Tempest Creek - „Wild Winds“ Review
- Redaktion

- vor 2 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Zum 10-jährigen Bestehen zeigt die rheinische Hardrock-Band, dass zwischen Stoner-Schub, Southern-Rock-Wärme und Metal-Druck noch genug Wind im Segel ist.

Tracklist:
1. Lost in a Haze - 3:08
2. Wild Winds - 3:22
3. Warrior - 3:54
4. I Will Be Stronger - 3:28
5. Move On - 3:27
6. Heavy Weighs the Heart - 4:04
7. Over You - 4:15
8. Separate - 4:21
9. Mama - 4:13
10. Steel Meets Steel - 3:29
Veröffentlichungsdatum: 28. August 2026
Label: Eigenveröffentlichung
Genre: Modern Hard Rock / Stoner Rock / Southern Rock / Metal
Laufzeit: 37:41 Min.
Fazit der Redaktion:
„Wild Winds“ ist ein solides, sympathisches Hardrock-Album mit
Stoner- und Southern-Rock-Einschlag.
Tempest Creek klingen druckvoller und geschlossener als auf ihrem bisherigen Material, ohne ihren bodenständigen Charakter zu verlieren.
Die ganz großen Überraschungen fehlen, aber das Album überzeugt durch Bandgefühl, ehrliche Energie und mehrere Songs, die live gut funktionieren dürften.
Vor allem „Wild Winds“, „Warrior“, „Heavy Weighs the Heart“, „Separate“ und
„Steel Meets Steel“ zeigen, was diese Band ausmacht:
handgemachter Rock mit Schub, Gefühl und einer angenehm ungekünstelten Art.
"Zehn Jahre Tempest Creek, und der Wind bläst kräftiger denn je: Wild Winds steht für ehrlichen, druckvollen Hardrock mit Herz, Schub und echtem Bandgefühl."
Was bekommen wir auf die Ohren?
Das Album „Wild Winds“ lebt von einem angenehm direkten, handgemachten Sound,
der nach Proberaum, Clubbühne und echter Bandenergie klingt.
Statt auf künstlichen Glanz setzen Tempest Creek auf Spielfreude, Druck und
das Zusammenspiel von fünf Musikern,
die hörbar wissen, wie sie gemeinsam einen Song nach vorn bringen.
Die Band aus dem Rheinland spielt modernen Hardrock mit hörbarer Nähe zu Stoner- und Southern-Rock. Dazu kommt immer wieder ein metallischer Einschlag, der den Songs mehr Gewicht gibt und verhindert, dass die Platte zu bequem wird.
Nach dem Debüt „Joyride“ wirkt „Wild Winds“ kompakter, fokussierter und persönlicher. Weniger wie ein Suchen, mehr wie eine Band, die ihre Richtung gefunden hat
und nun selbstbewusster darin steht.
Staubiger Einstieg, breitere Konturen
„Lost in a Haze“ eröffnet das Album rau und geradlinig.
Der Song hat diesen leicht benebelten, staubigen Unterton, den der Titel schon andeutet, bleibt aber straff genug, um nicht ins reine Jam-Gefühl abzudriften. Tempest Creek lassen die Gitarren arbeiten, halten den Song aber auf Kurs. Das ist kein ausufernder Stoner-Trip, sondern ein kompakter Einstieg mit Zug nach vorn.
Der Titeltrack „Wild Winds“ tritt danach mit breiterer Brust auf.
Die Nummer klingt nach Aufbruch, Gegenwind und dem Versuch, sich nicht aus der Spur drücken zu lassen. Gerade hier passt Dennis Jeschkes Stimme sehr gut zur Band.
Sie ist nicht glatt poliert, sondern kantig genug, um den Songs etwas Erdiges zu geben.
Das macht vieles auf diesem Album glaubwürdig.
Man nimmt Tempest Creek die Geschichten eher ab,
weil sie nicht überperfekt klingen wollen.
Durchhalten ohne große Pose
„Warrior“ gehört zu den stärkeren frühen Stücken.
Der Song arbeitet mit klassischer Kampf- und Durchhalte-Symbolik, wirkt dabei aber nicht unnötig aufgeblasen. Die Band hält die Nummer bodenständig, was ihr gut bekommt.
„I Will Be Stronger“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, geht aber
persönlicher und direkter an die Sache heran.
Überhaupt drehen sich viele Songs auf „Wild Winds“ um Brüche, Loslassen, Stärke nach Rückschlägen und den Punkt, an dem man sich selbst wieder zusammenzieht.
Das sind keine völlig neuen Themen, aber Tempest Creek behandeln sie mit
einer angenehmen Ehrlichkeit.
„Move On“ bringt dieses Gefühl besonders klar auf den Punkt.
Der Song macht kein großes Drama daraus, sondern klingt eher wie ein entschlossener Schritt nach vorn. Manchmal ist genau das wirkungsvoller als jedes große Pathos.
Wenn das Herz schwerer wird
„Heavy Weighs the Heart“ nimmt sich etwas mehr Zeit und gibt dem Album emotional mehr Gewicht. In der Mitte der Platte tut das richtig gut, weil Tempest Creek dadurch nicht nur als Riff-Band funktionieren. Die Gitarren von Dennis Otto und Martin Wiercimok bleiben präsent, aber der Song lebt stärker von seiner Stimmung als vom reinen Druck.
Hier entsteht ein Moment, der etwas länger nachhallt.
Mit „Over You“ und „Separate“ wird anschließend die Beziehungsseite des Albums deutlicher. Beide Stücke passen gut zu einer Platte, die viel über Abstand, Wunden und Selbstbehauptung erzählt. „Over You“ bleibt dabei direkter, während „Separate“ als einer der längeren Songs mehr Raum zum Atmen bekommt. Gerade dieser zusätzliche Platz steht der Band gut, weil sie nicht nur nach vorne schieben muss, sondern ihre Dynamik
etwas ausspielen kann.
Wärme zwischen den Riffs
„Mama“ überrascht als persönlicherer Moment.
Der Titel wirkt zunächst schlicht, bringt aber eine andere Wärme ins Album. Nach all den Bildern von Gegenwind, Stärke, Abstand und innerer Sammlung tut dieser Song gut, weil er „Wild Winds“ menschlicher macht.
Tempest Creek zeigen hier, dass sie nicht nur Trotz und Druck können,
sondern auch eine weichere, nahbarere Seite haben.
Solche Momente sind wichtig, weil sie dem Album Farbe geben.
„Wild Winds“ wäre schwächer, wenn es nur aus Riff, Schub und Durchhaltewillen bestehen würde. Gerade die kleinen emotionalen Verschiebungen sorgen dafür, dass die Platte trotz vertrauter Hardrock-Muster nicht eindimensional wirkt.
Mit Druck nach draußen
„Steel Meets Steel“ beschließt das Album mit härterem Zugriff.
Nach den emotionaleren Songs davor ist das ein passender Abschluss:
kompakt, riffbetont und direkt auf den Punkt.
Tempest Creek verlassen die Platte nicht leise, sondern mit der Art Rocksong,
die live vermutlich am besten zündet.
Nicht alles auf „Wild Winds“ ist neu gedacht.
Einige Refrains und Songaufbauten bewegen sich in vertrauten Hardrock-Bahnen, und an manchen Stellen könnte die Band noch mutiger aus den eigenen Mustern ausbrechen.
Trotzdem hat das Album Charme, weil es nicht künstlich aufgeblasen wirkt.
Zum Zehnjährigen ist „Wild Winds“ kein radikaler Neustart, sondern eine
ehrliche Standortbestimmung:
Tempest Creek wissen, was sie können, und spielen es mit spürbarer Bodenhaftung aus.

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(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Tempest Creek)
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