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MYSTERY – Out For Blood Review: Hard Rock mit Narben und breiter Brust

Autorenbild: Stephan Sieger
Stephan Sieger
vor 1 Tag
4 Min. Lesezeit

MYSTERY melden sich mit ordentlich Druck zurück. „Out For Blood“ verbindet australischen Hard Rock mit Sleaze-Attitüde, großen Refrains und einer moderneren Produktion – nicht jeder Song geht tief, doch die besten Nummern tragen das Album deutlich.


Albumcover Out For Blood - Mystery - Review

Tracklist:

1. Out For Blood – 3:19

2. What Makes You Lie – 3:16

3. Needed From You – 3:42

4. Change My Hand – 3:21

5. Fly Free – 3:48

6. You'll Find A Way – 3:38

7. In Your Arms Tonight – 3:32

8. Living The Dream – 3:34

9. My Own Eyes – 3:23

10. Metal Health (Bang Your Head) – 5:12

11. The World Needs Guts – 3:52




Veröffentlichungsdatum: 30.Oktober 2026

Label: Metalapolis Records

Genre: Melodic Hard Rock / Heavy Metal / Sleaze Rock

Laufzeit: 40:37 Min.


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Fazit der Redaktion:


„Out For Blood“ ist mehr als ein nostalgischer Ausflug in die große Zeit von Glam, Sleaze und melodischem Hard Rock. MYSTERY nehmen ihre alten Zutaten mit, verpassen ihnen aber genügend Druck und Gegenwart, damit daraus keine reine Retro-Veranstaltung wird.


Die Platte hat ihre schwächeren Momente. Einige Texte sind sehr direkt, manche Songstrukturen vorhersehbar und nicht jeder Refrain besitzt die Klasse der besten Nummern. Dafür stehen mit „Needed From You“, „Fly Free“, „Living The Dream“ und besonders „My Own Eyes“ mehrere Songs, die zeigen, wie gut diese Band klingen kann, wenn sie sich ein Stück von den üblichen Genre-Schablonen löst.


Unterm Strich bleiben gut 40 Minuten lebendiger Hard Rock mit ordentlich Bühnenhunger, starken Melodien und einer Band, die nicht zurückschauen will,

sondern hörbar wieder nach vorne drängt.



„Out For Blood“ verbindet melodischen Hard Rock mit kräftiger Produktion, starken Hooks

und einer Band, die hörbar wieder nach vorne will."



Was bekommen wir auf die Ohren?


MYSTERY klingen auf „Out For Blood“ nicht wie eine Band, die verzweifelt versucht,

ihre Jugend noch einmal nachzuspielen.


Die Australier behalten ihre Liebe zu den Achtzigern, die großen Refrains und das Glam-/Sleaze-Flair, stellen das Ganze diesmal aber auf ein kräftigeres Fundament.


Das liegt nicht zuletzt am Sound.

Mikael Sehlin, bekannt von AMARANTHE, hat Mix und Mastering übernommen und der Platte ordentlich Druck mitgegeben. Die Gitarren stehen breit, der Gesang sitzt weit vorne und trotzdem bleibt genügend Luft für die Melodien.

Modern klingt das durchaus, aber nicht so, als hätte jemand den alten Hard Rock einfach mit einer zeitgemäßen Produktion überzogen.


Textlich geht es ähnlich unverblümt zur Sache. Selbstbehauptung, Enttäuschung, Liebe, Fluchtgedanken und der Wunsch, endlich gehört zu werden

– MYSTERY machen daraus keine Lyrikstunde.


Subtil ist wenig, aber die Band meint ihre Geschichten hörbar ernst.


„Out For Blood“ geht sofort nach vorne


Der Titelsong eröffnet mit einer Kampfansage.

„Out For Blood“ braucht keine lange Anlaufzeit, sondern wirft Riff, Refrain und Attitüde direkt in den Raum. Das ist einfach gebaut, funktioniert aber.


„What Makes You Lie“ hält das Tempo, bleibt im direkten Vergleich jedoch blasser.

Alles sitzt dort, wo es sitzen soll, nur der Moment, der aus einem ordentlichen

Hard-Rock-Song einen richtig guten macht, fehlt ein wenig.



Den liefert „Needed From You“.

Hier nehmen MYSTERY etwas von der Pose heraus und lassen mehr Gefühl zu.

Der Refrain gehört zu den stärksten der Platte, die Gitarren tragen die Melodie, statt nur Druck zu machen, und plötzlich bekommt „Out For Blood“ eine zusätzliche Ebene.


Genau solche Momente braucht das Album.



Wenn die großen Gesten wirklich funktionieren


„Change My Hand“ fällt danach wieder konventioneller aus.

Solider Hard Rock, sauber gespielt, aber auch schnell durchschaut.



Bei „Fly Free“ sieht die Sache anders aus.

Der Song hat Weite, der Refrain darf groß werden und

die Aufbruchsstimmung wirkt nicht bloß behauptet.

Eine Nummer, die man sich ziemlich problemlos vor einer Festivalbühne

vorstellen kann.


„You'll Find A Way“ nimmt anschließend etwas Härte heraus.

Statt Kampfansage gibt es Zuspruch und Halt.

Das mag auf dem Papier nach Hard-Rock-Standardprogramm klingen,

sorgt im Albumfluss aber für die nötige Abwechslung.


Ähnlich funktioniert „In Your Arms Tonight“.

Hier rückt die melodische Seite noch weiter nach vorne, stellenweise fast in Richtung AOR. Überraschend ist das nicht. Aber es sitzt.


In der zweiten Hälfte wird es wieder bissiger


Mit „Living The Dream“ kommt das Bühnengefühl zurück.

Der Song handelt genau davon – Publikum, Band, gemeinsamer Moment – und klingt entsprechend nach einer Nummer, deren eigentliche Heimat wahrscheinlich

ohnehin das Konzert ist.


Noch besser gefällt „My Own Eyes“.

Der Gedanke, selbst hinzusehen und sich nicht blind auf fremde Urteile zu verlassen, ist zwar ebenfalls keine revolutionäre Botschaft, bekommt musikalisch aber mehr Biss.

Der Song wirkt fokussierter, der Refrain sitzt und Mikael Sehlin gibt ihm zusätzliches Profil.



Neben „Needed From You“ gehört „My Own Eyes“ zu den Nummern, die nach dem Album am schnellsten wieder im Kopf auftauchen.


Quiet Riot als Blick zurück


Dass MYSTERY „Metal Health (Bang Your Head)“ covern, ergibt fast schon zwangsläufig Sinn. Quiet Riot gehören genau zu jener musikalischen Welt, aus der ein Teil der DNA dieser Band stammt.


Die Version macht Spaß, ist druckvoll gespielt und behandelt das Original

mit dem nötigen Respekt.

„The World Needs Guts“ schließt die Platte schließlich mit einer weiteren Kampfansage. Textlich ist das ziemlich dick aufgetragen, musikalisch aber ein

passender letzter Tritt aufs Gaspedal.


Zwischen eigener Handschrift und Genre-Schablone


Genau hier liegt die Grenze von „Out For Blood“. MYSTERY beherrschen diese Musik. Sie wissen, wann der Refrain kommen muss, wann die Gitarren größer werden dürfen und wann eine melodische Passage dem Album etwas Luft verschafft.


Manchmal wissen sie es vielleicht sogar ein bisschen zu genau.


„What Makes You Lie“ und „Change My Hand“ zeigen, wie schnell die Platte in bekannte Hard-Rock-Muster zurückfallen kann. Dann funktioniert alles, aber wenig überrascht.


Auf der anderen Seite stehen „Needed From You“, „Fly Free“, „Living The Dream“ und „My Own Eyes“. Dort kommen Melodie, Energie und Persönlichkeit zusammen

– und plötzlich klingt die Band nicht nach einer Erinnerung an die Achtziger,

sondern einfach nach MYSTERY im Jahr 2026.


Davon hätte es ruhig noch etwas mehr sein dürfen.



Kontakt:


(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von Metalapolis Records)


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