben, Rock-Wucht, Nähe zum Publikum und eine Inszenierung, die vor einer Burgkulisse noch stärker wirkt. Die Carpe-Noctem-Show auf Burg Satzvey war damit ein stimmungsvoller, kraftvoller und würdiger Tourstopp, der vielen Besuchern sicher lange in Erinnerung bleiben wird.



Text (redaktionell überarbeitet): Jan Haller

Fotos: ©loewenzahn_media


Die NoRush-Redaktion bedankt sich herzlich bei In Extremo und Headline Music für die Akkreditierung,

die reibungslose Organisation und die freundliche Betreuung vor Ort.


Solche partnerschaftlichen Zusammenarbeiten tragen maßgeblich dazu bei, Konzerterlebnisse journalistisch begleiten und mit unseren Leserinnen und Lesern teilen zu können.

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