top of page

In Extremo - 30 Jahre Festivalbericht

Aktualisiert: 14. Okt.


Über In Extremo zu schreiben, ist immer eine Herausforderung...

zu viel Gefühl, zu viel Geschichte, zu viel Bedeutung,

um es in wenigen Absätzen eines Festivalberichts einzufangen.


Aus diesem Grund wollen wir zum 30-jährigen Jubiläum

In Extremo was "eigenes" schenken.


Einen exklusiven Bericht als Ausdruck unserer Wertschätzung für

drei Jahrzehnte voller Musik, Leidenschaft und unerschütterlicher Gemeinschaft.


Welche großartigen Bands dieses Festival begleitet und die drei Tage unvergesslich gemacht haben, könnt ihr seperat in unseren 3-Tagesberichten nachlesen.


Festivalplakat 30 Jahre InEx


Drei Tage, drei Dekaden – Das spektakuläre 30-jährige Jubiläumsfestival

Es gibt Geburtstage – und es gibt Jubiläen, die Geschichte schreiben.

Im September 2025 feierte In Extremo ihr 30-jähriges Bestehen – und das taten sie nicht mit einem Konzert, sondern mit einem dreitägigen Festival, das in seiner Intensität, Emotionalität und Wucht kaum zu überbieten ist. Drei Tage, drei einzigartige Setlisten, unzählige Überraschungen und ein Publikum, das jeden Moment aufsog wie ein Schwamm. Wer dabei war, wird von diesen Tagen noch in Jahren erzählen.


Die Zeitreise – 30 Jahre verdichtet in drei Tagen

In Ex 1

Die Idee war ebenso einfach wie genial: Jeder Tag erhielt eine eigene Dramaturgie, eine eigens kuratierte Setlist und besondere Showelemente. Statt einer „Best-of“-Wiederholung boten In Extremo eine Reise durch die eigene Historie – mit Klassikern, geliebten Fan-Favoriten und Songs, die teilweise seit mehr als zwei Jahrzehnten

nicht mehr live gespielt wurden.


Schon der erste Abend offenbarte, dass die Band es ernst meinte:

Mit Songs wie „Krummavisur“, „Vänner och Frände“ oder „Albtraum“ öffneten sie die Schatzkiste tiefster Vergangenheit. Viele im Publikum hatten diese Stücke noch nie live gehört – andere fühlten sich in die Anfangsjahre zurückversetzt, als In Extremo die Mittelaltermärkte eroberte.


In Ex 2

Am zweiten Abend folgten „Omnia sol temperat“, „Merseburger Zaubersprüche“ und „Singapure“, allesamt Stücke, die das Fundament der Band prägten,

aber lange von den Setlisten verschwunden waren.


Der dritte Abend schließlich wurde zum Höhepunkt der musikalischen Archäologie:

Mit dem „Palästinalied“ kehrte ein Lied zurück, das zuletzt um die Jahrtausendwende gespielt wurde. „Das ist 25 Jahre her“, erklärte Micha Rhein – und man spürte,

wie sehr die Band selbst diese Rückkehr genoss.


In Ex 3

Besondere Gänsehautmomente gab es, als alte Schätze wie „Krummavisur“ oder „Alptraum“ erklangen – Songs, die viele schon fast vergessen glaubten. Doch genau darin lag die Magie: In Extremo zeigten, dass ihre Geschichte nicht nur aus Hits, sondern aus vielen vergessenen Perlen besteht.


Wenn der Vorhang fällt: Pyro, Flammen, Explosionen

Jeder Festivaltag begann mit einem Ritual: Lichtpunkte tanzten über den geschlossenen Vorhang, das Publikum hielt den Atem an – und dann explodierte die Stille in einem ohrenbetäubenden Knall. Der Vorhang fiel, Pyrofontänen zischten in den Himmel, und binnen Sekunden war man mitten in der Welt von In Extremo.


In Ex 4

Die Pyroshow war kein Selbstzweck, sondern präzise komponiert:

Funkenregen im Takt, Flammenstöße auf den Punkt genau zur Musik.

Wenn sich die Dudelsäcke erhoben, schossen Feuerlanzen in die Höhe,

wenn die Gitarren einsetzten, flutete rotes Licht die Bühne.

Jede Note war visuell unterfüttert, jede Geste verstärkt.


Besonders eindringlich waren die inszenierten Details:

Bei „Werd ich am Galgen hochgezogen“ brannte ein Bühnen-Galgenbaum langsam von unten her auf – ein schaurig-schönes Sinnbild, das die Lyrics verstärkte.


In Ex 5

Bei „Feine Seele“ sanken im Hintergrund Tausende kleine Lichtpunkte wie fallende Sterne herab, während das Publikum selbst Kerzen, Feuerzeuge und Handylampen entzündete.

Es war ein kollektives Ritual, das Trauer, Erinnerung und Trost verband.


Und bei „Küss mich“ grinsten überdimensionale, rote Lippen von der Leinwand – ein humorvolles Augenzwinkern, das die Ernsthaftigkeit anderer Momente ausbalancierte.

So wurde jeder Song nicht nur gehört, sondern erlebt.


In Ex 6

Ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Feuer und Emotionen.


Akustik am Lagerfeuer – die intime Seite von In Extremo

Zwischen all der Wucht und den Explosionen nahmen sich In Extremo Zeit für leise Töne: An den ersten beiden Abenden verwandelte sich die Bühne in eine intime Szenerie:

Stühle wurden aufgestellt, eine Feuerschale entzündet, die Band rückte eng zusammen.


In dieser Atmosphäre präsentierten sie Akustikversionen von Liedern wie

„Frei zu sein“, „Nur Ihr allein“, „Lebensbeichte“ und „Feuertaufe“.

In dieser Umgebung war es plötzlich still im Amphitheater, und tausende Menschen lauschten gebannt den sanften Tönen, die wie am Lagerfeuer erzählt wirkten.


Micha Rhein nutzte diesen Rahmen, um ein Geheimnis zu lüften:

eine geplante Akustiktour. Noch ohne Details, aber mit einem Versprechen, dass diese intime Seite von In Extremo weiter ausgebaut wird.


In Ex 7

Gäste, Freundschaften und kleine Anekdoten

Was wäre ein Jubiläum ohne Gäste, ohne Wegbegleiter und die kleinen Anekdoten, die solche Abende unvergesslich machen?


An allen drei Tagen holten In Extremo Freunde und musikalische Weggefährten auf die Bühne, die den Abenden zusätzliche Farbe und Tiefe verliehen.


In Ex 8

Gleich am ersten Tag trat Oliver von Faun mit auf die Bühne und brachte seine Nickelharpa mit – ein Instrument, das wie kaum ein anderes die frühen Jahre der Mittelalter-Szene symbolisiert. Gemeinsam mit In Extremo spielte er das alte Stück „Vänner och Frände“ – ein Wiedersehen, das pure Nostalgie verströmte und das Publikum spürbar berührte.


Am zweiten Tag wurde es turbulenter. Axel Schmidt, bekannt als „Brotsommelier“ und enger Freund der Band, sprang zeitweise für Specki am Schlagzeug ein. Doch anstatt sich dezent im Hintergrund zu halten, stürmte er über die Bühne, schwenkte die 30-Jahre-Fahne und verteilte Getränke ans Publikum. Luftschlangen regneten von oben, die Stimmung kippte ins Karnevaleske – ein fröhlicher, herrlich unerwarteter Moment, der den Geist dieses Jubiläums perfekt traf: Freundschaft, Spontaneität und Lebensfreude.


In Ex 9

Der dritte Abend stand ganz im Zeichen alter Bande. Joey Kelly überraschte das Publikum und sang gemeinsam mit In Extremo „En Esta Noce“ – ein Stück, das ihre Freundschaft seit den Tagen der Straßenmusik symbolisiert.

„Vor 35 Jahren haben wir uns kennengelernt“, erzählte Micha Rhein, und für einen Moment lag über der Bühne spürbare Wärme – nicht gespielt, sondern echt.


Kurz darauf kehrte Alexander „ASP“ Spreng nach seinem eigenen Auftritt zurück, um mit der Band das epische „Wind“ zu performen.

Ein kraftvoller Schulterschluss zweier Welten, die sich gegenseitig seit Jahrzehnten inspirieren.


In Ex 10

Auch der Humor kam nicht zu kurz. Immer wieder nahm Micha seinen Freund Henry von Rauhbein auf die Schippe. Als „schlank wie eine Tanne und nah am Glas gebaut“ kündigte er ihn lachend an – bevor Henry zusammen mit In Extremo mit „Weckt die Toten“ die Bühne in Flammen setzte. Die Frotzeleien über Henrys angebliche „Backstage-Schnorrerei“ sorgten für herzhafte Lacher – und zeigten einmal mehr, dass zwischen diesen Musikern nicht nur Kollegialität, sondern echte Freundschaft herrscht.


Besonders emotional wurde es, als Dirk Verseck, Begleiter, Organisator, Kümmerer, Freund, seit fast Beginn an ein stiller Motor im Hintergrund der Band, auf die Bühne gebeten wurde. Dirk erhielt minutenlangen Applaus für seine jahrzehntelange Treue.

Das geplante Anstoßen mit Underberg verzögerte sich zwar (ein kleiner, sympathischer Patzer), doch die Geste sprach für sich:


Ohne Menschen wie Dirk wäre In Extremo nach 30 Jahren nicht dort, wo sie heute stehen.


In Ex 11

Dankbarkeit als Herzschlag

So groß die Show, so laut die Pyroexplosionen, so eindringlich die Effekte,

das wichtigste Leitmotiv dieser drei Tage war Dankbarkeit:


Micha Rhein nutzte jede Gelegenheit, um Crew, Weggefährten und Fans zu danken. Mehrfach unterbrach minutenlanger Applaus seine Worte.

Es war kein routiniertes „Danke“, sondern spürbar tief empfunden. Die Band schickte sogar einen Applaus zurück ins Publikum: „In Extremo-Fans sind die besten Fans der Welt.“

Und wer die Atmosphäre dieser Abende erlebte, konnte daran keinen Zweifel haben.


In Ex 12

Finals, die in Flammen aufgingen

Jeder Abend endete mit einem Grande Finale, das die Sinne überwältigte.

Bei „Pikse Palve“ explodierte die Bühne förmlich in einem Meer aus Feuer, Licht und Rauch. Die letzten Minuten waren ein Rausch, ein kollektives Loslassen, ein Fest der Sinne.


Doch der dritte Abend setzte allem die Krone auf:

Ein gewaltiges Feuerwerk stieg hinter der Bühne auf, verwandelte den Himmel in ein Kaleidoskop aus Farben und unterstrich die Einmaligkeit dieses Jubiläums.


Die Fans standen, sangen, jubelten – viele mit Tränen in den Augen.


(private Handyaufnahme der NoRush-Redaktion)

Fazit: Ein Jubiläumsfeier für das Geschichtsbuch

Das 30-jährige Jubiläumsfestival von In Extremo war mehr als nur eine Feier.


Es war eine Verbeugung vor drei Jahrzehnten Bandgeschichte, ein Dank an Fans und Crew, ein Statement, dass In Extremo auch nach 30 Jahren nichts von ihrer Kraft verloren haben.


Drei Abende, drei Kapitel – jedes einzigartig, jedes voll von Momenten, die sich eingebrannt haben. Von der Pyro-Orgie beim Opener über die intimen Akustikteile bis hin zu den raren Songs und den persönlichen Gastauftritten:


Dieses Festival hatte einfach alles, was man sich nur wünschen kann...


In Ex 13



(inkl. Prolog, Metaklapa, Schandmaul, Faun und Feuerschwanz)


(Seasons in Black, Ye Banished Privateers, Manntra, Fiddler´s Green,

Versengold und Eisbrecher)


(Rauhbein, Tanzwut, Dritte Wahl, Clawfinger, Wind Rose, ASP, inkl. Epilog)


(alles kompakt verlinkt)



An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an Dirk Verseck und das gesamte Headline Concerts-Team – für eine Organisation, die schlicht perfekt war. Besser hätte man dieses Jubiläum nicht auf die Beine stellen können!


Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page