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Shogun Mojo Debütalbum im Review: Funk trifft Hard Rock

Autorenbild: Stephan Sieger
Stephan Sieger
vor 1 Stunde
7 Min. Lesezeit

Dan Reed bringt Seele und Groove, Tommy Thayer die griffigen Gitarren. Entscheidend für dieses Debüt ist jedoch das Zusammenspiel der gesamten Band.


Albumcover Shogun Mojo - Review

Tracklist:

1. Funk Party – 3:45

2. Under The Gun – 3:47

3. Gonna Raise Hell – 3:41

4. Nothing To See Here – 3:20

5. Turn It Up – 3:57

6. In The Air Tonight – 4:34

7. Dog Eat Dog – 3:36

8. Fire With Fire – 3:37

9. Fight For The Light – 3:39

10. Star Rider – 3:25


Veröffentlichung: 30. Oktober 2026

Label: Frontiers Music Srl

Genre: Funk Rock, Hard Rock, Classic Rock

Spielzeit: ca. 37 Minuten


Das Album bei JPC bestellen:




Fazit der Redaktion:


Das Shogun Mojo Debütalbum funktioniert, weil vier erfahrene Musiker nicht bloß ihre bekannten Rollen nebeneinanderstellen. Dan Reed bringt Soul, Funk und seine unverwechselbare Stimme ein. Tommy Thayer liefert griffige Riffs und songdienliche Soli. Bengt Jonasson und Robert Ikiz geben der Musik den Groove, der aus einem gewöhnlichen Hard-Rock-Projekt eine hörbar lebendige Band macht.


„Nothing To See Here“, „Dog Eat Dog“, „In The Air Tonight“ und „Star Rider“ besitzen die größte Eigenständigkeit. „Fire With Fire“ und einzelne Refrains bleiben konventioneller, außerdem hätten zwei oder drei Songs von mutigeren Strukturen profitiert.


Diese Schwächen ändern wenig daran, dass „Shogun Mojo“ Spaß macht. Die Platte groovt, besitzt Wärme und vermittelt das Gefühl, dass hier Menschen gemeinsam Musik spielen, weil sie sich gegenseitig musikalisch etwas zu sagen haben. Gerade das lässt sich nicht allein mit großen Namen herstellen.



„‚Shogun Mojo‘ überzeugt mit souligem Gesang, griffigen Riffs und starkem Groove.

Nicht jeder Song überrascht, doch die Spielfreude der vier Musiker macht das Debüt besonders.“



Was bekommen wir auf die Ohren?


Das Shogun Mojo Debütalbum beginnt nicht mit einem schweren Gitarrenakkord, sondern mit einem Basslauf, der sofort Bewegung in die Sache bringt.


„Funk Party“ braucht nur wenige Sekunden, um klarzustellen, dass Tommy Thayer und Dan Reed hier keine verkappte KISS-Platte aufgenommen haben. Shogun Mojo wollen grooven, laut sein und hörbar Spaß an der gemeinsamen Arbeit haben.


Thayer und Reed kennen sich seit der Clubszene von Portland in den frühen Achtzigerjahren. Viele Jahre später trafen sie sich in Prag wieder und begannen, erste Ideen auszutauschen. Gemeinsam mit Bassist Bengt Jonasson und Schlagzeuger Robert Mehmet Ikiz wurde daraus eine Band. Die Songs entstanden aus Riffs, Akkordfolgen und Rhythmen, die nicht einzeln verschickt, sondern gemeinsam weiterentwickelt wurden.


Thayer beschreibt diese Arbeitsweise ausführlicher in einem


Diese Entstehungsgeschichte wäre wenig wert, wenn man sie dem Album nicht anhören würde. Doch genau darin liegt seine Stärke. Bass und Schlagzeug verwalten keinen vorgegebenen Unterbau, sondern bestimmen, wann ein Song in Richtung Funk, Soul oder Hard Rock kippt. Reed reagiert mit seiner Stimme auf diese Bewegung, während Thayer seine Gitarrenarbeit auffällig diszipliniert in die Stücke einfügt.


Das Shogun Mojo Debütalbum lebt vom Zusammenspiel


Bei einer Band mit einem KISS-Gitarristen und dem Sänger des Dan Reed Network liegt es nahe, sich zunächst auf die beiden bekanntesten Namen zu konzentrieren. Nach einigen Songs verschiebt sich dieser Eindruck. Robert Ikiz und Bengt Jonasson sind weit mehr als die Begleitmannschaft.


Jonassons Bass liegt weit vorn und gibt dem Album seinen körperlichen Puls.

Er schiebt nicht nur die Riffs an, sondern setzt eigene melodische und rhythmische Akzente. Ikiz spielt trocken, kräftig und mit einem Gespür für kleine Verschiebungen, die den Groove lebendig halten. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Platte selbst dann in Bewegung bleibt, wenn Gitarren und Gesang in vertrautere Hard-Rock-Muster wechseln.


Tommy Thayer nimmt sich den Raum für ein Solo in jedem Song, stellt diese Momente aber selten demonstrativ aus. Seine Gitarrenlinien bleiben an Melodie und Rhythmus gebunden. Die Jahre bei KISS hört man vor allem in seinem sicheren Gespür für prägnante Figuren und Refrains, die ohne Umwege funktionieren. Direkte Kopien bekannter KISS-Muster sucht man dagegen weitgehend vergeblich.


Dan Reed ist dennoch die Stimme, die dem Album seinen deutlichsten Charakter gibt. Sein warmer, leicht angerauter Gesang verbindet Soul-Phrasierung mit genügend Härte für die kompakten Rockrefrains. Reed kann eine Melodie leicht hinter den Takt legen und ihr dadurch zusätzliche Spannung geben. Selbst einfache Zeilen wirken bei ihm selten vollkommen gerade.


Party als Gegenmittel

„Funk Party“ klingt zunächst nach einer einfachen Aufforderung zum Feiern.

Der von Brion James mitgeschriebene Song meint die Party jedoch weniger als Flucht vor der Welt. Er versteht gemeinsames Tanzen und Musik als Gegenreaktion auf Gier, Hass und eine zunehmend gereizte Umgebung.


Das ist keine komplizierte Botschaft, aber sie passt zu einer Band, deren größte Stärke im gemeinsamen Spiel liegt. Der federnde Bass, die trockene Rhythmusgitarre und Reeds lockerer Gesang bauen sofort Nähe auf. Shogun Mojo beginnen ihr Debüt nicht mit Ehrfurcht vor den beteiligten Namen, sondern mit einem Song, der die Tür öffnet und alle in den Raum bittet.


„Under The Gun“ zieht die Stimmung anschließend deutlich dunkler.

Bilder von Schüssen, Toten und einer Gesellschaft unter wachsendem Druck stehen einem auffällig eingängigen Refrain gegenüber. Manche Formulierungen wirken etwas aus der Zeit gefallen, doch das Zusammenspiel aus kantigem Riff und beweglicher Rhythmusgruppe überzeugt.



„Gonna Raise Hell“ dreht danach wieder auf.

Inhaltlich bleibt der Song bei Nachtleben, Anziehung und der Lust, für einige Stunden über die Stränge zu schlagen. Das höhere Tempo und der weit geöffnete Refrain verleihen ihm reichlich Auftrieb. Reed singt kraftvoll, Thayers Solo kommt auf den Punkt und die Band vermeidet es, den unkomplizierten Gedanken unnötig aufzublasen.



Mehr als bloße Feierlaune

Am stärksten ist das Album dort, wo der Funk nicht nur als rhythmische Verzierung dient. „Nothing To See Here“ besitzt einen dunkleren Grundton und gehört zu den Stücken, die auch nach dem ersten Hören nachwirken.


Schlagzeilen, Kameras, Gewalt und gesellschaftliche Abstumpfung ziehen durch den Text. Die Aufforderung, einfach weiterzugehen, erhält dadurch einen bitteren Beigeschmack. Reed singt kontrollierter, der Bass wirkt schwerer und Thayers bluesig gefärbtes Solo fügt sich hervorragend in die angespannte Atmosphäre ein. Hier bringen Shogun Mojo ihre musikalische Leichtigkeit und den ernsteren Blick auf die Gegenwart am überzeugendsten zusammen.


„Turn It Up“ greift die Idee der Musik als Gegenmittel wieder auf. Apokalyptische Bilder treffen auf die Aufforderung, sich nicht von der allgemeinen Resignation verschlucken zu lassen. Der Refrain wird etwas zu häufig wiederholt, doch das schwere mittlere Tempo bewahrt den Song davor, zur beliebigen Gute-Laune-Nummer zu werden.


Überhaupt kreisen die Texte häufiger um Gewalt, Überwachung, politische Gier und gesellschaftliche Kälte, als die farbenfrohe Funk-Rock-Oberfläche vermuten lässt.

Shogun Mojo antworten darauf mit Gemeinschaft, Liebe und persönlicher Gegenwehr. Einige Begriffe wie „fight“, „fire“ oder „light“ tauchen dabei so oft auf, dass sie an Wirkung verlieren. Die Grundhaltung der Platte bleibt dennoch nachvollziehbar.


„In The Air Tonight“ bekommt einen eigenen Puls

In der Mitte des Albums wartet die Neuinterpretation von Phil Collins’ „In The Air Tonight“. Bei einem derart bekannten Song führt beinahe jede Veränderung zu Vergleichen mit dem Original. Shogun Mojo versuchen deshalb gar nicht erst, dessen berühmteste Momente möglichst originalgetreu nachzustellen.


Dan Reed bewahrt die unterdrückte Wut und die bedrückende Spannung der Vorlage, ohne Collins nachzuahmen. Bass, Schlagzeug und Gitarren führen das Stück anschließend in eine härtere und rhythmisch beweglichere Richtung. Auch der berühmte Schlagzeugeinsatz wird nicht einfach als Pflichtmoment kopiert.

Die Band entwickelt daraus eine eigene Rockfassung, die sich überraschend

gut in das Album einfügt.


Das Cover bleibt als Fremdkomposition erkennbar, klingt aber nicht wie ein angehängter Bonus. Gerade weil Shogun Mojo den Song ihrem eigenen Puls unterwerfen, wird er zu einem der Höhepunkte der Platte.


Wenn es langsamer und schwerer wird

„Dog Eat Dog“ nimmt sich mehr Zeit und gehört zu den stärksten Eigenkompositionen. Der langsame Groove gibt Reed genügend Raum, um eine Welt zu beschreiben, in der Angst, Macht und Überleben gegeneinander ausgespielt werden. Liebe und gemeinsamer Widerstand bilden den Gegenentwurf. Das mag auf dem Papier groß klingen, gewinnt durch das schwere Fundament aber genügend Gewicht.


„Fire With Fire“ hält den Funk-Puls am Leben, bleibt inhaltlich jedoch zu stark an seiner kämpferischen Titelzeile hängen. Politische Manipulation und Geldgier liefern einen nachvollziehbaren Ausgangspunkt, werden im Refrain aber auf recht vertraute Begriffe reduziert. Musikalisch funktioniert der Song, im direkten Vergleich mit „Dog Eat Dog“ oder „Nothing To See Here“ fehlt ihm etwas Schärfe.


„Fight For The Light“ fängt sich wieder. Der Refrain besitzt mehr Zug, die Gitarren treten deutlicher hervor und die Band klingt insgesamt heller. Die wiederholte „Sexy Dalai Lama“-Zeile dürfte Geschmackssache bleiben, bringt aber wenigstens eine eigenwillige Note in die sonst häufig sehr geradlinige Bildsprache.


Ein ruhigerer Blick zu den Sternen

Mit „Star Rider“ endet die Platte nicht in einer weiteren großen Kampfansage.

Der Song nimmt das Tempo zurück und erzählt von Kontrollverlust, Liebe und der Sehnsucht nach einem Ort außerhalb des gegenwärtigen Drucks.


Reed singt melodischer und weniger angriffslustig. Die Gitarren bekommen eine bluesigere Färbung, während ein längerer instrumentaler Mittelteil dem Song Luft verschafft. Nach den vielen Aufforderungen zum Kämpfen, Aufdrehen und Feiern wirkt dieser Abschluss beinahe erleichternd.


„Star Rider“ zeigt außerdem, dass Shogun Mojo nicht auf jeder Zielgeraden einen Mitgrölrefrain benötigen. Die Band verabschiedet sich mit einem offenen Bild und einem Stück, das noch kurz nachklingt.


Produktion mit Nähe zur Band

Die Produktion ist kräftig, lässt den vier Musikern aber genügend Abstand. Besonders „Gonna Raise Hell“, „Dog Eat Dog“ und „Fight For The Light“ bewahren hörbare Unterschiede zwischen Strophen und Refrains. „Fire With Fire“ fällt dagegen dichter und etwas gleichförmiger aus.


Geoff Tyson war an Produktion und Aufnahme beteiligt, Rob Daiker übernahm den Mix. Die Platte versucht nicht, den Klang der Siebziger künstlich zu kopieren. Sie übernimmt eher die Idee einer Band, die gemeinsam spielt und aufeinander reagiert. Das Ergebnis klingt warm und direkt, ohne auf modernen Druck zu verzichten.


Mit rund 37 Minuten bleibt das Album angenehm konzentriert. Schwächere Textzeilen und einige vorhersehbare Refrains fallen auf, bestimmen aber nicht den Gesamteindruck. Bevor sich eine Idee wirklich abnutzt, ist die Platte bereits bei

„Star Rider“ angekommen.



Kontakt:



(Mit freundlicher Unterstützung und Bereitstellung des Pressematerials von CMM)



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