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In Extremo - 30 Jahre Festivalbericht - Die Bands - Tag 2

Aktualisiert: 14. Okt.

Seasons in Black, Ye Banished Privateers, Manntra, Fiddler´s Green, Versengold und Eisbrecher

Festivalplakat 30 Jahre in Extremo

Tag 2 – Freitag: Energie, Freundschaft und große Gesten

Der zweite Festivaltag begann bereits früher – um 12:20 Uhr erklangen die ersten Töne auf der Loreley. Die Sonne schien, der Nebel über dem Rhein verzog sich langsam, und das Publikum strömte erwartungsvoll zurück in die Arena.



Seasons in Black – Ein kräftiger Auftakt mit Herz

Seasons in Black 1

Den Startschuss gaben Seasons in Black, die Band von Lucki Maurer aus dem Bayerischen Wald. Fünf Musiker, die mit sichtbarer Leidenschaft und ehrlicher Energie auf der Bühne standen. Schon das Intro – ein Auszug aus „Carmina Burana“ – tauchte die Bühne in dichten Nebel, bevor das donnernde „Apocalyptic Army“ den Tag offiziell eröffnete. Kleine Funkenfontänen begleiteten das Set – eine Mini-Pyroshow, die den Auftakt visuell perfekt ergänzte.


Seasons in Black 2

Ein besonderer Moment entstand, als Gastsängerin Marina Koller die Bühne betrat.

Man sah ihr an, wie viel es ihr bedeutete, auf dieser legendären Bühne zu stehen – ein Kindheitstraum, der sich sichtlich erfüllte. Und als wäre das nicht schon Gänsehaut genug, kam beim letzten Song „Inside“ Micha Rhein höchstpersönlich auf die Bühne und rockte gemeinsam mit der Band – ein starker, emotionaler Auftakt in den zweiten Festivaltag.


(privates Handyvideo "Seasons in Black mit Micha Rhein"; 05.09.2025, NoRush)



Ye Banished Privateers – Die Piraten legen an

YBP 1

Kurz darauf hieß es: „Leinen los!“ 


Die schwedischen Folk-Piraten Ye Banished Privateers enterten die Bühne – und verwandelten sie in ein schwankendes Deck voller Musik, Schweiß und Seemannsgarn. Schon bei „Rowing with One Hand“ bildeten sich im Publikum kleine Rudergruppen, die lachend im Takt mitpaddelten.


Die Band nahm die Fans mit auf eine wilde Reise über stürmische See – von „Raise Your Glass“ bis „Master of My Fate“ wurde geschunkelt, gesungen und gelacht. Doch zwischen all dem Piratenspaß zeigten die Musiker auch ihre gefühlvolle Seite:

Die Ballade „Annabel“ brachte einen Hauch Melancholie in die Arena und bewies, dass Seeräuber nicht nur plündern, sondern auch Herzen rühren können.


YBP 2



Manntra – Kroatische Energie mit Pyro und Charme

Manntra 1

Um 15 Uhr übernahmen Manntra das Ruder – alte Bekannte, die mit In Extremo schon so manche Bühne geteilt haben. Mit „Titans“ und „Teuta“ legten sie gleich feurig los. Das Publikum war sofort dabei, tanzte, sprang und jubelte.


Für Aufsehen sorgte wieder einmal die Surf-Aktion von Barren King, der sich auf einem Stand-Up-Board durchs Publikum tragen ließ – ein Wagnis auf dem steil abfallenden Gelände der Loreley, das dennoch sicher gelang.


Manntra 2

Zwischen den Songs teilte die Band ihre eigene kleine Lebensweisheit:

„Wer jetzt viel springt, kann später mehr Bier trinken.“ 

Und tatsächlich – kaum fiel der Satz, war die Menge in Bewegung.


Zum Abschluss entzündete sich mit „Nightmare“ eine spektakuläre Pyroshow – Funken, Flammen, Jubel. Manntra hatten das Publikum nicht nur wachgerüttelt,

sondern es in purer Euphorie hinterlassen.


Manntra 3



Fiddler’s Green – Irische Lebensfreude auf der Loreley

Fiddlers Green 1

Als eine kleine Dampflok als Bühnenrequisite einrollte, war klar: Jetzt wird gefeiert.

Fiddler’s Green betraten die Bühne und zogen die Menge von der ersten Sekunde an mit. Mit Klassikern wie „Shanghaied in Portsmouth“ und „A Night in Dublin“ brachte die Band irische Lebensfreude mitten an den Rhein.


Fiddlers Green 2

Die 50 Minuten Spielzeit vergingen wie im Flug. Geige, Drehleier und donnernde Trommeln verschmolzen zu einem wilden Tanz. Ein optisches Highlight bot ein Schlagwerk, über das Wassertropfen im Takt sprangen, ein wunderschönes Detail,

das den Rhythmus sichtbar machte.


Auch ruhigere Töne hatten Platz: Bei „Raise Your Arms“ entstand eine Welle aus erhobenen Händen, die sich wie eine sanfte Brandung durch die Arena zog.

Der Sänger und Gitarrist Pat Prziwara, der sich vor der Saison am Daumen verletzt hatte, konzentrierte sich diesmal voll auf den Gesang – tat der Show aber keinen Abbruch,

im Gegenteil.


Fiddlers Green

Mit „Yindi“, dem augenzwinkernden „Anti-Regentanz“, verabschiedeten sich Fiddler’s Green und hinterließen eine fröhlich tanzende Menge, auch wenn der Wetterzauber wohl erst am Abend wirken sollte.




Versengold – Die Loreley wird zur Theke

Versengold 1

Mit einem lauten Knall und einem farbenfrohen Konfettiregen starteten Versengold in ihren Auftritt. Das große „Theken“-Banner im Hintergrund ließ keinen Zweifel: Hier wird gefeiert.


Mit „Niemals sang- und klanglos“ wurde die Stimmung direkt ausgelassen. Die Band prostete mit einem herzhaften „Sláinte!“ ins Publikum, und bei „Ich bin verliebt in eine Insel“ sang die ganze Loreley aus vollem Hals mit.


Versengold 2

Doch Versengold zeigten auch Tiefgang: „Haut mir keinen Stein“, ein Lied über Verlust und Erinnerung, sorgte für einen Gänsehautmoment zwischen all der Feierlaune.

Besonders rührend: Die Crew und alle Servicekräfte bekamen einen wohlverdienten Sonderapplaus, gefolgt vom passenden „Thekenmädchen“.


(privates Handyvideo "Versengold - Thekenmädchen"; 05.09.2025, NoRush)

Frontmann Malte Hoyer verstand es, das Publikum zu animieren, bis die Dezibelgrenze fast gesprengt wurde. Bei „Kobold im Kopf“ tanzte die Menge, so weit es die Stufen erlaubten, und bei „Die letzte Runde“ verließen Malte und Eike kurzerhand die Bühne, um mitten im Publikum zu feiern. Von oben sah es aus, als wogte ein lebendiges Meer aus Musik und Freude um sie herum.


Zum Abschied gab Versengold dem Publikum ein norddeutsches Sprichwort mit:

„Butter bei die Fische!“ – und beendeten ihren Auftritt als „Männergesangsverein“

in einer A-cappella-Version, die das Publikum in ehrlicher Begeisterung zurückließ.


Versengold 3



Eisbrecher – Provokation, Power und Perfektion

Eisbrecher 1

Als die Sonne langsam unterging, übernahm Eisbrecher die Bühne – und mit dem frostigen Intro von „Minus 90 Grad“ begann ein heißer Sturm. Frontmann Alexander Wesselsky und seine Band machten sofort klar, dass sie gekommen waren, um die Arena zu dominieren.


Die Mischung aus provokanten Texten, harten Riffs und charismatischer Präsenz funktionierte perfekt. Schon bei „Himmel, Arsch und Zwirn“ sprang Wesselsky ins Publikum und ließ das Eis buchstäblich schmelzen. Immer wieder sprach er von der langjährigen Freundschaft zu In Extremo„Hurra, wir leben noch!“ – und erinnerte daran, dass sie auch schon beim 20. Jubiläum dabei waren.


Eisbrecher 2

Neue Songs wie „Kaltfront“ und „Waffen, Waffen, Waffen“ setzten starke visuelle Akzente: Mit Farbe sprühte Wesselsky ein Peace-Zeichen auf eine Leinwand – eine klare Botschaft mitten im Donner der Gitarren. Mit „This is Deutsch“, begleitet von Maßkrügen, Bayernfahnen und Rednerpult, spielte die Band gekonnt mit Klischees, während die Energie zwischen Bühne und Publikum immer weiter anstieg.


Eisbrecher 3

Zwischendurch zeigte Eisbrecher ihre humorvolle Seite:

Bei „Verrückt“ traten sie mit einer Sammlung kurioser Kopfbedeckungen auf – von Melone bis Fellmütze. Und statt eines Standardbandfotos gab’s am Ende ein Polaroid-Selfie mit dem Publikum – eine charmante Reminiszenz an alte Zeiten und ein perfekter Schlusspunkt für diesen Tag.



Ein exklusiver Bericht als Ausdruck unserer Wertschätzung für drei Jahrzehnte voller Musik, Leidenschaft und unerschütterlicher Gemeinschaft.


(Prolog, Metaklapa, Schandmaul, Faun und Feuerschwanz)


(Rauhbein, Tanzwut, Dritte Wahl, Clawfinger, Wind Rose, ASP, inkl. Epilog)


(alles kompakt verlinkt)



An dieser Stelle geht ein großes Dankeschön an Dirk Verseck und das gesamte Headline Concerts-Team – für eine Organisation, die schlicht perfekt war. Besser hätte man dieses Jubiläum nicht auf die Beine stellen können!


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