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Haggefugg live im Hellraiser Leipzig 2026 – Konzertbericht mit Vera Lux

Haggefugg stürmten am 17. April 2026 mit „Mit Sack und Pack“ das Hellraiser Leipzig.


Tourplakat "Mit Sack und Pack" - Haggefugg

Wenn Dudelsackklänge auf druckvolle Riffs treffen und sich

rheinische Ausgelassenheit dazumischt, ist die Lage eindeutig:


Haggefugg sind nicht weit weg

Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 hat sich die Band Schritt für Schritt nach oben gearbeitet – doch 2026 fühlte sich wie ein Wendepunkt an.


Haggefugg sind entgültig angekommen

Mit „Tanz und Gloria“ im Rücken auf der ersten großen Headliner-Tour „Mit Sack und Pack“.



Die Jagd vor der Musik


Haggefugg hatten via Social Media zur Schatzsuche geblasen:

Ein verstecktes Plektrum wartete darauf gefunden zu werden


Was nach Spielerei klang, entpuppte sich als perfekter Eisbrecher:

Fremde kamen ins Gespräch, lachten, fieberten – der Abend hatte längst begonnen, bevor die Bühne überhaupt betreten wurde.


Diese charmante Aktion sorgte nicht nur für manch amüsiert-skeptischen Blick bei den Uneingeweihten, sondern schraubte den Spaßfaktor bereits in die Höhe.


Ein gelungener Auftakt für einen Abend, der im Zeichen von Schweiß, Met

und purem Wahnsinn stehen sollte.



Vera Lux: Ein Spiel aus Licht und Schatten im Hellraiser


Um Punkt 20:00 Uhr übernahmen aber erst einmal die fünf Musiker von Vera Lux

das Regiment im Leipziger Hellraiser.


Vera Lux 1

Die Band, die für ihre atmosphärische Mischung aus modernem Metal und folkloristischen Einflüssen bekannt ist, eröffnete ihr Set gewohnt druckvoll mit

den Klassikern "Aurora" und "Maskenball".


Vera Lux 2

Ein besonderes Highlight folgte bereits an dritter Stelle:

Mit der brandneuen Single "Supernova" präsentierte die Formation einen Vorgeschmack auf ihr kommendes Album und bewies, dass sie ihren Sound perfekt weiterentwickelt hat.


Vera Lux 3

Besonders beeindruckend war die visuelle Untermalung; passend zum Bandnamen („Wahres Licht“) setzte die Lichtshow die traditionellen Instrumente meisterhaft in Szene. Vor allem bei "Lass mich fliegen" wurde die Drehleier so intensiv angestrahlt, dass die Symbiose aus Optik und Klang beinahe greifbar wurde.


Vera Lux 4

Zwischen Melancholie und Publikumsnähe

Nach dem treibenden "Insomnia" zeigten Vera Lux bei "Abyss" ihre harte Seite, was die Fans vor der Bühne mit ausgiebigem Headbanging quittierten. Doch das Leipziger Publikum verlangte nach mehr – genauer gesagt: nach dem Dudelsack. Multiinstrumentalist Felix ließ sich nicht zweimal bitten und lieferte bei "Labyrinth" den gewünschten traditionellen Sound.


Vera Lux 5

Die Stimmung erreichte ihren Siedepunkt, als Felix bei "Lauf" die Barriere zwischen Bühne und Fans durchbrach: Mit dem Dudelsack bewaffnet begab er sich mitten in die Menge und feierte den Song auf Augenhöhe mit dem Publikum.


Vera Lux 6

Nach dem hymnischen "Himmelhoch" verabschiedeten sich Vera Lux mit

"Jetzt und hier" und hinterließen eine bestens aufgewärmte Menge, die nun endgültig bereit für den Hauptact des Abends war.


Vera Lux 7



Haggefugg: Von der ersten Sekunde an im Rausch


Haggefugg 1

Als Haggefugg schließlich die Bühne betraten, war jede Zurückhaltung hinfällig.

„Spieglein“ zündete wie ein Startschuss, direkt, ungefiltert. Yannick, alias Gregor Krähenkehle, wirkte dabei weniger wie ein Frontmann als vielmehr wie ein Zeremonienmeister – irgendwo zwischen Schelm und Antreiber,

mit einem Plüschaal als skurrilem Begleiter.


Haggefugg 2

Doppelte Dudelsackpower und Hexenkessel-Stimmung

Das Tempo blieb mit „Sternenjäger“ gewohnt hoch. Dank doppelter Dudelsackpower gab es für das Publikum kein Halten mehr; gemeinsames Springen und lautstarke

Hey-Hey“-Rufe bewiesen die Begeisterung der Menge.


Haggefugg 3

Yannick nutzte einen Moment der Ruhe, um in Erinnerungen an vergangene Auftritte in Leipzig zu schwelgen. Früher bespielte die Band noch den kleinen Saal des Hellraisers, doch diese Zeiten sind vorbei. Haggefugg hat sich in der Szene fest etabliert, weshalb der Umzug in den großen Saal diesmal unumgänglich war.


Haggefugg 4

Dass sie dort genau richtig aufgehoben sind, zeigte sich spätestens bei „Hexenkessel“ – ein Zustand, den das Publikum lautstark bestätigte. Über „Tanz mit dem Teufel“ ging es weiter zu „Mondschein“, wobei der Frontmann die Energie der Fans mit gezielten Gesten förmlich auf die Bühne sog.


Haggefugg 5

Emotionale Momente und wichtige Botschaften

Doch Haggefugg blieben nicht im Dauerrausch. „Sanduhr“ brachte eine Ruhe, die fast greifbar war. Plötzlich hörte man genauer hin, spürte mehr.


Haggefugg 6

Und mit „Brennende Welt“ bekam der Abend eine Schwere, die nicht inszeniert wirkte, sondern ehrlich. Das Thema Depression wurde nicht nur angesprochen, sondern geteilt – und das Publikum antwortete mit erhobenen Händen, als stilles Versprechen: Wir hören zu.


Wenn Ernst und Wahnsinn Hand in Hand gehen

Natürlich blieb es nicht dabei. Haggefugg verstanden es, die Schwere wieder aufzufangen, ohne sie zu verdrängen. Mit Heiligenscheinen kehrten sie zurück,

spielten mit Pathos und Ironie zugleich.


Haggefugg 7

„Mit Sack und Pack“ wurde zur Hymne eines Moments, der irgendwo zwischen Selbstparodie und echtem Triumph lag.


Haggefugg 8

Da die Band aus dem Kölner Raum stammt, durfte trotz aller Metal-Attitüde auch die rheinische Frohnatur nicht zu kurz kommen. „Schunkeln is wat schönes“ .

Mit „Fässchen“ lieferten sie das ultimative Schunkellied ab.


Dann wieder dieser Bruch: „Daheim“. Kaum Instrumente, dafür ein Chor aus Stimmen, der den Raum füllte. Es war laut und leise zugleich, roh und schön – einer dieser Augenblicke, die sich nicht planen lassen.


Das große Finale und die Eskalation

Haggefugg 9

Bekanntlich soll man gehen, wenn es am schönsten ist. Eigentlich.

Gemeinsam mit Vera Lux, die für diesen Moment zurück auf die Bühne kamen, stimmten Haggefugg „Nehmt Abschied“ an. Doch bevor die Lichter endgültig erloschen, folgte passenderweise „Wenn das Licht angeht“. Das Hellraiser verwandelte sich dabei in ein beeindruckendes Lichtermeer aus Handylampen und Feuerzeugen.


Haggefugg 10

Denn dann kam die Eskalation. „Märchenwald“, „Robin Hood“, Goldtaler in der Luft, lachende Gesichter überall. Mit „Met, Wirt, Bestellt!“ und „Totentanz“ wurde der Abend schließlich in einen kollektiven Taumel überführt, aus dem es kein Entkommen gab – und auch keines gebraucht wurde.


Haggefugg 11

Am Ende blieb mehr als nur ein Konzert. Es war ein Abend voller Gegensätze, voller Nähe und Überschwang, voller kleiner Momente zwischen all dem Lärm.


Einer dieser seltenen Abende, die sich nicht einfach abhaken lassen – weil sie noch lange nachhallen.


Haggefugg 12




Haggefugg 14

bis demnächst... PROST!


©Text: Saskia Giedow-Luboch

©Fotos: Stephan Sieger


Wir bedanken uns an dieser Stelle bei

Extratours Live Entertainment GmbH für die Akkreditierung und Organisation

sowie beim Hellraiser, Leipzig für die nette Betreuung vor Ort.


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