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Schweiß, Blues & ehrlicher Rock – Monomann & Clinical Riot

Autorenbild: Redaktion
Redaktion
9. Dez. 2025
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Konzertbericht aus dem Puschkin/Dresden vom 05. Dezember 2025


Monomann & Clinical Riot 1

Das Puschkin, diese ehrliche, ungeschönte Rockhöhle mitten in Dresden,

war an diesem Abend genau der richtige Ort für das, was folgen sollte:


Blues, Rock, Leben – ungefiltert. 


Keine Show für den schnellen Effekt, sondern Musik für die Eingeweide.


Mit Clinical Riot und Monomann trafen zwei Bands aufeinander, die mehr erzählen wollen als nur drei Akkorde – sie erzählen von Herz, Brüchen, Rausch und Realität.

Und als wäre das nicht schon emotional genug, hing über allem eine besondere Erinnerung: Genau hier, im Puschkin, begann vor acht Jahren mit der

ersten „Bluessommer“-Lesung die Geschichte von Monomann. 


Es fühlte sich ein bisschen an wie Heimkommen.



Clinical Riot – Lokales Feuer mit Gefühl


Mit leichter Verspätung, aber voller Spannung, betraten Clinical Riot die Bühne.

Dresdner Jungs, Heimspiel, kurze Wege zum Publikum – und sofort war allen klar:


Monomann & Clinical Riot 2

Hier wird nicht geschniegelt eröffnet, hier wird gelebt.

Frontmann Sascha stellte die Band augenzwinkernd als Mischung aus

„Pflegekräften, Arzt und Verrückten“ vor – und genau so fühlte sich die Musik auch an: zwischen Heilung und Kontrollverlust.


Monomann & Clinical Riot 3

Mit „Straight Forward“ schoben sie den Puls nach oben, direkter Rock, treibend, kantig.


Dann der Bruch: „Soul Catcher“ – ein vertontes Gedicht, roh, offen, verletzlich.

Dieser Moment ließ den Raum kurz still werden.

„Fast zum Weinen so schön“, sagte Sascha – und niemand hat widersprochen.


Monomann & Clinical Riot 4

Die Ozzy-Hommage „When All The Good Ones Die“ setzte Gänsehaut obendrauf,

bevor Clinical Riot mit „Corpus Kitty“ (ja, über dicke Katzen!) und „Ragnarök“ wieder Humor und Wahnsinn ins Set brachten.


Monomann & Clinical Riot 5

Es war dieser Wechsel aus Ernst, Ironie und ehrlicher Energie, der den perfekten Boden bereitete für das, was danach kommen sollte.


Monomann & Clinical Riot 6


Monomann – Der Blues kehrt nach Hause zurück


Mit „Ich, der Blues“ öffnen sich die Tore – und plötzlich ist sie wieder da: diese raue, widerspenstige Atmosphäre des DDR-Undergrounds, diese Mischung aus Melancholie, Wut und Trotz, die man nicht künstlich herstellen kann.


Monomann & Clinical Riot 7

Freygang ist allgegenwärtig: „Haste was, biste was“, „Elbflorenz“, „Rette mich“ .

Songs, die keine Nostalgie brauchen, weil sie immer noch funktionieren.


Dazwischen taucht mit „Manchmal frag ich mich“ ein Stück aus der Mitte der 80er wieder auf. Ein Song wie ein offenes Fenster in eine andere Zeit und plötzlich passiert etwas,

womit keiner rechnet: Ein alter Bekannter steht plötzlich auf der Bühne.

Kein Chaos, keine Hektik – nur Gelächter, Schulterklopfen und die Musik geniessen.


Monomann & Clinical Riot 8

Genau das ist Monomann: kein Theater, kein Sicherheitsnetz, sondern echte Nähe.


Spätestens bei „Steil und Geil“ entlädt sich der Saal. Kein Moshpit, kein martialisches Gerempel – eher dieses uralte, ehrliche Rock-Geschubse, wie man es früher kannte.


Monomann & Clinical Riot 9

Stilecht fließt bei „Alkohol“ der kleine Wodka, „2 Bier, 2 Korn“ folgt auf dem Fuß. Rock’n’Roll als Zustand, nicht als Pose.


Monomann & Clinical Riot 10

Mit „Aus Liebe“, „Eisbeinonkel“ und „Mörder“ nähert sich das Set seinem Ende – aber das Publikum lässt die Band nicht gehen.


Die Zugabe folgt: „Spießer & Dichter“, und ganz zum Schluss dieser leise, große Moment mit Rio Reisers „Halt dich an deiner Liebe fest“.


Monomann & Clinical Riot 11

Kein Gebrüll mehr, kein Rausch – nur noch kollektives Atmen.




Fazit


Dieser Abend war kein Nostalgie-Abend. Er war eine Begegnung mit dem Kern von Blues und Rock – mit dem, was diese Musik immer war: Aufrichtig, unbequem, verbindend.


Monomann & Clinical Riot 12

Ob alte Freygang-Seelen oder jüngere Zuhörer, die vielleicht erst über In Extremo oder andere Wege hier gelandet sind,

an diesem Abend standen alle auf derselben Seite der Bühne.


Kein Bombast. Kein Kalkül.


Nur Musik, die lebt und bleibt.



Text: Saskia Giedow-Luboch / NoRush

Fotos: Stephan Sieger / NoRush


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