H.E.A.T - Konzertbericht „Welcome to the Future“-Tour aus der Groovestation Dresden vom 07. Oktober 2025
- Redaktion

- 15. Okt.
- 4 Min. Lesezeit
Tourauftakt der schwedischen Hardrock Band startete mitten in Sachsen - Die Zukunft des Hard Rock beginnt in der Groovestation/Dresden.

Der 7. Oktober 2025 war kein gewöhnlicher Dienstagabend für Dresdens Rockgemeinde, es war der Startschuss für eine Tour, die Hardrock-Herzen höherschlagen lässt.
In der Groovestation, die mit ihrem industriellen Charme und ihrer unmittelbaren
Club-Atmosphäre punktet, starteten die schwedischen Hardrock-Titanen H.E.A.T ihre
„Welcome to the Future“-Tour.
Die Luft in der Groovestation vibrierte vor Vorfreude, die Gespräche des feinen Hardrocks drehten sich um vergangene Touren, Lieblingssongs und die Rückkehr der Band H.E.A.T mit neuem Material des gleichnamigen Albums „Welcome to the Future“ (VÖ: 25.04.2025) (siehe auch unser Album-Review)
Pulsierender Elektrosound und Horror-Vibes: Midnight Danger eröffnen den Abend
Pünktlich um 19:30 Uhr wurde es dunkel in der Groovestation und ein synthetisches Donnergrollen leitete den Beginn eines ungewöhnlichen Openers ein.
Midnight Danger aus Schweden entführten das Publikum in eine Welt,
in der Neonlicht auf Dunkelheit, Retro auf Moderne und Horror auf Tanzfläche trifft.
Schon nach den ersten Takten verwandelte sich der Club in ein vibrierendes 80er-Jahre-Fantasma: pulsierende Elektrosounds, drückende Basslines und treibende Synth-Melodien trafen auf ein Lichtkonzept, das an dystopische Kinowelten à la Blade Runner erinnerte. Zwischen flackernden Stroboskopen und kühlen Blautönen zogen sich rote Blitze durch den Raum.
Besonders eindrucksvoll: die fluoreszierenden Drumsticks, die in der Dunkelheit aufleuchteten und die Bewegungen des Schlagzeugers zu einer präzisen, fast choreografischen Lichtshow machten. Jeder Schlag war ein visuelles Echo im Takt des Beats – ein hypnotisches Zusammenspiel von Rhythmus und Licht.
Mit ihren Horror-Vibes, unheimlichen Masken und theatralischen Gesten brachten Midnight Danger eine packende Spannung auf die Bühne. Zwischen Songs, die gleichermaßen an John Carpenter-Soundtracks wie an Darkwave-Clubnächte erinnerten, bewegte sich das Publikum zwischen neugierigem Staunen und tanzbarer Ekstase.
Bis 20:10 Uhr dauerte dieser audiovisuelle Trip – ein Opener, der mehr war als nur „Aufwärmen“. Etwas ungewöhnlich, aber egal, "wer kennt denn heute zu Tage noch Tellerränder?".
Formosa: Power, Bier und Feder-Glamour
Nur zwanzig Minuten nach dem düsteren Elektroschock von Midnight Danger änderte sich die Stimmung in der Groovestation schlagartig. Mit einem lauten Jubelruf und donnernden Drums betraten Formosa aus dem Ruhrgebiet die Bühne – und machten vom ersten Moment an klar, dass es jetzt handfest, laut und dreckig werden würde.
Der Opener „Power to the Fist“ knallte mit voller Wucht in den Raum. Riffs wie Dampfhammer, dazu Frontmann Nik Bird, der mit seinem markanten, rauchigen Gesang sofort das Publikum packte. Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier geht es nicht um Theatralik, sondern um puren Rock’n’Roll – ehrlich, schwitzig, energiegeladen.

Ein kleiner Line-up-Wechsel sorgte gleich zu Beginn für Gesprächsstoff.
Stammgitarrist Nik Beer fehlte, der Grund wurde vom Sänger
mit einem breiten Grinsen verkündet:
"Nik kann heute nicht, er hat auch wichtiges zu tun,
er braut gerade Bier!“
Rock’n’Roll mit Augenzwinkern, genau so, wie man es liebt.

Mit Songs wie „Horns Up“ und „No Warriors“ heizten Formosa weiter ein.
Die Menge streckte die Hände in die Höhe, sang mit, jubelte – die Energie zwischen Bühne und Publikum war greifbar. Der Sound war roh, die Ansagen direkt, die Spielfreude ehrlich. Es war diese Art von Hardrock, die nicht perfekt sein will, sondern authentisch kracht.

Nach dem schweißtreibenden „Cannibal Lover“ verließen die Musiker kurz die Bühne – nur um wenige Augenblicke später mit einem Augenschmaus zurückzukehren: Nik Bird trat im glänzend schwarzen Federmantel auf, halb Glam, halb Rockstar-Märchen.
Die Lichter reflektierten auf dem Mantel, die Gitarren kreischten, und das Publikum raste.

Formosa lieferten in Dresden eine runde, wuchtige und sympathisch unprätentiöse Show, die vom ersten Akkord bis zum letzten Takt alles hatte, was guten Hardrock ausmacht: Power, Humor, Schweiß – und ein kleines bisschen Feder-Glamour.
H.E.A.T. – Energieexplosion auf engstem Raum
Schon bevor die schwedischen Melodic-Rocker von H.E.A.T. überhaupt die Bühne betraten, lag die Spannung greifbar in der Luft. In der Groovestation Dresden brodelte die Stimmung: dicht gedrängt, verschwitzte Gesichter, erwartungsvolles Murmeln. Als aus den Lautsprechern der Klassiker „The Heat Is On“ erklang und das Publikum lauthals mitsang, war klar – das wird kein gewöhnlicher Dienstagabend in Dresden, sondern ein Abriss.
Kurz vor 21 Uhr wurde das Licht gedimmt und dann explodierte (nicht wörtlich) die Bühne. H.E.A.T. stürmten heraus, als wären sie in einem Fussballstadion.
Schon mit dem Opener „Disaster“ zündeten sie ein Feuerwerk
aus Energie, Präzision und Charisma.

Frontmann Kenny Leckremo hatte die Menge sofort in der Hand:
Mit ausgestreckten Armen, wilder Mimik und seinen legendären „Hey, hey!“-Rufen trieb er die Stimmung in kürzester Zeit auf den Siedepunkt.

Bassist Jimmy Jay und Gitarrist Dave Dalone wechselten permanent die Bühnenseiten, wirbelten um Leckremo herum und lachten über kleine Zusammenstöße auf der winzigen Fläche. Es war roh, echt, spontan – Rock’n’Roll im besten Sinn.

Bei „Nationwide“ verwandelte sich der Club in einen Chor, der mit voller Kraft brüllte, als Kenny zählte: „One, two, three!“ – und 300 Stimmen als eine explodierten.
Nach „Rise“ nahm sich Leckremo kurz Zeit, tief durchzuatmen.
Sichtlich gerührt blickte er in die Menge und sagte:
„Dear folks of Dresden, how are you? It may be a small place, but you sound like ten fucking thousand people right now!“

Ein Moment, der Gänsehaut hinterließ – ehrlich, direkt, ohne Rockstar-Allüren.
Die Band spielte sich in einen Rausch: perfekte Gitarrensoli, präzise Drums, Chöre zum Niederknien. H.E.A.T. bewiesen eindrucksvoll, dass sie nicht nur Hymnen für große Bühnen schreiben, sondern dass ihre Songs auch im kleinsten Club eine unbändige Wucht entfalten.
Am Ende war die Groovestation ein einziger Hexenkessel – Arme in der Luft, Stimmen heiser, Gesichter erschöpft, aber glücklich.

Die Zukunft des Hard Rock mag im Titel ihrer Tour liegen,
aber an diesem Abend war sie hier und jetzt, in Dresden!

Fazit: Die Zukunft des Hard Rock brennt – und sie brennt hell
Mit Midnight Danger, Formosa und H.E.A.T startete die „Welcome to the Future“-Tour mit einem Paukenschlag. Ein Ziel: Leidenschaft, Energie und Live-Power.
Wo die Groovestation sonst Clubnächte feiert, tobte an diesem Abend ein
Hardrock-Inferno – ehrlich, laut und nah.
H.E.A.T bewiesen, dass sie nicht nur die Zukunft,
sondern längst die Gegenwart des modernen Hard Rock sind.
Und wenn diese Tour der Auftakt zu etwas Größerem ist, dann darf man sagen:
Die Zukunft ist da – und sie trägt Leder, Schweiß und ein breites Grinsen.

©Text: Saskia Giedow-Luboch / ©Fotos: Stephan Sieger
(Text redaktionell überarbeitet)
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Bernd Aust Kulturmanagement GmbH &
Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH, sowie bei der Groovestation Dresden
für die Akkreditierung und Organisation und Betreuung vor Ort.





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